Habe mir nochmal darüber Gedanken gemacht ...
Was macht nun der Anwender eines "normalen" Statives (also nicht besonders abgedichtet) in solchen extremen Fällen
bzw. Wie kann man da praktisch weiterhelfen ?
- er könnte die Beinrohre regelmäßig abwischen, da der Feinstaub nicht einfach so in die Verschlüsse eindringt, sondern beim Zusammenschieben hineingezogen wird (ähnlich wie bei naß gewordenen Zoomobjektiven, die nicht extra abgedichtet sind)
- er öffnet die Verschlüsse wirklich nur maximal 1/4 Umdrehung; mehr hilft nicht, wie schon mehrfach geschrieben, gleiten die Carbonrohre beim Triopod nämlich immer etwas ruckelig (temperaturunabhängig); da hilft es auch nicht, die Verschlüsse komplett zu öffnen und dem Feinstaub durch den vergrößerten Spalt so noch mehr Zugang zu gewähren (Alternative: die Alu-Ausführung hat das kaum, gleitet daher auch selbstständig beim Verlängern mit der Schwerkraft nach unten und verführt daher weniger zum kompletten Aufdrehen der Verschlüsse; die Carbonbeine leider nicht; wäre auch billiger, aber eben auch 300 g schwerer)
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Was aber machen bloß die Fotografen, die zwar die Marke Gitzo lieben, aber sich nicht immer gleich wieder das Neueste kaufen wollen / können (die Stative werden ja von Gitzo erst nach und nach auf die neuen G-Lock-Verschlüsse umgestellt, zuletzt ja 2015 die Traveller-Serie - ein Neukauf des gesamten Statives ist dann aber wohl angesagt ...?)
Mit den "alten" Verschlüssen hatten Gitzobesitzer nämlich auch ähnliche Probleme
http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/811779-post6.html
Gitzo lösst sich die neuen Verschlüsse ja auch gut bezahlen (ich meine jetzt G-Lock, noch nicht mal das nochmal teurere Ocean-Lock).
Gitzo schreibt auch, dass die G-Lock-Verschlüsse das Eindringen "vermindern", aber nicht verhindern:
Es gibt ja mehrere Ausführungen dazu, anscheinend je nach Preislage der Stativserie. Zum G-Lock-Ultra-Bauprinzip (Mountainer-Stativserie) schreibt Gitzo:
"G-Lock Ultra: ... Das G-Lock System wurde komplett überarbeitet. G-Lock Ultra eröffnet neue Dimensionen in Bezug auf Ergonomie und Widerstandsfähigkeit: es ermöglicht eine fließendere, weichere Bedienung und
verringert das Eindringen von Staub ins Stativ."
Hier schreibt z.B. jemand einen Erfahrungsbericht zum guten (aber eben auch nicht gerade billigen) Traveller, dass er nach komplizierteren Wandertouren das Stativ trotz G-Lock trotzdem zerlegt, säubert usw.
http://romanburri-naturfotografie.ch/stativ-test-gitzo-2545-traveler/
(Textstelle kurz über dem Fazit)
Das Fotografenleben bleibt also weiterhin beschwerlich ...
Jeder muss eben abwägen, wie oft er das Feature braucht (oder er nutzt ein Holzstativ mit der offenen Konstruktionsweise der Beine und braucht sich um solche Sachen überhaupt keine Gedanken machen).
Zumindest in
heimischen Gefilden ohne aktive Vulkane scheint mir das beim Triopod jedenfalls trotzdem weniger das Problem zu sein (habe die Stativserie seit etwa 2008).
M. Lindner