Ich muss bei LR mich also neben der umständlichen lahmen Importfunktion (im Vergleich zum Windows-Explorer) damit herumplagen, auch noch jedes Foto mit mehreren Stichwörtern versehen um eine komfortable Suche zu gewährleisten. Ehrlich, finde ich ja bewundernswert, soviel Arbeit in die Datenbank zu stecken aber da würde mir nach dem Urlaub schon die Lust vergehen überhaupt damit anzufangen 500 Fotos derartig zu administrieren. Da gehen ja Stunden oder Tage drauf. Und für was ? Um einmal im Jahr eine kombinierte Suche nach "Tante Erna, Hamburg, Orchidee, 2013-2015" durchführen zu können ? Sorry, solche Datenbankabfragen kann ich nun zwar theoretisch durchführen, aber wie oft brauch ich die Suche nach Tante Erna als sie in Hamburg war und vielleicht noch eine Orchidee im Bild war, aus den Jahren 2013-2015 ? Ich zumindest nie. Für solch komplexen Abfragen musst du jedes Bild mit diversen Schlagwörtern versehen damit das überhaupt funktioniert. Wird vielleicht mal interessant, wenn Bilder mittels KI automatisch mit Schlagwörtern versehen werden, die Technologie dazu steht ja schon in den Startlöchern. Muss man aber abwarten und genau aufpassen, was dann von diesen Informationen wieder ungefragt bei irgendwelchen Datenkraken landet.
Und in Ordnern der letzten 15 Jahre zu suchen ist nicht sonderlich aufwendig. Ich such ja was bestimmtes, Ort, Region, oder von mir aus auch Bergblumen.
Ort, Region steht normalerweise schon im Ordnername. Sagen wir Südtirol. Wenn ich jetzt nur ungefähr das Jahr weiß, irgend um 2010 rum muss ich in vielleicht in 3-4 Ordner reinschauen. Südtirol taucht dort vielleicht einmal auf, ich mach ja nicht ständig Urlaub
Und die Blümchen in Südtirol sehe ich auf einen Schlag in der Kachelvorschau im Explorer.
Klar, wenn ich jetzt unbedingt alle Fotos der letzten 20 Jahre meiner Tochter suchen will wird es eine langwierige Suche. Da bist du dann mit der Datenbank schneller - zumindest vordergründig, denn die Zeit um alle Bilder der Tochter vorher irgendwann zu verschlagworten, musst du nämlich auch dazurechnen. Das rechnet sich wohl erst wenn du ständig solche Suchen durchführst. Nur, wie oft macht man das im echten Leben ? Eigentlich ist es ja sogar spannender, wie früher in den Fotoalben (heute Verzeichnissenl herumzublättern, da taucht dann gerne mal das eine oder andere Foto auf was man so gar nicht mehr auf dem Zettel hatte und bei ständigem Einsatz der Datenbank evtl ganz untergeht, weil es nicht die richtigen Schlagwörter hat.
Und natürlich bin ich davon abhängig. Macht ja nur Sinn das im Sinne von Oli Kahn "weiter, immer weiter" zu führen, ich mach mir doch nicht für 15 Jahre die Arbeit und höre dann im 16.Jahr auf - um die Arbeit der letzten 15 Jahre ad absurdum zu führen. Und wenn ich anfange damit auch Raw's zu entwickeln oder auch Jpg's zu bearbeiten, ist die Abhängigkeit komplett, da alle Bearbeitungen in der Datenbank üblicherweise non-destruktiv gespeichert sind.
Das diese Abhängigkeit besteht, sieht man doch an diesen regelmäßig wiederkehrenden Threads, der Titel dieses Threads hier ist doch bezeichnend - gefangen im Lightroom-System. Viele Leute setzen Lightroom eben nicht auf eine wie bei mir wohlsortierte Verzeichnisstruktur auf, sondern kaufen die Software in dem Irrglauben, die Software erledigt das für sie nun.
Klar, man kommt aus den Lightroom-Zwängen wieder raus, aber je länger du dabei bist desto mehr wirst du den Schritt scheuen, weil es mit viel Arbeit verbunden ist. Oder weil du auch gar nicht so den Durchblick hast wie man das auf Dateiebene umsetzt. Und es widerstrebt mir total irgendwelchen Firmen mit meinem monatlichen Mietpreis die Lizenz zum Gelddrucken zu liefern.