AW: Sigma 17-70, als immerdrauf statt des 17-40
Seit gestern kann ich auch was zu dem Thema beitragen.
Ich habe nämlich mir das Sigma 17-70 gekauft, weil mir mein 17-40 "oben" einfach zu kurz war, um als Immerdrauf an der Cam zu hängen.
Insbesondere bei nicht genau definierten Fotozielen wie z.B. Spaziergängen hat mir da immer noch etwas gefehlt.
Ich habe es dann natürlich auch aus einer gewissen Skepsis gegen APC-Objektiven heraus gleich mal auf dem Balkon gegen das 17-40 antreten lassen
Dort habe ich eine Backsteinmauer mit vielen unterschiedlich großen oder kleinen Kieselsteinen darin. Ideal für einen Test dachte ich.
Na ja, bei der ersten Testreihe war ich schlampig und hatte die Kamera nicht gerade ausgerichtet. Also noch einmal, diesmal mit Zollstock.
Zunächst einmal war das sehr aufschlußreich.
Das Sigma vignettiert bei 17mm und offener Blende leicht, aber nur in den äußeren Ecken. Nach meiner Erfahrung genauso wie zu analogen Zeiten mit 2.8er Zooms im Weitwinkel bei 28 mm. Ab f 4 ist das nicht mehr sichtbar.
Beim Sigma ist bei 17 mm etwas mehr drauf, als beim 17-40 bei 17 mm (ich packe jetzt mal nicht für alles Beispielbilder hier rein, das wird zuviel und wäre mir jetzt zu zeitaufwendig), ich sage mal ca. 1/2 Ziegelstein Unterschied.
Bei der Schärfe ist bei offener Blende und 17 mm zum Rand hin ein Abfall zu erkennen (bei den Mauerbildern), in der Praxis fiel das nicht so sehr auf. Hier ist halt der Tribut an das APC-Format gerechnete Objektiv zu entrichten, beim 17-40 fällt das am Crop 1.6 nicht ins Gewicht. Auch hier war es zu analogen Zeiten mit vergleichbaren Objektiven nicht anders. Follformat Linsen haben an Crop-Kameras diesbezüglich ihre Vorteile. Ab f 4 ist das bei meinem Sigma schon nicht mehr das Thema. Beim Schärfevergleich brauchte sich das Sigma hinter den Canon (ab f4, offener geht ja beim 17-40 nicht) nicht zu verstecken das 17-40 ist bei meinen Exemplaren nicht schärfer. Evtl. würde ich Unterschiede in der 100%-Ansicht oder höher finden, die Arbeit habe ich mir aber nicht gemacht, weil für mich nicht praxisrelevant (obwohl ich später da gelegentlich doch bei dem einen oder anderen Bild die100%-Ansicht betrachtet habe).
Bezüglich der Verzeichnung gibt es ebenfalls Unterschiede, das Sigma verzeichnet bei 17 mm deutlicher als das Canon 17-40, was natürlich bei beiden Objektiven an solch einem Motiv sehr deutlich auffällt. In der Praxis ist das aber viel weniger relavant, sofern man nicht ständig Architektur fotografiert.
Die Verzeichnung ist aber gut mit PTLens in den Griff zu kriegen:
Vor PTLens:
Nach PTLens:
Die Wände sind übrigens wirklich teilweise so schief...
Nach eingehendem Studium der Testaufnahmen kam mir dann doch nach heftigen Überlegungen (behalte ich es, behalte ich es nicht...) der Gedanke, das solche Mauerfotos auch nicht das Richtige sind. Hat man ernste zweifel oder genauer gesagt den Verdacht da stimmt was nicht, ist das als erster Test nicht verkehrt. Man darf sich dann aber von so einer Mauer nicht verwirren lassen.
An mancher Stelle sind nämlich die Kieselsteine anders verteilt, hier mal weniger oder nur glatter Putz, dort mal mehr und größere Steine usw. . Da kam ich doch schnell mal auf's Glatteis, dachte ich doch hier und da, da wäre eine ungleichmäßige Schärfe oder schlechte Zentrierung. Dem war aber nicht so (obwohl ja heute im digitalen Zeitalter nicht so abwegig) nach eingehender Betrachtung unter Berücksichtigung dieser Aspekte.
Letztendlich bin ich dann einfach in den Garten und habe Fotos unter den Praxisbedingungen meiner fotografischen Gewohnheiten gemacht und danach die Bilder beurteilt. Natürlich habe ich mir diese praxisfremd auch in der 100%-Ansicht angeschaut aber auch im DIN A 4 Format ausgedruckt.
Am Ende bin ich zu der Entscheidung gekommen, das Sigma als Immerdrauf zu behalten, es verdrängt erst mal das Canon 17-40 in die Fototasche. Nach ein paar Monaten und nach der Photokina werde ich entscheiden, ob ich das 17-40 verkaufe. Noch lieber wäre mir natürlich ein 16-80, wie es von Sony Ende des Jahres kommt, man ist ja "nie" zufrieden (zumindesten im digitalen Zeitalter, früher hatte ich meine Linsen bis zu 12 Jahre im Gebrauch ohne Wunsch nach etwas anderem und da will ich wieder hin

).
Das tamron 17-50 war auch für mich eine Alternative, zumal ich beste Erfahrungen mit meinem früheren Tamron 2.8/28-75 hatte, das war seit digital meine schärfste Linse schon bei offener Blende. Ich hätte aber am Ende mit 50 mm nicht viel gegenüber meinem 17-40 gewonnen.
Ach ja, die Makrofunktion des Sigma hat mir auch sehr gefallen, unterwegs als Alternative zum echten Makro, wenn man es nicht dabei hat, mehr als ein Kompromiß.
Nachfolgend noch ein paar Bildchen als Beispiele für das Sigma (!! Achtung, ziemlich groß):
3,3 MB, Makrofunktion:
04769_17-70.jpg
4,5 MB:
04772_17-70.jpg
2,5 MB:
04773_17-70.jpg
7,8 MB, Mauerfoto mit 70 mm:
sigma17-70_1489.jpg
Ach so, die Bilder wurden alle in RAW fotografiert, in RSP entwickelt (Schärfe 0), in der Bildverarbeitung lediglich Tonwertkorrektur. Bei RSP erfolgt allerdings schon in Stellung 0 eine gewisse Grundschärfung im Gegensatz zu anderen Konvertern. Da dies aber mein persönlicher Workflow ist, kann ich natürlich nur so einen Vergleich anstellen. Wer will, kann von mir jpg's aus dem Canon Konverter in unbearbeiteter Form haben, ein fach ne kurze Nachricht an mich. Kann aber etwas dauern, bin getz wech und morgen muß ich meinen kranken Sohnemann betreuen. Wenn er nicht wieder fit und damit frech ist ;-) und zwischendurch mal schläft, schicke ich was auf die Reise.