Fotoenthusiast,
"... Ich persönlich benutze dann, wenn keine riesigen Druckgrössen gefragt sind, und wenn draussen die Sonne scheint bei Sujets die keine besondere Kamerageschwindigkeit (in jeder Hinsicht) erfordern lieber eine SD oder DP Kamera, ebenso bei Twilight Aufnahmen vom Stativ, da hier meiner ganz eigenen und nicht objektiv belegbaren Meinung nach Foveon Kameras einen Look zaubern, der sich, egal wie extensiv die EBV betrieben wird, stark und für mich postiv von jeder Bayer Kamera abhebt. "
Man kann doch, wenn man im RAW fotografiert, bei den Sigma Kameras in SPP die "Doppelte Größe" für große bis riesige Drucke ausnutzen; es geht doch sehr gut in sehr gute Qualität
Das ist jetzt wieder Ansichts- und Geschmackssache, ob man mit der Ausgabe-Qualität der Funktion "doppelte Grösse" zufrieden ist.
Ich selber empfinde rein subjektiv, dass diese Ausgabe ein wenig besser ist, als das bikubisch-schärfer Vergrössern um 200% in Photoshop CS5.
Bei der maximalen Druckgrösse bei 300dpi von Sigma Files, welche noch mit dem kleinen Sensor erstellt wurden, also ca. 22x14 cm, ist auch die doppelte Grösse nicht sehr gross.
Jetzt mag man sagen: Naja, mit steigender Druckgrösse steigt ja auch der Betrachtungsabstand, und in 1m Abstand löst das menschliche Auge eh nur noch maximal 100dpi auf, also wozu grössere Grössen bei 300dpi. Aber das bleibt dann doch immer dem Auftraggeber überlassen, wie gross in welcher Auflösung er Bilder gedruckt haben möchte. Im Normalfall benutze ich deshalb eine digitale Mittelformat mit hoher Auflösung. Und ein Kunde wollte auch schon ein Mal ein Bild von mir in 10m x 6m drucken- er wollte das Bild so hoch aufgelöst haben, dass Menschen, die ca. 1m vor dem Bild stehen immernoch glauben, sie schauen durch ein Fenster "in die Wirklichkeit", und nicht ein Bild an. Hier mussten wir dann mit der Druckerei einen Mittelweg bei ca. 120dpi finden, und ich erstellte mit der Mittelformatkamera eine Panorama-Aufnahme zur Erhöhung der Filegrösse aus insgesamt 120 Einzelaufnahmen in 4 Reihen.
Ich persönlich glaube, dass etwas Auflösungsreserve nie schlecht ist. Und die Bilder der SD1 haben diese Reserve nativ eigentlich nun eh schon, mit 15 Millionen Pixeln in der Fläche. Möchte man noch grössere Bilder, empfehle ich den schwach geschärften 16-Bit TIFF Export in ProPhotoRGB in nativer Grösse, und eine Vergrösserung des Bildes mit PERFECT RESIZE 7 von OnOne Software. Die Ausgabe-Ergebnisse sind denen von Photoshop und SPP sichtbar überlegen. Bei 200% Vergrösserungen mag der Unterschied noch klein sein, spätestens darüber aber sieht man schon, was mit Photoshop oder PR7 vergrössert wurde. Und noch etwas: Spätestens wenn es an das Vergrössern geht, ist es unerlässlich dass das Bild vorher bereits optisch richtig scharf war. Um so weniger "Matsch" entsteht beim Vergrössern. Hier liegt, meiner ganz eigenen persönlichen Meinung nach, eine grosse Stärke von Foveon Kameras. Ein sauberes, gut belichtetes, gut fokussiertes Low-ISO Bild, entstanden z.B. mit einer SD14 und einem Sigma 70mm f2.8 EX DG Makro Objektiv, sah nach einer Vergrösserung, damals noch mit Genuine Fractals 6, bei 12 Megapixel immernoch sauberer, detailreicher und schärfer aus, als Bilder in nativer Grösse aus einer Sony Alpha 700 mit ähnlich gutem Objektiv, und beide Kameras sind etwa gleich alt gewesen. Das extrem niedrige Grundrauschen bei niedrigen ISO des Foveon, welches sogar schwächer ist als das Grundrauschen meiner Mittelformat, zahlt sich hier ganz besonders aus. Das war jetzt nicht nur unbedingt nur mein subjektiver Eindruck, sondern das empfanden ca. 2 von 3 Betrachtern ebenso. Es kann natürlich sein dass alle blind waren- mich eingeschlossen. Aber grundsätzlich empfinde ich das Vergrösserungspotential von Foveon Bildern, bei denen bei der fotografischen Aufnahme alles richtig gemacht wurde, als deutlich grösser, ca. doppelt so gross, als bei anderen Kameras. In Zahlen: Während ich eine 400% Vergrösserung eines Sigma Bildes häufig noch als akzeptabel empfinde, ist für meinen Geschmack bei anderen Kameras bei 200% die Grenze erreicht, jeweils bei Anwendung der gleichen Vergrösserungssoftware. Aber auch hier gilt: Das muss jeder für sich beurteilen, und ist nur für meine Augen und meinen Geschmack gültig, nicht allgemein.