AW: Leica M9 ???
Ich weiß nicht, wieso man es dauernd wiederholen muss ... hier geht es nicht um Ikonenverehrung oder Esoterik oder ähnliches - hier geht es ganz einfach um
unterschiedliche Systeme
und damit auch um
unterschiedliches Fotografierverhalten.
Und das ganz unabhängig von der Bildqualität, die die jeweilige Kamera bietet.
Da nun Leica (leider) aktuell als einzige Firma digitale Messsucherkameras anbietet, liegt eben dort der Fokus.
Gruß
numeric
ach?
Zur Erinnerung noch einmal das Eingangsposting des TO, welches ein wenig aus dem Blickfeld diverser Kombattanten geraten zu sein scheint:
Hallo liebe Forum-Gemeinde!
Selbst auf die Gefahr hin eine ewige Diskussion nochmal loszubrechen:
Soll ich eine Leica M9 kaufen oder nicht?
Wenn ich theoretisch bereit wäre diese Menge Geld auszugeben, dann:
- könnte ich mir eine Canon 7D/5DMkII/1DmkIV mit GUTEN Objektiven
oder
- Nikon D700 oder gar D3(x) inkl. Objektiven kaufen
oder gibts sonst noch Vorschläge?
Ich fotografiere seit vielen Jahren (derzeit Oly E-3;35-100/f2.0; 7-14/4.0;50/2.0) - vor kurzem hatte ich die Gelegenheit mit einer Leica "zu spielen":
-Leica M9 inkl. Noctilux 50mm/0,95 UND Summilux-M 1:1.4/21mm ASPH.
(5500€+8000€+5000€=18 500 € !!!!!!!!)
was soll ich sagen - die Bilder sind irgendwie "brillianter"
Ich suche:
- BEST-mögliche Bildqualität
- hohe Lichtstärke (high-ISO hat mich bei der M9 NICHT überzeugt)
Was sagt ihr dazu? - Bin für alle Ideen und Gedanken dankbar!
Liebe Grüße
Ronald
PS: ich würde natürlich mit einer M9 und "billigen" Leica-Optiken einsteigen!
Wo war im Eingangsposting doch gleich als KRITERIUM eine Meßsucherkamera erwähnt?
Richtig: Nirgendwo.
der TO wollte maximale BILDQUALITÄT.
Und die vermutete er bei leica.
DA Leica im KB-bereich nur noch die M hat, kommen andere Systeme nicht (mehr) in Betracht.
Dass Leica Objektivmäßig in vielen Bereichen überlegen ist, stimmte vor 10-20 JAhren auch noch größtenteils.
Überdies ließ man sich ja auch im (ebenfalls verschlafenen) Zombereich von seiten leicas damals in den 70ern gerne Minoltarechnungen liefern, die dann eine Roten Punkt bekamen. Oder auch mal Schneider-Kreuznach (TS 28mm) .
Was den vielen Leicabesitzern, die zunächst nur ihre alten R-Optiken an Canons nutzen wollten, inzwischen mit größtem Erstaunen zur kenntnis genommen haben und daher nach und nach gute Originaloptiken zukauften.
Inzwischen haben aber die üblichen Verdächtigen wie O, C,N ihre Hausaufgaben auch im Objektivbereich gründlich gemacht.
Wem es auf das Bild-ENDERGEBNIS ankommt, der sollte auch das Gesamtsystem und nicht nur die Optiken ins Kalkül ziehen.
Was sicher ist: leica stellt keine einzige Gurke her. Was ebenso stimmt: Im entsprechenden, vergleichbaren Preissegment die Marktführer ebenfalls nicht. Daß man die Kitobjektive der Konsumklasse angesichts der minimalen Preise fairerweise natürlich aussen vorlassen sollte, sollte Konsens sein.
Ich habe neulich mein Apo 2,8/280 plus Apo 1,4 Konverter (Letzter Listen-Neupreis zusammen rund 13.000 Euro) mit dem 5,6/400 von Canon kurz verglichen.
Ich war mir (auch angesichts des Preisverhältnisses von über 1:8 !!! ) absolut sicher, einen klaren Vorteil und damit ein Argument für das Beibehalten des Apos für spezielle Anwendungen zu erhalten. Dem war aber nicht so. Eine ziemliche Überraschung für mich.
Auch im WW und SWW Bereich (der letzten bis vor kurzem noch verbliebenen Domäne vermeintlicher Leicaüberlegenheit) macht man so seine positiven Überraschungen: DAs Nikkor 14-24 ist ein ganz hervorragendes WW-Zoom, das Canon 14mm II ist ganz ausgezeichnet und steht dem 15mm Aspherical nicht nach, die neuen TS/E II 17 und 24mm sind absolute Sahne. Selbst das 4/70-200 Zoom hat eine atembaraubende Abbildungsleistung. Übrigens gab es schon in den 70er Jahren ein sensationelles Micro-Nikkor 105mm. Das kann man immer noch an eine Nikon ansetzen und manuell damit Fotografieren.
MAn muss also keineswegs das System von DSLR auf Meßsucher wechseln, um eine spitzenmäßige Abbildungsqualität zu bekommen (die leicaobjektive zeifellos haben - aber mittlerweile eben auch andere Original-Anbieter sowie Drittanbieter wie Zeiss mit den 18 und 21 mm WW etc.)
Fakt ist, daß die erreichbaren Bildergebnisse mit den verschiedenen Systemen (entsprechend vergleichbare Investitionen und auch Preisklassen vorausgesetzt) sich asymptotisch nähern und somit die tatsächlich faßbaren Unterschiede marginalisieren.
Dazu gibt es reichlich Threads von besitzern der leicaoptiken:
gerade eben wieder einer, den man insbesondeer auf Seite 2 mal in Ruhe lesen sollte:
http://www.l-camera-forum.com/leica...a-m8/150676-ich-habs-versucht-canon-5dii.html
In dem Thread wird das wieder einmal bestätigt - und zwar von Leuten, die M- system und DSLRs parallel nutzen und sehr gut wissen, wovon sie reden...
Was bleibt, ist einzig die Frage, ob das Meßsuchersystem für den To de gewünschte "Weiterrentwicklung" ermöglicht bzw. optimal fördert.
Das kann er nur durch tests herausfinden. Und das kann ihm Niemand abnehmen. Punkt.
Also: Mieten/leihen, (und zwar nicht nur leica M, sondern auch top-Optiken der Original-und Drittanbieter) , ausprobieren und dann nach guter und reiflicher Überlegung für einen Systemwechsel oder dagegen entscheiden.
Und einfach eine Liste mit Pro/Contra aufstellen.
Und sich dann nach getroffener Entscheidung hoffentlich freuen, daß er sich (egal, welche Entscheidung er traf) nicht getäuscht hat.
Und solche postings hier:
https://www.dslr-forum.de/showpost.php?p=7462431&postcount=166
helfen ihm bestimmt nicht weiter. der betreffende User hat es vermutlich nett gemeint, aber inhaltlich hat das keine Substanz, weil es nix leicaspezifisches ist, sondern allgemeine Aussagen seiner persönlichen Einstellung zur Fotografie darstellen, die für meinen persönlichen Gschmack recht Leica-Überhöhend und geschwurbelt daherkommen und diese daher alles andere als hilfreich sind.
Mein persönlicher Ratschlag in Bezug auf die ursprüngliche, oben vollständig und korrekt wiedergegebene Frage des TO daher:
Die E3 ist sicherlich eine gute Kamera, die Olympus Optiken ebenfalls.
Falls mehr Rauschfreiheit und mehr Auflösung gefragt ist:
Nikon oder Canon mit ihren Systemen sowie daraus einige der ausgezeichneten Optiken.
Die nutzbaren ISO-Empfindlichkeiten sind sensationell, die Auflösung ebenfalls und die vielen wirklich sinnvollen und das Fotografenleben befreienden und erleichternden Features kann man entweder abschalten oder sinnvoll nutzen - wie bei jeder Kamera.
Die D700 und die 5DII sind sicherlich beide unglaublich gute Kameras. jede hat ihre eigenen Vorteile und stärken, Schwächen hat keine von beiden.
Die Bedienkonzepte unterscheiden sich, daher sollte man beide Kameras wie immer ausgiebig testen, bevor man eine Systementscheidung trifft. Zufrieden wird man hinsichtlich der erzielbaren Bildqualität bei Einsatz der jeweiligen Oberlasseobjektive jedoch mit beiden sein. Ganz sicher.
Viel Spaß
Gruß
MF