AW: E-500,
Guenter H. schrieb:
Hallo Cepha,
ich habe es aufgegeben, ihn verstehen zu wollen oder gar seine Argumentation nachvollziehen zu können.
Er konstruiert ein Problem aus der Freistellmöglichkeit der 4/3-Optiken, schlägt daraus den Bogen zu ISO und Optik-Lichtstaerke, attestiert den kleineren Sensorformaten geringere Lichtempfindlichkeiten und vergisst dabei den Bezug zur Praxis wie auch zu den physikalischen Grundlagen.
Das Ganze ist mir irgendwie suspekt, ich kann mit solcher Argumentation nichts anfangen. Weder in der Theorie, noch in der Praxis.
Gruesse
Guenter
Die Theorie stimmt schon prinzipiell, nur spielt es halt meiner Ansicht nach in der Praxis selten eine Rolle, solnage man nicht in den Grenzbereichen, die derzeit für viele das Canon "Vollformat" System markiert, fotografiert.
Im übrigen steht in meinen aten Fotobüchern fast immer, dass das tolle am Kleinbild (aus damaliger Sicht ja das kleinste Format) eben die große Schärfentiefe sei. Scheinbar fand man es damals nicht so toll, wenn die available light Aufnahmen grundsätzlich eine winzige Schärfentiefe hatten.
Dass man damit nicht gut genug freistellen könnte habe ich allerdings noch nie gelesen und damals haben die Leute eher mit einem 135/3,5 fotografiert (zumindest die in meinen Büchern) als mit einem 135/2,0.
(vielleicht lese ich auch die falschen Bücher und ein Großbildfotograf hätte zu seiner Zeit gesagt, dass ihm die riesige Schärfentiefe von Kleinbild ein einziges Greuel sei?)
Heute erwartet man vom Kleinbildformat Mittelformatqualität und von 4/3 und APS-C Kleinbildqualität, daher betrachtet man auch entsprechende Vergrößerungen und muss deswegen auch die Schärfentiefeansprüche entsprechend anpassen. (1/30mm große z-Kreise akzeptiert heute bei Kleinbildsensoren niemand mehr als scharf)
Kurz und gut, -ich- bin mit dem Freistellungsvermögen von 4/3 zufrieden (und auch mit der größeren Schärfentiefe in der generellen Fotografie) auch wenn mir natürlich sehr wohl bewust ist, dass ich nicht solche Bilder wie mit einer 5D + 85/1,2 machen kann.
Von daher finde ich es seltsam, dass mir nun einer einreden will, dass dies für mich gefälligst etwas negatives sein soll und mich der kleine "WinzigSensor" mit dem brut... (ups, das war ein anderer) gefälligst zu limitieren hat, weil er das so berechnet hat.
Ich hab auch schon mit APS-C und mit Kleinbild (analog) fotografiert und ich vermisse rein garnichts. (außer der Suchergröße meiner Kleinbildkamera, die 10D war beim Sucher auch nicht besser als die E-1, Theorie hin oder her)
Sogar mit dem 2/3" Sensor meiner F717 lässt sich so einiges anfangen, mit einem Wechselbajonett sicherlich noch mehr.
mfg
PS: Diese "je größer desto besser" Fraktion muss es doch irgendwie frustrieren, dass für 99% aller Leute spätestens bei 36mmx24mm Sensoren das Ende erreicht ist und einem die noch größeren Sensoren (was man mit denen alles machen könnte, schließlich ist größer doch besser!) verwehrt bleiben.
Wenn mir dann aber einer erzählt, dass 36mmx24mm genau der perfekte Kompromiss ist, dann frage ich mich, warum dieser perfekte Kompromiss bei mir nicht bei fourthirds oder APS-C sein darf?
Und schlußendlich muss man auch noch Oskar Barnack gratulieren, der damals vor ~100 Jahren durchs Zusammenfügen von zwei Bildern eines Kinofilmstreifens (weil ihm die damalige(!) Film(!)qualität von 24mmx18mm nicht ausgereicht hat) schon genau die optimale Größe von digitalen Sensoren des 21. Jahrhunderts gefunden hat. Was für ein Visionär!
mfg