AW: E-510 kaufen? Bin verunsichert
- die 510 ist in der Lage im LV-Modus belibige Farben/Farbstische zu filtern - in Echtzeit!
Einfaches Beipiel - man nehme schwaches Kunstlicht (Farbtemperatur 2650K) mit hohem Rot- und geringem Grünanteil, werfe LV an und gehe dabei (bei aktiviertem LV) auf den WB und drehe die Farbtemperatur langsam `runter (Custom WB). Dabei kann man LIVE am Monitor mit einer minimalen Verzögerung sehen, wie die gewählte neue Farbtemperatur am Monitor zu Farbverschiebungen führt, bis die "richtige" Farbtemperatur getroffen wurde und ein "echter" Weissabgleich (mittels Filterung/Anpassung - in Echtzeit) stattfindet. Dabei kann der Monitor locker die 50 Kelvin Schritte sehr gut wiedergeben - man wird auch feststellen, dass es durchaus Situationen gibt, wo die falsche Farbtemperatur weisse Flächen - Du ahnst es - magentafarben live am Monitor anzeigen wird!
Was willst Du damit jetzt eigentlich sagen? Dass die Kamera ein Problem hat, weil sie in Echtzeit den Weißabgleich vornehmen kann?
Die Erklärung finde ich gar nicht so naheliegend.
Richtig wäre ja, daß die grünen Pixel so konstruiert sind, daß sie nicht vorzeitig überlaufen. Wenn man wirklich wollte, daß die Infos dem menschlichen Sehen am nächsten kommen, würde man ja dann einfach automatisiert irgendeine Korrekturmatrix über die Daten laufen lassen, die was weiß ich den Grünwerten eine andere Tonwertkurve zuweist oder was auch immer, und müßte nicht einfach nur ein paar R- und B-Werte in den JPG "obenrum" wegwerfen.
Gut. Du schlägst also vor, die Empfindlichkeit des Sensors insgesamt zu vermindern (und damit auch seinen Dynamikbereich zu verkleinern) anstatt fehlerhafte Informationen einfach zu verwerfen?
Es wurde ja u.a. das Argument angebracht, dass das Umwandeln von RAW in der Kamera zum JPEG ebenfalls keine Probleme mit sich bringt. Man sollte natürlich dann auch sagen, dass das Umwandeln von RAW in JPEG in der Kamera selbst nichts anderes ist als ein JPEG mit den kameraspezifischen Einstellungsparametern. M.a.W.: es ist ein JPEG, das -wie ja mehrfach erwähnt, von dem Magentaproblem nicht betroffen ist.
JPEG ist einfach ein Speicherformat, sonst nichts. Jedes JPG out of camera ist aber gleichzeitig auch ein konvertiertes RAW. Und ein JPG, das mit z.B. ACR gespeichert wurde, ist ein mit den ACR-spezifischen Einstellungen korrigiertes RAW.
Mir ist die Erklärung zu einfach, dass plötzlich alle RAW-Entwickler gleichzeitig versagen. Leider will species dazu ja nichts mehr sagen, weil es ihn offensichtlich nervt, wenn andere Zweifel haben trotz seiner Erklärversuche. Glaubst Du an das generelle Versagen aller RAW-Entwickler?
Wenn einem diese Erklärung zu einfach ist, dann liegt das daran, dass man unbedingt an ein Sensorproblem glauben möchte. Das Ganze trägt mittlerweile Züge einer Verschwörungstheorie. Je rationaler und schlüssiger eine Erklärung ist, die ihr widerspricht, desto mehr wird sie geglaubt. Das liegt in der Natur der Sache von Verschwörungstheorien. Mit Vernunft oder rationalen Erklärungen ist dem nicht mehr beizukommen. Und wer der Verschwörung widerspricht, der gehört zu den Verschwörern.
Nochmal: Wir haben es auch bei der E-510 immer noch mit einem Bayer-Sensor zu tun. Der Sensor selbst ist farbenblind. Darum setzt man eine Filtermatrix mit den Farben Rot, Grün und Blau davor. Die Information für diese drei Farben, Rot, Grün und Blau wird dann in Form von Helligkeitswerten gespeichert. Farben, und damit auch jegliche Art von Farbstichen, kommen erst dadurch zustande, dass diese Daten interpoliert werden. Farbverfälschungen und Farbstiche können also nur bei der Interpolation entstehen. Es geht gar nicht anders.
Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten. Wir können entweder annehmen, dass die RAW-Konverter ein Problem mit dem RAW haben, oder dass der Sensor einen Konstruktionsfehler hat, den die RAW-Konverter aufdecken. Da die JPGs, die die Kamera selbst erzeugt, fehlerfrei sind, müssen wir dann aber auch zwingend annehmen, dass die Ingenieure jede Menge Aufwand betrieben haben, um diesen Fehler in der JPG-Engine zu kaschieren oder zu korrigieren (Ich darf an dieser Stelle darauf hinweisen, dass in der übrigen Welt Massnahmen zur korrekten Wiedergabe eines Bildes normalerweise erwünscht sind. Nicht so hier. Hier "beweist" der Umstand, dass die Kamera korrekt arbeitet, geradezu, dass sie einen Fehler haben muss --> Verschwörungstheorie). Natürlich hat der Hersteller auch nicht damit gerechnet, dass irgendwann mal jemand auf die Idee kommen könnte, ein RAW zu entwickeln, und dann der ganze Betrug auffliegen könnte.
Fragt sich nun, was wahrscheinlicher ist.
Gehen wir die Sache umgekehrt an. Bis jetzt konnte niemand den Beweis erbringen, dass es kein Konverterproblem ist. Das einzige Argument ist, dass das "nicht sein kann". Warum nicht?
Typisch ist, dass auf die Argumente, die gegen ein Kameraproblem sprechen, niemals direkt eingegangen wird. Es wird einfach nur immer wiederholt, dass da ein Problem sein muss. Man darf da auch nicht anderer Meinung sein, da das Ganze zu einer Art Weltanschauung geworden ist, sonst wird man sofort als "unkritisch", "Fanboy" oder "Schönredner" verunglimpft. Mit anderen Worten, es ist gar nicht mehr möglich, die Sache als technisches Problem zu diskutieren, ohne sich gleichzeitig von der einen wie von der anderen Fraktion vereinnahmt zu werden. Eine logische Erklärung des Sachverhalts wird als "Erklärungsversuch" diskreditiert. Man macht sich gar nicht mal mehr die Mühe, einen Fehler in der Erklärung zu finden, oder sie zu widerlegen.
Rolf, es geht mir nicht darum, irgendjemandes Zweifel auszuräumen, oder irgendjemanden von irgendetwas zu überzeugen. Ich sage einfach, wie es ist. Da muss man nichts glauben. Entweder die Fakten überzeugen, oder sie überzeugen nicht. Woran jemand dann letztendlich glaubt, oder was für eine Erklärung er sich daraus zusammenbastelt, darauf habe ich keinen Einfluss. Wenn Du oder irgendjemand sonst glaubt, dass der Sensor ein Problem hat, dann ist das sein gutes Recht. Für mich ist das allerdings aus obengenannten Gründen nicht schlüssig. Es tut mir schrecklich leid, wenn meine Sicht der Dinge nicht in die gegenwärtige Forenstimmung passt, aber da kann ich auch nichts machen.
Hallo Sabine - es gibt (leider) eine Möglichkeit, um den Magenta-Sticj auch bei reinen JPG´s out of the Cam zu bekommen. Dafür benötigt man eine durchgehende graue Fläche (helleres Grau), im Bild dürfen keine anderen kräftigen Farben vorkommen, erst Recht kein Weiss. Am PC-Monitor wird man tatsächlich einen leichten Magenta-Stich in der grauen Fläche sehen, welcher auch mittels der Photoshop-Pipette gemessen werden kann.
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Ob´s der WB ist, welcher hier einen falschen Weisspunkt liefert oder doch der Sensor?
Was möchtest Du denn glauben?
Durch speziellen oder auch zufälligen Weißabgleich kann man so ziemlich jeden Farbstich produzieren, rosa eingeschlossen.
So, und jetzt sind wir an dem Punkt, an dem wir von jedem fehlerhaften Weißabgleich auf einen Kamera- oder Sensorfehler schließen können. Was kommt wohl als nächstes? Aber das könnt ihr unter euch ausdiskutieren, mir wird das jetzt endgültig zu absurd.