Eine Kamera ist in erster Linie ein Werkzeug zum Bildermachen.
Bei vielen Antworten hier - auch bei deinen - hat man aber den Eindruck, eine neue Kamera müsste vor allem messtechnisch was hermachen. Alles muss sie besser können als die anderen. Du wirst mir sicher zustimmen, dass es noch nie so einfach war, auf höchstem technischen Niveau Fotos zu machen. Es gibt doch mittlerweile einen hohen Sättigungsgrad. Was bitteschön, braucht man denn noch? 50 MP? Wohl kaum, welches Objektiv kann die auflösen?
Den super-duper AF? Wer fotografiert ständig Kolibris im Flug?
Die meisten "features" überfordern doch 80% der normalen Knipser. Für den Alltag des Ottonormalknipsers reichen 8-10 MP und eine Vollautomatik sowie ein "immer-drauf"-Zoom (Kein Wunder, dass in Foren so oft danach gefragt wird).
Die sog. fortgeschrittenen Knipser wollen aber - metaphorisch gesehen - den Ferrari als Fotoapparat, dessen Leistungsfähigkeit mühelos überprüft werden kann, dank EXIF, hochauflösender Monitore etc. Leider vergessen solche Typen meist, wofür so eine Kamera eigentlich gedacht war, zum Bilder machen nämlich (oder fahren mit ihrem Ferrari dann doch nur zum ALDI, einkaufen) ; und dafür braucht es nicht das Über-Produkt, was alle anderen in den Schatten stellt. Kommt eine neue Kamera raus, reicht es doch, wenn sie in den Bereichen besser ist, in denen die Vorgängerkamera vielleicht geschwächelt hat - und das scheint mir doch bei der M3 gegeben zu sein. Canon muss doch nicht jedesmal das Rad neu erfinden (gleiches gilt natürlich auch für die anderen Firmen).