AW: Die E-510 und ihr Belichtungsspielraum in der Praxis
Ich beziehe mich, wie gesagt, besonders auf den Vergleich Bild 3/4, der ja nun mit derselben Belichtung aufgenommen wurde. Oder meinst Du jetzt, die Unterschiede im Histogramm seien der Belichtungskorrektur geschuldet, während am Ende dieselbe Zeit-Blendenkombination zur Anwendung kam?
Ja, da hast Du Recht. Fragt sich allerdings, warum dann, da ja Zeit und Blende exakt gleich waren, der Rasen im mit -1EV belichteten Bild heller ist? Vielleicht ist ein Wölkchen an der Sonne vorbeigezogen, keine Ahnung. Das sind so die Sachen, die einem die Tests verderben können.
Aber es ging mir ja eigentlich nur darum, den Effekt zu demonstrieren. Darum habe ich Dich ja gebeten, das nachzuprüfen. Am einfachsten, indem Du bei einem RAW die Funktion "Belichtungskorrektur" anwendest, und dann beobachtest, wie sich das Histogramm verhält.
Weil die Kamera bei unterschiedlichem Verhältnis von Hell- zu Dunkelanteilen unterschiedliche Belichtungen ermittelt? Ich dachte immer, genau das sei der Sinn einer Belichtungsmessung...Muss ich dann also davon ausgehen, dass zwei Bilder, von denen eines mit Graufilter und eines mit entsprechender Belichtungskorrektur aufgenommen wurden, plötzlich nicht mehr gleich sind? Sind zwei Studioaufnahmen nicht gleich, von denen eines durch Korrektur an der Kamera überbelichtet wurde, das andere durch entsprechend heller geregelte Beleuchtung?
Natürlich. Bei der Belichtung geht es ja schließlich darum, jedesmal die exakt gleiche Lichtmenge auf das Aufnahmemedium zu bringen. Es ist dabei völlig egal, ob man dabei für mehr Aufnahmelicht sorgt, oder die Zeit/Blendenkombination anpasst, entweder manuell oder per Belichtungskorrektur.
Kann es nicht vielmehr sein, dass die Beobachtung des Histogramms, das sich nicht linear verschiebt, in der Natur des Histogramms und der Gradation liegt?
Bingo! Ich habe es ja bereits zweimal geschrieben, einmal sogar fett: So verhalten sich im Prinzip alle Digitalkameras. Das liegt in der Natur der Sache.
Dass sich ein Dunklerwerden, egal ob von der Belichtungskorrektur oder von der tatsächlichen Beleuchtung ausgehend, im Histogramm grundsätzlich wie von Dir beschrieben auswirkt, ganz ohne dass sich an der Gradation des Aufnahmemediums etwas ändern würde?Mit Verlaub, aber ich gewinne tatsächlich den Eindruck, dass Deine Ausführungen speziell in Sachen Gradation, Kontrast und Histogramm, aktuell Deine Theorie einer Art dynamischer Veränderung der Gradation bei Belichtungskorrektur, in der Tat zunehmend Esoterik- bzw. Märchenbestandteile beinhalten.
Kommt drauf an, auf welche Art und Weise dieses "Dunklerwerden" erreicht wird, und was man als "Gradation" versteht, und ob die Gradationskurve zwangsläufig die Gradation verändert. Der Kamerasensor arbeitet linear, dein Auge nicht. Und ich bin sicher, Du möchtest keine lineare Belichtung haben. Nimm irgendein Bild, und wende darauf eine lineare Korrektur der Helligkeit an. Beim neuen Photoshop muss man da "früheren Wert verwenden" ankreuzen, beim alten Photoshop gab's nur den früheren Wert, und was andere Bildbearbeitungsprogramme für Routinen haben, weiß ich nicht genau. Wenn Du linear die Helligkeit veränderst, dann wird das Histogramm nicht verändert, sondern nur nach links oder (edit: statt "und") rechts verschoben. Der Effekt ist, dass selbst bei kleinen Änderungen sofort die Lichter ausfressen oder die Schatten zulaufen.
Nimm als nächstes das Werkzeug für die Gradationskurve, und fass die diagonale Linie an, und ziehe sie nach links oder nach rechts. Je nachdem wird sich das Histogramm links oder rechts auftürmen, an die Grenze gedrückt wird es erst, wenn die Kurve an das obere oder untere Ende des Diagramms stößt, und zur Linie plattgedrückt wird. Und mir scheint, genauso arbeiten auch unsere Kameras (Wenigstens im Prinzip. In Wahrheit wahrscheinlich sogar noch raffinierter). Jedenfalls passiert bei mir ganz genau das, wenn ich eine Belichtungsreihe mache. Oder mir das Live-Histogramm ansehe, und dabei die Belichtungskorrektur verändere. Alternativ kann man durch Biegen der Kurve zur S-Kurve die Helligkeit, den Kontrast, Lichter- und Schattenzeichnung und noch ein paar andere Dinge manipulieren/verbessern/verändern.
Aber das alles ist, wie gesagt, keine digitale Erfindung, noch hat es was mit Computern zu tun. Bei analogem Film wirkt sich der Entwickler auf stärker belichtete Stellen überproportional aus, dabei ensteht dann automatisch eine Gradtionskurve. Steuern kann man das im Wesentlichen durch die Parameter Zeit und Temperatur.
Ich habe jetzt tatsächlich den Eindruck, dass niemand hier weiß, bzw. wußte, wovon ich spreche. Weil aber dauernd über Dynamikumfang&Co diskutiert wird, dachte, ich könnte das voraussetzen. Mit dem Bildbeispiel wollte ich nur zeigen, dass sich eine (leichte!) Unterbelichtung überproportional stärker auf die Lichter auswirkt, als auf die Schatten, und zwar rein visuell, und auch, warum das so ist, bzw. was es mit dem Histogramm zu tun. Streng gesehen verliert man bei der Unterbelichtung natürlich Information, auch durch die Gradationskurve, aber visuell ist das oft gar nicht spürbar, bzw. das kleinere Übel.
Daran ändert auch Dein immer bestimmteres, arrogantes Auftreten nichts:
Soso. Mit anderen Worten, wer Dir widerspricht, kann sich mit dem Thema nicht auseinandergesetzt haben?
Ehrlich, was soll ich daraufhin sagen?
Ob Recht oder Unrecht, eines würde Dir in jedem Fall gut anstehen: mehr Respekt gegenüber Deinen Diskussionspartnern.
Die habe ich durchaus. Aber ich habe wenig Respekt gegenübern Irrtümern. Doch das richtet sich nicht gegen die Personen, die sie vertreten. Aber in Zukunft werde ich vielleicht jedem wenigstens ein bißchen Recht geben, um mich nicht unbeliebt zu machen.