Hi,
Ich finde das das "Motiv" selber natürlich auch wichtig ist aber eben auch das "aussenrum" was nutz ein Scharfes Foto das irdendwie nichts aussagt eben keinen "Charme" hat.
Ein 'scharfes' Foto macht nicht automatisch ein gutes Foto - es gibt 'Wischer', bei denen nichts scharf ist und die trotzdem sehr gut sein können.
Bei der entsprechenden fotografischen 'Absicht' ist es allerdings wichtig, dass ein Foto an den bildrelevanten Stellen scharf ist.
Zu einem guten Foto gehört noch wesentlich mehr als Schärfe:
Bildkomposition, Hintergrund/stimmiges Umfeld, Licht, Farben, Perspektive etc.
eine "freigestellte" superscharfe Meise supertoll nachbearbeitet hat einfach nicht diese Wirkung finde Ich.es ist halt ne Meise fertig.
Für mich kommt es ganz darauf an, wie natürlich es wirkt - wir reden hier selbstverständlich von 'Naturfotografie'.
Eine Meise im Herbstlicht wo an braunen Laub turnt wirkt da für Mich wieder anders.
So ein Bild kann durchaus auch perfekt sein, es ist aber ein schwieriges Motiv.
So verschieden sind die Geschmäcker.
... und Geschmack kommt natürlich auch noch hinzu.
Wobei man da auch zwischen den Geschmäckern eines fotografisch geschulten Auges und dem eines Laien unterscheiden sollte - wenn man über fotografische Qualität spricht.
Manchmal sind auch die Aufnahmebedingungen so schlecht oder das Tier so scheu, dass man froh ist, überhaupt etwas auf dem Bild zu erkennen bzw. das Tier entsprechend anzusprechen.
Andererseits gibt es perfekte Aufnahmen, die ich auch nicht mehr schön finde. Es gibt Bilder, die sind zu perfekt, unnatürlich.
Man kann Aufmahmebedingungen natürlich mit berücksichtigen, diese machen ein Bild für mich aber nicht besser oder schlechter, höchtens 'respektabler'.
Auch wenn ich persönlich unter widrigsten Bedingungen ein sensationelles Motiv schlecht fotografieren würde, Ihr bekämt es hier im Forum nicht zu sehen.
Ich habe kürzlich mit einem Ornithologen, der selber fotografiert, darüber diskutiert.
Er hat mal eine Aufnahme eines Eisvogels gesehen, im selben Revier aufgenommen, in dem ich meine Eisvogelbilder gemacht habe.
Der Typ hat offenbar mit einem 5.6/800L und mehreren Blitzen das Tier regelrecht "erlegt"! Das Bild war RASIERMESSERSCHARF, von allen Seiten ausgeleuchtet - aber sah offenbar aus wie aus dem Studio, völlig unnatürlich.
Es kann auch zu perfekt aufgenommen sein - das ist aber wohl eher die Ausnahme
Es kommt immer auf die Intension an:
Was sollte mit diesem perfekten Eisvogelbild erreicht werden?
Vielleicht war es für die Licher Werbung?

Vielleicht wollte es der Auftraggeber genau so?
Ich persönlich finde, unter dem Aspekt der
Naturfotografie, ein derart ausgeleuchtetes Bild auch nicht perfekt, da eben nicht mehr
natürlich aussieht.
Und genau in Letzterem liegt FÜR MICH der Anspruch in der Naturfotografie allgemein:
Ein sehr gutes Bild sollte den gewünschten Bildeindruck (technisch) perfekt transportieren ohne dabei unnatürlich zu wirken.
Und geht es nicht in erster Linie darum, dass wir ein Hobby betreiben, das uns Freude macht?
Das lässt sich doch ganz gut mit einem gewissen fotografischen Anspruch kombinieren - der natürlich sehr verschieden sein kann...
Grüsse
Wahrmut, der auch mal wieder ein paar Vogelbilder bearbeiten muss, um hier nicht ständig OT zu sein.
