AW: Wieviel Blende geht durch einen Adapter verloren?
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Mal im Ernst, zu analogen Zeiten habe ich nie jemanden sagen hören "das entspricht xxx mm an Kleinbild". Ich vermute mal dass damals einfach fotografisches Grundwissen noch mehr galt.
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Nein, dass hatte Jiggalatei oben geschrieben, was in analogen Zeiten galt. Wer kein Faible für Physik hat - und das haben nun mal nicht alle und bei Frauen wird es dann noch mal schwerer als bei Männer, der merkte sich eben genau das, was er schrieb. 50mm, so stand es in nahezu jeden Fotobuch, entspricht das, wie wir normalerweise sehen. Korrekt hätte man da auch schon 43mm verwenden müssen, so aus dem Kopf heraus entspricht diese Brennweite bei KB dem, was wir wirklich sehen. Bei Einäugigen und Menschen mit Tunnelblick wirds schwerer. ^^
Wenn ich mich innerhalb einer rein technischen Diskussion bewege, verwende ich auch einen ganz anderen Wortschatz als dann, wenn jemand auf eine Frage für ihn selbst eine Antwort mit verständlicher Prägnanz erhalten will. Die Frage ist: Will er Grundlagen oder will er einfach eine für ihn selbst verständliche Antwort. Die Antwort darauf dann oftmals unspezifiziert genug.
Genau aus diesem Grund lässt man im übrigen keine Techniker/Ingenieure Anleitungen schreiben. Sie verwenden ein anderes Basis- und Hintergrundwissen, schreiben vielleicht "korrekter", aber niemals verständlicher. Gute Anleitungen kosten deshalb auch oftmals viel Geld, weswegen nicht wenige eher schlecht sind. Verständnisorientiert vs. Gerät-/Wissensorientiert.
Dummerweise haben nun aber Hersteller angefangen den Begriff Brennweite zu verwässern. Sie wollten eine simple Erklärung schaffen mit der der Anwender sein Gerät versteht. Was - wenn man bei dem Punkt mit der Anleitung bleibt, eben bedeutet, man muss ihn erklären, dass es "doppelt so groß wird" (wie bei FT), da er nun aber wusste, das 50mm = normal sind, musste er verstehen, dass dies heute nun 25mm sind. Hier wird im Sinne des Verständnis des Anwenders der Begriff zu keinen Zeitpunkt als technische Beschreibung verwendet, es sei denn, man kennt den Hintergrund wirklich. Im Kopf, je nach Wissensstand, sind die Brennweiten zwei ganz unterschiedliche Dinge.
Die Frage ist dann also, will man wirklich jeden Anwender erst einmal mit Wissen vollstopfen? Das wird auch in Anleitungen teilweise versucht, nur, dass sind auch die Seiten die viele überblättern, weil sie bei der Informationsflut und Zeitnot heute eben wirklich deutlich selektiver arbeiten, als jemand, der in den 60er Jahren fotografieren lernte. Aber auch damals musste nicht jeder wissen, wie seine Kamera funktioniert oder sein Auto, die Waschmaschine, die Bohrmaschine oder was auch immer. Letztendlich ist jedes Gerät ein Werkzeug und welcher Drehimpuls der Hammer eines Hammerwerfers hat, gepaart mit Beschleunigung, Flugbahn, Anfangsgeschwindigkeit, Endgeschwindigkeit und sonstige Kräfte, interessiert im besten Fall den Trainer. Den meisten anderen reicht es zu wissen, wer den Hammer an weitesten geworfen hat und somit gewonnen.
Also ist die Frage: Sagt man den Fragesteller lieber: Du fauler Hund, geh auf Wikipedia den Artikel über Brennweiten lesen. <- was man natürlich tun kann. Erklärt ihn "den technischen Aspekt" im Detail, wovon er sich nur merkt: "Wird ja doch 100mm" oder arbeitet man teilweise ungenau, was zugegebener Maßen auch nicht perfekt ist.
Die korrekte Brennweite seines Objektives steht eh auf diesem und spezifiziert es.
Aber wer nun gerne jeden Fragesteller zum Technokraten missionieren möchte, nun, meinen Segen hat er. Er wird aber definitiv scheitern.