Ich habe als Standard das 35/1,4, 24-70/2,8, 24-120/4 und das 28-300 im Einsatz.
Das 28-300 kann gerade am Tag in der Stadt absolut überzeugen. Ich nutze es meist an einer D4 und muss sagen, dass ich damit schon viele Fotos gemacht habe die ich sonst nicht hätte machen können.
Zugegebenermaßen nutze ich parallel auf einer D800E ein 14-24/2,8
Wenn es dunkler wird kommt das 24-70 auf die Kamera und danach das 35er. Ein Stativ habe ich in der Regel nicht dabei.
Die Kameratasche hat als Standard gepackt mit 14-24/35/24-70/28-300 oder alternativ 70-200 mit TK 1,7.
Das 24-120 nutze ich praktisch gar nicht obwohl ich es ebenfalls für ein sehr gutes Objektiv halte und dem 24-85 aus Brennweitengründen vorziehen würde. Das 24-85 kenne ich nicht, würde für mich nur dann in Frage kommen, wenn ich nur mit einem einzigen Objektiv unterwegs sein dürfte, das dann auch noch klein sein muss.
Ich denke es ist eine Frage der fotografischen Schwerpunkte und der Frage wie viel Ausrüstung jemand tragen möchte.
Aber das 28-300 ist ein hervorragendes Objektiv, von dem ich problemlos Abzüge jenseits von DIN A1 an einer D4 machen kann. Das Bokeh ist bei normalen Hintergründen absolut in Ordnung.
Gerade auf Reisen ist es ein absoluter Gewinn und wer bei Städtetouren auch an Menschen/Street interessiert ist und nicht ewig Zeit hat sich den Menschen zu nähern, wird sich dafür begeistern können.
Ich halte diese "Superzoomallergie" von Menschen die noch nie ein 28-300 besessen haben und auch selbst kaum drucken oder wenn dann nur bis DIN A4, für absolut überzogen. Typisches Forengelaber.
Es gibt Momente die gibt es nur mit dem 28-300, andere nur mit dem 24-70 oder dem 35er.
Tatsächlich hätte ich niemals gedacht, dass ich irgendwann viele hervorragende Objektive zuhause lassen werde und den Bereich um 35mm drei Mal in meiner Tasche täglich mittrage. Aber das war für meine Art der Fotografie die Lösung.
Das 70-200/2,8 darf man bei meiner persönlichen Auswahl als 28-300 Alternative natürlich nicht vergessen. Gehe ich vorwiegend in der Nacht weg, ersetzt das 70-200 das 28-300.
Bin ich mir sicher, dass ich hochwertige Portraits machen werde, dann kommt auch das 70-200 anstelle des 28-300 in die Tasche.
Muss ich schnell und flexibel sein und möchte nicht, dass mir die eine oder andere unwiederbringliche Szene verloren geht, dann habe ich ein 28-300 auf der Kamera.
Für mich ist es also eine Frage zwischen 70-200 und 28-300. Das 28-300 ersetzt also bei mir eher auch ein lichtschwaches 70-300 mit mehr Flexibilität nach unten.
Und jeder der bei diesem Objektiv die Qualitätsfrage stellt hat es noch nicht besessen und lebt von Netzgerüchten. Die Werte des Objektivs bei den von mir durchaus geschätzten Testseiten kann ich ehrlich gesagt in der Praxis selbst bei DIN A0 nicht nachvollziehen. Wer wirklich fotografieren und seine Ergebnisse auch drucken möchte, der weiß es sehr schnell zu schätzen.
Wenn ich mit einigen hundert oder tausend Bildern zurück bin und sortiere habe ich bei meiner beschriebenen Ausrüstung ein konsistentes Qualitätsgefühl und bemerke zwischen den Bilder kaum Unterschiede. Die Fehler und Ausrutscher liegen bei mir immer hinter der Kamera, falsche Einstellung, Fokuspunkt nicht richtig, Verschlusszeit falsch, insgesamt dann doch zu dunkel, so dass hohe ISO-Werte die Dynamik senken und das Rauschen beginnt. Das Objektiv (soweit der AF sitzt) ist für mich derzeit nicht als limitierender Faktor auszumachen. Außer unter kontrollierten Studiobedingungen, Blitz und/oder Stativ optimaler Verschlusszeit und idealer Blende an einer D800E oder Bildern die auch grundsätzlich auf Freistellung abzielen .. da ersetzt dann wie gesagt das 70-200 das 28-300.
In der täglichen Praxis auf Reportage, Street, Urlaub, Dokumentation ist eine ständige 100%-Pixelschärfe bei 36MP ohnehin ausgeschlossen. Insofern lasst die Kirche im Dorf und kauft Euch ein entspannt ein 28-300 wenn ihr nicht f/2,8 wirklich benötigt
Grüße
Alexander