Nun ein paar Kommentare zu meinen Standardeinstellungen. War ja so gewünscht...
Monitor-Helligkeit
Die Einstellung beeinflusst eigentlich nicht die Helligkeit des Displays (geht bei OLEDs vielleicht nicht?!?), sondern den Kontrast und „Gain“ des dargestellten Bildes. Ich finde nur die mittlere Stellung akzeptabel.
Belichtungsmodus
"P" ist eigentlich genau so, wie ich mir das wünschen würde. Die Kamera hält die Blende lange offen und fängt erst dann an, sie zu schliessen, wenn die Belichtungszeiten sozusagen klar in trockenen Tüchern sind. Leider hat Olympus einen Programm-Shift vergessen. "P" ist damit praktisch unbrauchbar. Ich verwende jetzt fast ausschliesslich "A".
Bildmodus
„Natural“, Schärfe +1, Kontrast +1. Letzteres ist für Portraits eigentlich schon zu kontrastreich. Dank der kamerainternen RAW-Entwicklung kann man sich ggf. aber ein zusätzliches JPEG mit geringerem Kontrast erzeugen. Oder eben die Bearbeitung am PC machen.
Weissabgleich
Funktioniert auf „Auto“ bei Tageslicht sehr zuverlässig. Versieht bei Glühlampenbeleuchtung die Bilder aber mit einem hässlichen gelb-grünen Farbstich. Dort also auf „Glühlampe“ wechseln, und das Ergebnis stimmt.
Wer bei Glühlampenlicht gerne eine „wärmere“ Abstimmung hätte, kann das im Weissabgleich-Menü (wie auch bei den anderen Modi) einstellen. Ich hab’s versucht (gelb-blau-Achse um ein bis zwei Punkte nach gelb verschoben), bin aber wieder davon abgekommen. Neutrale Belichtung gefällt mir besser.
Aufnahmeformat
Schwierige Entscheidung. Der Sensor ist 4:3. Der Bildschirm 3:2. Der Sucher wieder 4:3.
Und ich mag das 4:3 Format nicht. Ich empfinde es als unästhetisch, und es verschenkt zu viel Platz auf meinen 16:10-Monitoren. Andererseits sollte man ja schon die Sensorfläche ausnutzen.
Mein erster Ansatz also: Aufnehmen im 4:3-Modus, ggf. nachher beschneiden. Funktioniert aber leider nicht. Wenn ich einen 4:3-Ausschnitt sehe, komponiere ich das Bild so, dass es da hinein passt. Nix mit beschneiden. Und ich bleibe auf den hässlichen 4:3s sitzen...
Also jetzt die Einstellung immer auf 3:2. Bin ich zufriedener mit. RAW nutzt übrigens immer die volle Sensorfläche, unabhängig vom eingestellten Format.
Und, Olympus, deshalb könnte man da etwas verbessern: Der Sucher zeigt bei 3:2-Einstellung oben und unten einen schwarzen Balken. Wenn der nicht komplett schwarz wäre, sondern transparent, könnte man auch immer sehen, was auf dem RAW sein wird. Und sich die ein oder andere Formatumschaltung sparen.
Datenformat
Nur das beste. LF+RAW. Speicher ist zu billig, als dass es sich lohnen würde, das ein oder andere MB einzusparen. Und sich dafür dann vielleicht mal kräftig zu ärgern.
AF
Eben, AF. TR funktioniert ganz gut, führt aber immer zu einer gewissen Verzögerung, die ich nicht mag. Ich verwende ausschliesslich das mittlere AF-Feld.
MF ist, wie bereits erwähnt, nicht ernsthaft zu gebrauchen.
Belichtungsmessmethode
Ich verwende jetzt die gute alte mittenbetonte Messung. ESP funktioniert meistens ganz gut, aber haut manchmal aus unerfindlichen Gründen völlig daneben (2-3 Blenden Fehlbelichtung). Mittenbetont geht generell nicht schlechter und arbeitet vorhersagbarer. Die Messung ist recht ordentlich; eine ständige Korrektur muss man nicht einstellen.
Spotmessung funktioniert sehr schön, ist aber mangels AEL praktisch nicht verwendbar.
Olympus: Die XZ-1 hat da so einen grossen roten Knopf, der bei mir absolut nichts zu tun hat. Bitte hier ein AEL (kurz drücken) und AFL (lang drücken) verfügbar machen. Danke!
Ein „Expose-to-the-right“-Modus, der für die RAW-Verarbeitung optimal belichtete Bilder liefern würde, fehlt leider. Wie auch bei allen anderen mir bekannten Kameras.
Blitz
Ist fest auf „Aufhellblitz“ eingestellt. Die anderen Modi habe ich noch nicht benötigt. Dafür brauche ich häufig die Umstellung „Langzeitsynchronisation ja/nein“, die leider nur über das Menü zu erreichen ist.
Gewöhnungsbedürftig: Auch ohne Rote-Augen-Vorblitz werden anscheinend Messblitze ausgesandt, die zu einer deutlichen Verzögerung (gefühlt eine halbe Sekunde) beim Auslösen führen.
Sucheranzeige
Eine Highlight-Clipping-Anzeige gibt es nicht. Weder bei der Aufnahme noch bei der Wiedergabe. Deswegen habe ich die Aufnahme-Sucheransicht auf „komplett“ einschliesslich Histogramm eingestellt. Sehr schön gelöst: Wenn man den Auslöser halb drückt, verschwinden fast alle Anzeigen, so dass man ungestört den Bildausschnitt festlegen kann.
Leider hat das Histogramm ein paar gravierende Macken. Zum einen verschwindet es ausgerechnet dann, wenn man es am dringendsten braucht, nämlich beim Einstellen einer Belichtungskorrektur. Zum anderen gibt es rechts und links farbige „Boxen“, die die kritischen Bereiche hervorheben. So weit so überflüssig. Dummerweise ändern die Histogramm-Balken innerhalb der Boxen ihre Farbe – auf die des Boxenrandes. Das heisst: Genau das, was ich vor allem im Histogramm sehen möchte, nämlich, ob ich „am Anschlag“ bin, ist nicht zu erkennen. Ein roter Balken vor rotem Hintergrund macht sich nicht so gut.
Olympus: Bitte unbedingt beheben.
ISO Auto
Dreht viel zu spät die Empfindlichkeit hoch und führt daher zu zu langen Belichtungszeiten. Ausserdem wird die automatisch gewählte Einstellung nicht im Sucher angezeigt (da steht immer „Auto“). Praktischer Einsatz deswegen: Nicht möglich.
Olympus: Bitte an die Charakteristik der Kamera anpassen: Frühzeitiges Hochdrehen auf bis zu ISO 400; danach vorsichtiger bis ISO 1600; nur in Ausnahmefällen ISO 3200 oder gar 6400. Und bitte den Wert anzeigen.