AW: Die E-510 und ihr Belichtungsspielraum in der Praxis
Ich hatte wegen dieser SA-Technik einen Link im Gedächtnis, und habe diese Sache jetzt nochmal ausgegraben, weil sich mir der Verdacht aufdrängt, daß da ein Zusammenhang bestehen könnte:
Anfang März wurde auf Digicamreview die 510 angekündigt, und da wurde behauptet sie hätte eine
shadow adjustment technology, das ist aber irgendwie untergegangen. Hier kann man aber noch nachlesen:
http://www.digicamreview.com/2007/03/olympus-e-510-digital-slr-announced.html
Dieses SAT geht Dir wohl nicht aus dem Kopf, was?
Ähhm, hat eigentlich jemand mal das Handbuch der 510 genau durchgelesen? Wird diese Technik tatsächlich nirgendwo mehr erwähnt?
Ich habe nichts gefunden. Aber wenn's drin wäre, hätten sie's sicher erwähnt. Entweder sie haben's (noch) nicht hingekriegt, oder sie haben sich's für kommende Modelle aufgespart, und wir hätten's vielleicht schon gekriegt, wenn eine neue 40D, 6D, D300 oder D90 gekommen wäre... keine Ahnung. Ich würde zu gerne wissen, wie gut so eine Technologie funktionieren kann. Bei der S5, die ja spezielle Pixel für die Lichter und Mitteltöne/Schatten hat, scheint die Umsetzung ja am Kontrastausgleich zu hapern. Wie gesagt, das Problem ist ja nicht die Durchzeichnung an sich, sondern Motivteile mit unterschiedlicher Helligkeit so zusammenzufügen, dass ein einigermaßen natürlicher Bildeindruck entsteht. Das ist aber selbst für spezielle HDR-Software eine ziemliche Hürde. Wenn ich so einen Effekt wie auf dem SAT-Beispiel erreichen will, muss ich die dunklen Bildteile maskieren und ein Tonwertkorrektur vornehmen. Problematisch sind dabei die Übergänge zwischen dunklen und hellen Motivteilen, da kippt es dann leicht. Deswegen bin ich da ein bißchen skeptisch. Aber ich lasse mich gerne angenehm überraschen.
Immerhin ist interessant, dass Olympus offenbar davon ausgeht, dass man auf die Lichter belichtet, und anschließend auf die Schatten justiert, was der Intention eines RAW-Headrooms ja völlig entgegenläuft. Vielleicht haben die Techniker in Tokio ja keine Ahnung von unseren RAW-Gepflogenheiten? Immerhin habe auch ich erst hier im Forum von einem RAW-Headroom gehört. Ansonsten war ich gewohnt, beim Positiv (und der Sensor entspricht ja einem Positiv, bzw einem Dia) auf die Lichter zu belichten, und so wird und wurde es überall gelehrt. Bei der Fuji ist das was völlig anderes, aber die hat ja auch Extra-Pixel speziell für die Lichter.
Vielleicht ist diese Technik in die Matrix-Messung und deren jpg-Verarbeitung integriert

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Vielleicht sind darum die unbearbeiteten jpg Fotos von Guenter H. belichtungstechnisch so gelungen

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Ich denke, der Guenter hätte die Bilder auch mit einer anderen Kamera so hingekriegt. Es würde mich jedenfalls sehr wundern, wenn er sich nicht schon bei der Aufnahme Gedanken um die richtige Belichtung machen würde. Wenn er eine Beli-Korrektur in irgendeiner Form nie verwenden würde, dann würde es mich sehr wundern.
Vielen Dank für Deine Mühen. Ich kann der Interpretation speziell der Histogramminformationen allerdings nicht ganz folgen. Die Hauptunterschiede neben dem reinen Verschieben durch die Belichtungskorrektur scheinen mir durch Unterschiede der einzelnen Bildausschnitte bedingt zu sein, mit signifikant unterschiedlichen Bildanteilen Motiv/Himmel. Besonders zwischen Bild 3 und 4 wird das deutlich, die (trotz evtl. unterschiedlicher Korrektur) identisch belichtet sind, aber dennoch unterschiedliche Histogramme zeigen.
Da mag es durchaus winzige Unterschiede geben. Aber wenn sie so relevant wären, dann könnte man sich auf die Belichtungsmessung der Kamera zwischen zwei Aufnahmen ja überhaupt nicht verlassen.
Dass die Belichtung bei +/--Korrrektur neben der Belichtung auch die Gradationskurve verändern würde, wie Du es nahelegst, kann ich mir nicht vorstellen. Daraus würde ja quasi folgen, dass es einen bildrelevanten Unterschied machen müsste, ob ich eine abweichende Belichtung entweder über die +/--Korrektur oder über manuelle Belichtung einstelle. Oder verändert die Kamera Deiner Auffassung nach auch bei manueller Belichtung die Gradation, je nachdem, wie weit die von der gemessenen Belichtung abweicht? Klingt für mich nicht plausibel.
Ist aber so. Es spielt keine Rolle, ob Du manuell belichtest, oder per Automatik. Das liegt daran, dass eine Änderung der Belichtung auch zwangsläufig eine Anpassung der Gradation erfordert, anderenfalls würde der Bildkontrast verrückt spielen. Das ist ja keine digitale Geschichte, sondern war ja auch analog schon so. Du kannst unterschiedlich belichtete Filme ja auch nicht mit derselben Zeit, bzw. mit derselben Entwicklerlösung entwickeln, und Negative ja auch nicht mit exakt derselben Belichtungszeit vergrößern und nicht mit derselben Papiergradation entwickeln. Wenn Du's nicht glaubst. dan probier's mit einer Belichtungsreihe aus. Oder nimm ein RAW, und verändere da die Belichtung, und achte darauf, was das Histogramm macht.
Und, nochmal, weil es für manche vielleicht nicht deutlich geworden ist, vielleicht hätte ich es ja gleich fett schreiben sollen,
diese Geschichte ist keine Eigenart der E-510 oder von Olympus, das macht im Prinzip jede Digitalkamera so. Aber nicht jede ist in derselben Weise abgestimmt, oder, anders gesagt, unterschiedliche Digitalkameras bringen unterschiedliche Gradationskurven zur Anwendung. Und die E-510 scheint nun mal auf einen soliden Mitteltonkontrast justiert zu sein. Manchmal wendet sogar dieselbe Kamera verschiedene Gradationskurven an, je nach Situation, ISO-Einstellung oder sonstwas. Eventuell kann man sogar extern eine in die Kamera laden, bitte mal ganz oben nachschauen im Nikon-Unterforum, "Wichtig, Nikon-Tonwertkurven/Custom Ton Curves FAQ". Der RAW-Konverter tut ja auch nichts anderes, als eine Gradationskurve anzuwenden, bei manchen Konvertern kann man die sogar anpassen, ändern, damit spielen, eine speichern oder auch eine laden. So langsam werde ich wirklich verrückt hier.
Ich verrate hier doch keine esoterischen Erkenntnisse, die bis dato in irgendeinem Safe geruht haben, oder erzähle Märchen. Im Grunde braucht einen das Thema ebensowenig zu interessieren, wie zu analogen Zeiten, wo man solche Dinge dem Filmhersteller oder dem Labor überlassen hat. Aber wenn man sich dafür interessiert, oder Angst hat, die Kamera könnte nicht gut genug sein, bzw. die eigenen Ansprüche an die Bildqualität nicht erfüllen, und dann die technische Materie anreißt, bzw. sich Gedanken um Belichtung, Kontrast, Dynamik macht, dann muss man halt auch bereit sein, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.