Sonic320cdi
Themenersteller
Ich weiss nicht ob es hier schonmal so einen Thread gab... Mit Sicherheit gabs schon einen, aber ich finde grade nichts mit der Suche, und das Thema bleibt anscheinend immer Jung

Wird die Menschheit immer egoistischer und gemeinschaftsfeindlicher?
...und dazu immer dümmer und gleichzeitig großkotziger?
Diese oder eine so ähnliche Frage stelle ich mir fast täglich wenn ich hier durch die "Community" streife.
Jeder Knipsamateur hält sich anscheinend für den ultimativen Künstler, ist davon überzeugt, dass seine Bilder mind. Millionen wert sind, und ist natürlich auch so belesen im "Copyright", dass er jeden bis aufs letzte Hemd vor Gericht strippen lassen wird, der es wagt mit der im Forum eingestellten Briefmarke, auf welcher auch noch ein Wasserzeichen klebt, welches mind. 2/3 vom Bild verdeckt, mehr zu machen, als nur brav anschauen und der künstlerischen Leistung huldigen - und wenns nur das private speichern ist.
Ich mache mir über diese Sache in der Szene, schon länger Gedanken...
...und mir ist aufgefallen, dass es sich nicht um ein Szenephänomen handelt, sondern anscheinend zumindest in der deutschen Gesellschaft immer mehr zur gängigen Praxis wird.
Meine Theorie dazu:
Mir kommt es so vor als bestünde die Gesellschaft zunehmend aus eher unzufriedenen Menschen... Nicht wirklich unglücklich, aber eben so irgendwie gefangen im schnöden Alltag des irrdischen Jammertals. Man ist einer von vielen, nicht berühmt, nicht bekannt, eben Hinz oder Kunz.
Jetzt hat man aber mal mitbekommen, das Fotografie ja irgendwie Kunst zu sein scheint... Und Künstler - hoho - die stechen ja aus der Masse heraus... Und beim Fotografieren ist ja auch der Vorteil, das man augenscheinlich nicht Jahrelang rumpinseln muss, oder mühsam ein Instrument lernen muss, sondern man latscht zu Mediamarkt, kauft sich ne DSLR, packt die aus, Batterien rein und - jupheidi- man macht KUNST!!! Sobald der Anfänger dann aber zum ambitionierten Amateur wird, dann gibts kein halten mehr... Jetzt hat er sogar noch etwas technik gelernt, ist also ein wirklich einzigartiger Künstler!
Und dann gehts los... Au weia... Jetzt hatter aufgeschnappt, das Fotos Geld wert sind. ...haben se zumindest bei Barbara Salesch gesagt, denn da wurde einer verklagt weil er Fotos aus dem Internet downgeloadet und weiterverwendet hat! ...da war doch was! Richtig, Copyright! Ohh gott, schnell schnell auf alle Bilder ein riesiges Wasserzeichen mit nem (C) und Namen und allem möglichen drauf!!! Man muss sein Eigentum ja schützen!!! Und dann muss man möglichst überall noch verkünden, das man das Copyright an den Bildern hat, und wehe jemand macht was mit denen ungefragt! Man kanns natürlich kaufen - aber billig wird das selbstverständlich nicht, ist ja große Kunst!
Jetzt ist man plötzlich wer! Nicht nur Heinz Kunze, der jeden Tag an seinen Büroarbeitplatz dackelt, Abends heimkommt, und sich mit der Ehegattin ne Seifenoper im Fernsehen ansieht. Jetzt ist man Künstler, und kann das im Internet auch aller Welt zeigen - ob die das sehen will oder nicht ist dabei völlig egal
Leute die Bilder unter CC stellen werden als verrückt tituliert, und wenn irgendwo einer Auftaucht, und ein nettes Bild in guter Auflösung frei gibt, dann kommen Profis wie Amateure
D) aus den Löchern geschossen, und echauffieren sich, dass solche Leute die Marktpreise kaputt machen 
Für mich ist das eine Art von spießigem Kleinbürgertum. Da wird der Garten vor der Reihenbude jahrelang bis zur Perfektion gepflegt aber damit einem ja niemand etwas wegkuckt (vorallem nicht der blöde Nachbar), muss man einen 3 meter Sichtschutz hochziehen mit 100 Schildern á la "Warnung vor dem Hunde / der Katze / der Schildkröte".
Irgendwie scheinen wir zunehmend Dinge zu brauchen die einem ganz gaaaaanz alleine gehören, und die einem keiner nehmen kann... Aber irgendwie ist das auch nur dann wirklich gut, wenn ich alle wissen lassen, das es uns ganz alleine gehört, und wehe die anderen wollen davon was abhaben - dann wird der jüngste Tag eingeläutet!
Der Witz an der Sache ist aber das eigentliche Halbwissen (was essentiell für die Sache zu sein scheint).
Tausende Fotoknipser reden täglich von Urheberrecht, und vorallem von Copyright, aber die wenigsten wissen überhaupt was das ist, haben den Schmöker schonmal durchgelesen, oder kennen auch nur wenigstens grob den Inhalt.
Den Unterschied zwischen nem Lichtbild und nem Lichtbildwerk kennt auch keiner, und Copyright und Urheberrecht sind ja ein und dasselbe, gelten aber erst wenn mans groß zum Bild dazuschreibt
Alles was man anscheinend wissen muss: "Ich hab das Copyright oder Urheberrecht an meinen Fotos, und das bedeutet es ist ausnahmslos mein Eigentum, und wenn jemand sich das Bild runterläd, dann werd ich reich, und der verliert alles!!!"
...ich find das irgendwie schrecklich...
Um gleich einigen Anfeindungen vorzubeugen:
Ja, ich Fotografiere für Geld. Ja, ich muss von diesem Geld leben.
Ich halte das aber so: Auftragsarbeiten, bzw. Fotografische Arbeiten im Rahmen meiner Anstellung kosten Geld, und die Bilder gehen an den Auftraggeber, und sonst an niemanden.
Besonders gute Bilder aus der "privaten" Arbeit, bzw aus privaten fotografischen Anstregungen, landen, wenn sie inhaltlich passen in den Stocks, und werden dann aber auch niergends sonst ausgestellt.
Der Rest ist mein Hobby, und meine persönliche Freude, und ich erlaube eigentlich jedem sie frei zu verwenden, solange er damit nicht noch Geld machen will. Ausser bei meinen Bildern in den CC von Wikipedia schreib ich das aber seltenst dazu, denn ich will irgendwie doch gefragt werden... Das ist wohl mein kleiner Teil des Spießbürgertums, denn ich will irgendwie schon wissen, wer da mit meinen Bildern handtiert... Nein gesagt habe ich allerdings bisher noch nie


Wird die Menschheit immer egoistischer und gemeinschaftsfeindlicher?
...und dazu immer dümmer und gleichzeitig großkotziger?
Diese oder eine so ähnliche Frage stelle ich mir fast täglich wenn ich hier durch die "Community" streife.
Jeder Knipsamateur hält sich anscheinend für den ultimativen Künstler, ist davon überzeugt, dass seine Bilder mind. Millionen wert sind, und ist natürlich auch so belesen im "Copyright", dass er jeden bis aufs letzte Hemd vor Gericht strippen lassen wird, der es wagt mit der im Forum eingestellten Briefmarke, auf welcher auch noch ein Wasserzeichen klebt, welches mind. 2/3 vom Bild verdeckt, mehr zu machen, als nur brav anschauen und der künstlerischen Leistung huldigen - und wenns nur das private speichern ist.
Ich mache mir über diese Sache in der Szene, schon länger Gedanken...
...und mir ist aufgefallen, dass es sich nicht um ein Szenephänomen handelt, sondern anscheinend zumindest in der deutschen Gesellschaft immer mehr zur gängigen Praxis wird.
Meine Theorie dazu:
Mir kommt es so vor als bestünde die Gesellschaft zunehmend aus eher unzufriedenen Menschen... Nicht wirklich unglücklich, aber eben so irgendwie gefangen im schnöden Alltag des irrdischen Jammertals. Man ist einer von vielen, nicht berühmt, nicht bekannt, eben Hinz oder Kunz.
Jetzt hat man aber mal mitbekommen, das Fotografie ja irgendwie Kunst zu sein scheint... Und Künstler - hoho - die stechen ja aus der Masse heraus... Und beim Fotografieren ist ja auch der Vorteil, das man augenscheinlich nicht Jahrelang rumpinseln muss, oder mühsam ein Instrument lernen muss, sondern man latscht zu Mediamarkt, kauft sich ne DSLR, packt die aus, Batterien rein und - jupheidi- man macht KUNST!!! Sobald der Anfänger dann aber zum ambitionierten Amateur wird, dann gibts kein halten mehr... Jetzt hat er sogar noch etwas technik gelernt, ist also ein wirklich einzigartiger Künstler!
Und dann gehts los... Au weia... Jetzt hatter aufgeschnappt, das Fotos Geld wert sind. ...haben se zumindest bei Barbara Salesch gesagt, denn da wurde einer verklagt weil er Fotos aus dem Internet downgeloadet und weiterverwendet hat! ...da war doch was! Richtig, Copyright! Ohh gott, schnell schnell auf alle Bilder ein riesiges Wasserzeichen mit nem (C) und Namen und allem möglichen drauf!!! Man muss sein Eigentum ja schützen!!! Und dann muss man möglichst überall noch verkünden, das man das Copyright an den Bildern hat, und wehe jemand macht was mit denen ungefragt! Man kanns natürlich kaufen - aber billig wird das selbstverständlich nicht, ist ja große Kunst!
Jetzt ist man plötzlich wer! Nicht nur Heinz Kunze, der jeden Tag an seinen Büroarbeitplatz dackelt, Abends heimkommt, und sich mit der Ehegattin ne Seifenoper im Fernsehen ansieht. Jetzt ist man Künstler, und kann das im Internet auch aller Welt zeigen - ob die das sehen will oder nicht ist dabei völlig egal

Leute die Bilder unter CC stellen werden als verrückt tituliert, und wenn irgendwo einer Auftaucht, und ein nettes Bild in guter Auflösung frei gibt, dann kommen Profis wie Amateure


Für mich ist das eine Art von spießigem Kleinbürgertum. Da wird der Garten vor der Reihenbude jahrelang bis zur Perfektion gepflegt aber damit einem ja niemand etwas wegkuckt (vorallem nicht der blöde Nachbar), muss man einen 3 meter Sichtschutz hochziehen mit 100 Schildern á la "Warnung vor dem Hunde / der Katze / der Schildkröte".
Irgendwie scheinen wir zunehmend Dinge zu brauchen die einem ganz gaaaaanz alleine gehören, und die einem keiner nehmen kann... Aber irgendwie ist das auch nur dann wirklich gut, wenn ich alle wissen lassen, das es uns ganz alleine gehört, und wehe die anderen wollen davon was abhaben - dann wird der jüngste Tag eingeläutet!
Der Witz an der Sache ist aber das eigentliche Halbwissen (was essentiell für die Sache zu sein scheint).
Tausende Fotoknipser reden täglich von Urheberrecht, und vorallem von Copyright, aber die wenigsten wissen überhaupt was das ist, haben den Schmöker schonmal durchgelesen, oder kennen auch nur wenigstens grob den Inhalt.
Den Unterschied zwischen nem Lichtbild und nem Lichtbildwerk kennt auch keiner, und Copyright und Urheberrecht sind ja ein und dasselbe, gelten aber erst wenn mans groß zum Bild dazuschreibt

Alles was man anscheinend wissen muss: "Ich hab das Copyright oder Urheberrecht an meinen Fotos, und das bedeutet es ist ausnahmslos mein Eigentum, und wenn jemand sich das Bild runterläd, dann werd ich reich, und der verliert alles!!!"
...ich find das irgendwie schrecklich...
Um gleich einigen Anfeindungen vorzubeugen:
Ja, ich Fotografiere für Geld. Ja, ich muss von diesem Geld leben.
Ich halte das aber so: Auftragsarbeiten, bzw. Fotografische Arbeiten im Rahmen meiner Anstellung kosten Geld, und die Bilder gehen an den Auftraggeber, und sonst an niemanden.
Besonders gute Bilder aus der "privaten" Arbeit, bzw aus privaten fotografischen Anstregungen, landen, wenn sie inhaltlich passen in den Stocks, und werden dann aber auch niergends sonst ausgestellt.
Der Rest ist mein Hobby, und meine persönliche Freude, und ich erlaube eigentlich jedem sie frei zu verwenden, solange er damit nicht noch Geld machen will. Ausser bei meinen Bildern in den CC von Wikipedia schreib ich das aber seltenst dazu, denn ich will irgendwie doch gefragt werden... Das ist wohl mein kleiner Teil des Spießbürgertums, denn ich will irgendwie schon wissen, wer da mit meinen Bildern handtiert... Nein gesagt habe ich allerdings bisher noch nie
