Wie kommt es eigentlich zu der Annahme, dass die Fotos immer austauschbarer werden?
Man liest das immer wieder: Bilderflut, alles austauschbar, alles zig-mal gesehen, eigentlich alles schon fotografiert.
Wenn ich mir analoge Bilder von früher ansehe - Bilder, die meine Familie, einige Freunde und Lehrer auf Klassenfahrt gemacht haben - dann sehen DIE eher für mich austauschbar aus. Man hat sich als jemand, der für Erinnerungszwecke eine Kamera besaß, keine großen Gedanken um Bildgestaltung etc. gemacht und es störte auch keinen Betrachter, wenn Farben verfälscht, der Horizont schief, jemand totgeblitzt oder nur halb drauf war. Solche Bilder wurden z.B. von der Klassenfahrt oder Geburtstagsfeier problemlos für andere abgezogen bzw. von anderen angefordert.
Heute mag es vielfältiger sein und vielleicht knipsen mehr Leute wild in der Gegend rum, dafür sind mMn die Motive deutlich vielfältiger und mehr Bilder werden mit größerem Bewusstsein (Richtung Bildgestaltung und Technik bzw. Nachbearbeitung) gemacht.
Ich vermute mal, dass man bei heutigen Bildern bessere Qualität (richtiger Einsatz der vorhandenen Technik + überlegterer Bildgestaltung) finden würde, wenn man wahllos 100 heutige Spontanfotos verschiedener Menschen - NICHT expliziter Hobbyfotografen - mit Bildern aus den 70ern bis 90ern vergleichen würde.
Man denke nur an die vielen schrecklichen Polaroidfotos!
In den ganzen Fotoportalen findet sich zwar viel Müll, aber auch viele erstaunlich gute Fotos. Vielleicht nicht unbedingt Meisterwerke. Aber oft merkt man den Fotos Überlegung und Kreativität an, die früher unter den Gelegenheitsfotografen meines Bekanntenkreises - also Freunde, Klassenkameraden, Lehrer, Bekannte der erwachsenen Verwandten - nicht in dieser Art verbreitet waren.
Austauschbare Fotos würde ich eher in der analogen als digitalen Zeit suchen.
Allein schon das ins-Netz-Stellen hat mMn das Bewusstsein für "bessere" Bilder geschärft, wobei "besser" rein subjektiv definiert ist - man vergleich seine Bilder mit bestimmten, nicht zwingend "offiziell besseren" - Bildern und schärft so ein Bewusstsein für bessere Bilder.
Und man hat natürlich viel mehr Übungsmöglichkeiten als zu analogen Zeiten (Speicherkarte vs. Filmrolle).
LG
Frederica
Edit:
Ich war heute morgen in einem Café, in dem auch Fotos auf Leinwand verkauft werden. Es wurden ein Fotoatelier und zwei Fotokünstler genannt.
Preis für ein Foto auf Leinwand (der Druck sah für meine Augen recht einfach aus): 60 bis 80 € für eine kleine oder hohe schmale Leinwand.
Motive waren: Ein Rapsfeld, mehrfach "Strand mit Wasser", eine triste Hafenszene mit bunten Regenschirmen, eine Standard "Schiffe fahren vorbei"-Szene.
Also alles Bilder, die hier keinen Blumentopf gewinnen würden oder sogar Kritik ernten (das Regenschirmbild war bei eisengrauem Himmel aufgenommen worden).
Aber offenbar gehen die Künstler und evtl. Cafébetreiber davon aus, dass Kunden dafür mindestens 60 € auf den Tisch legen.
Also ggf. sich nicht in der Lage sehen, solche Bilder selbst aufzunehmen,
Man liest das immer wieder: Bilderflut, alles austauschbar, alles zig-mal gesehen, eigentlich alles schon fotografiert.
Wenn ich mir analoge Bilder von früher ansehe - Bilder, die meine Familie, einige Freunde und Lehrer auf Klassenfahrt gemacht haben - dann sehen DIE eher für mich austauschbar aus. Man hat sich als jemand, der für Erinnerungszwecke eine Kamera besaß, keine großen Gedanken um Bildgestaltung etc. gemacht und es störte auch keinen Betrachter, wenn Farben verfälscht, der Horizont schief, jemand totgeblitzt oder nur halb drauf war. Solche Bilder wurden z.B. von der Klassenfahrt oder Geburtstagsfeier problemlos für andere abgezogen bzw. von anderen angefordert.
Heute mag es vielfältiger sein und vielleicht knipsen mehr Leute wild in der Gegend rum, dafür sind mMn die Motive deutlich vielfältiger und mehr Bilder werden mit größerem Bewusstsein (Richtung Bildgestaltung und Technik bzw. Nachbearbeitung) gemacht.
Ich vermute mal, dass man bei heutigen Bildern bessere Qualität (richtiger Einsatz der vorhandenen Technik + überlegterer Bildgestaltung) finden würde, wenn man wahllos 100 heutige Spontanfotos verschiedener Menschen - NICHT expliziter Hobbyfotografen - mit Bildern aus den 70ern bis 90ern vergleichen würde.
Man denke nur an die vielen schrecklichen Polaroidfotos!
In den ganzen Fotoportalen findet sich zwar viel Müll, aber auch viele erstaunlich gute Fotos. Vielleicht nicht unbedingt Meisterwerke. Aber oft merkt man den Fotos Überlegung und Kreativität an, die früher unter den Gelegenheitsfotografen meines Bekanntenkreises - also Freunde, Klassenkameraden, Lehrer, Bekannte der erwachsenen Verwandten - nicht in dieser Art verbreitet waren.
Austauschbare Fotos würde ich eher in der analogen als digitalen Zeit suchen.
Allein schon das ins-Netz-Stellen hat mMn das Bewusstsein für "bessere" Bilder geschärft, wobei "besser" rein subjektiv definiert ist - man vergleich seine Bilder mit bestimmten, nicht zwingend "offiziell besseren" - Bildern und schärft so ein Bewusstsein für bessere Bilder.
Und man hat natürlich viel mehr Übungsmöglichkeiten als zu analogen Zeiten (Speicherkarte vs. Filmrolle).
LG
Frederica
Edit:
Ich war heute morgen in einem Café, in dem auch Fotos auf Leinwand verkauft werden. Es wurden ein Fotoatelier und zwei Fotokünstler genannt.
Preis für ein Foto auf Leinwand (der Druck sah für meine Augen recht einfach aus): 60 bis 80 € für eine kleine oder hohe schmale Leinwand.
Motive waren: Ein Rapsfeld, mehrfach "Strand mit Wasser", eine triste Hafenszene mit bunten Regenschirmen, eine Standard "Schiffe fahren vorbei"-Szene.
Also alles Bilder, die hier keinen Blumentopf gewinnen würden oder sogar Kritik ernten (das Regenschirmbild war bei eisengrauem Himmel aufgenommen worden).
Aber offenbar gehen die Künstler und evtl. Cafébetreiber davon aus, dass Kunden dafür mindestens 60 € auf den Tisch legen.
Also ggf. sich nicht in der Lage sehen, solche Bilder selbst aufzunehmen,
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