in den Kameradiskussion und Kaufberatungen hier betonen aber die meisten explizit, dass ihnen BQ als höchstes und fast einziges Kriterium gilt
So ist es.
Und nicht nur in Foren, sondern auch in "realen" Kaufberatungen erlebe ich dies stets so. Diesbezüglich unterschieden sich dann (wie im Eröffnungsbeitrag erwähnt) dann halt Laien denen es meist um Kompaktheit und Kaufpreis geht und somit sehr zu Kompromissen bereit sind und eben jenen (potenziell) engagierten Amateuren.
Dieses Phänomen hat halt nun mal zum Grund, dass die grundsätzliche, potenzielle Bildqualität bei Digital zu einem grossen Teil tatsächlich vom Sensor bedingt ist.
Früher gestaltete sich dies noch anders. Die Kamera war da lediglich "Träger" guter und weniger guter Optiken. Aber ob mit Nikon FG20 oder F3 oder Olympus OM2 oder OM4Ti war/ist für Belang Bildqualität unerheblich.
Komischer Thread.
Was genau bedeutet der Terminus "überbewertet" überhaupt ?
Das meine Bilder hohe Qualität haben, gehört für mich zum Hobby dazu. Wann ist das also "überbewertet" ?!?
Mit "überbewertet" meinte ich natürlich, das wir heute in der engagierten Fotografie diesen Belang vlt zu sehr Gewicht geben. So, dass Bildqualität schon mal allererstes und essentiellstes Kriterium ist.
Um Bildqualität ging's in der Fotografie schon immer und es wäre sicherlich Sand in die Augen gestreut. würde man heute meinen, das wäre früher kein Thema gewesen.
Nur aber :
1. Ging man früher diesbezüglich eher mal Kompromisse ein (sonst hätte sich zB 24x36mm wohl kaum jemals durchgesetzt)
2. Wurde auch gelernt, mit "potenziell schlechteren System" möglichst viel herauszuholen (zB bei KB Verwendung guter, niedriegempfindlicher Filme, guter Chemie & Verarbeitung, bis hin zu den Herstellern, die sich bei kleineren Formaten erst recht "in's Zeug legten" - zb die Mehrschichtenvergütung bei KB Objektiven usw)
3. Der inhaltliche Wert wurde höher bemessen als der formell qualitative
Wer wissen möchte was damit gemeint ist, der sehe sich mal die "alten Bilder" mal an. Und zwar nicht nur im Internet per google/yahoo mit Stichworten wie Bresson, McBride, Adams, Brassai usw.
Sondern vlt auch mal alte Bildbände (zB in Antiquariaten) und Magazine.
Wenn wir heute mit einer VF DSLR bei spärlichem Licht mit ISO 6400 fotografieren, weil wir meinen, so kämen
endlich mal tolle available light Bilder zustande, sollte sich vlt mal jene Fotos eines Brassai oder gar Erich Salomon vor Augen führen.
Nun könnten wir uns ja fragen, ob denn diese Bilder nicht auch die selben wären, wenn mit zB D4 entstanden und halt noch in SW konvertiert oder gleich mit einer Leica Monochrom (deren Werbung solche Art der Fotografie suggeriert).
Was aber macht der tatsächliche Unterschied aus?
M.E. liegt fer Unterschied in der Bild
Wirkung.
Sie ist massgeblich und entscheidend dafür was wir von einem Foto haben und es sich sogar in unser Gedächnis einprägen vermag.
BildWirkung ist aber nicht vom Potenzial der Bildinformation abhängig. Entschieden tut die Bildidee darüber, inwiefern das Potenzial der Bildinformation für die BildWirkung ausschlaggebend ist.
Kann quasi "zu viel" Bildinformation der Bildwirkung auch mal abträglich sein? Ich würde meinen : muss nicht, aber kann.
Das Problem nur : künstlich beschnittetene Bildqualität ist wiederum auch nicht das Selbe.
So helfen keine "Retro"-Filter oder babsichtigte "Unqualität" (zB durch schlechtere Objektive) usw um selbige Bildwirkung zu erzielen.
Zudem : das Ideal wäre, dass dies bereits während der Aufnahme so bestände.