Es gibt ja auch nichts besseres im Netz. Irgendein Russe hat mal echte Dynamik-Analysen geliefert, ich bringe aber den Link nicht mehr her.Cephalotus schrieb:Aber man kann doch die Werte von RAW bei "optimaler" ACR "Entwicklung" verwenden...
Wie gesgat, so recht weiß ich auch nicht, was ich von diesen Dynamiktests halten soll, aber ich wüsste jetzt auch nichts besseres im Netz zu finden...
Aber nochmal der Kernpunkt, den Du ja sehr gut kennst: Dynamikumfang erfordert eine Betrachtung von Pixelkapazität und Ausleserauschen. Den Dynamikumfang un Unkenntnis dieser Sensor-Kenndaten zu testen, erfordert zumindest eine Signal-zu-Rausch-Analyse. Die Darstellung einer Gradationskurve wie bei Phils Review würde ja z.B. in den Schatten immer dann weicher auslaufen und damit eine höhere Dynamik imitieren, wenn die Kamera mehr Rauschen in den Schatten bietet. Dies hat Phil zwar im Ansatz erkannt, aber bei der Bestimmung seiner Zahlenwerte (Dynmaik = x EV) dennoch ignoriert. Die Behauptung, dass der Dynamikumfang bei ISO-1600 nur um knapp über eine Blendenstufe gegenüber der Dynamik bei ISO-100 abfällt, ist einfach lächerlich. Immerhin kommen bei ISO-1600 selbst unter Annahme eines ideal rauschfreien Signalverstärkers gerade mal 6,3% der maximal nutzbaren Ladungstrennungen auf einem Einzelpixel zustande. Also selbst wenn das Ausleserauschen bei ISO-1600 in keinster Weise zunähme, muss der Dynamikbereich um 4 EV sinken.
Da Phil durch Mittelwertbildung über Graupatches arbeitet, wird erst mal rechnerisch ein "Software-Binning" vollzogen, welches das Rauschen stark unterdrückt. Die scheinbar willkürliche Grenzwertdefinition anhand eines "Schwarzpunktes von 2" (2 von 255) kann also bei starkem Noise in größere Bereiche fortgeführt werden oder bei schwachem Noise früher unterschritten werden. Das alternative Abbruchkriterium nach einem "predefined Signal-to-Noise-Ratio" wäre an sich wichtiger, ist aber nicht klar formuliert, zudem wird dieser Parameter durch Kamera-internes Weichspülen der D200 in die Irre geleitet.
Wie kann ACR-best so viel Dynamik-headroom erzeugen, wo doch 1. die Pixelintensitäten bei Digitalkameras in den Lichtern bekanntlich abrupt ausbrennen? Die Lösung: Noise ist hier paradoxerweise hilfreich, da ACR-Raw anhand der Mittelung der Patches trotz Ausbrennens vieler Pixel immer noch anhand der Zahl der verbleibenden nicht-saturierten Pixel eine Scheingradierung herzaubern kann. Noch viel extremer gilt gleiches in den Schatten, in denen ACR-best sogar noch zwei oder mehr Blendenstufen hervorzaubern will - und hierfür freilich das Rauschen als Streuung um einen nur immer flacher auslaufenden Mittelwert nutzt, um die Gradierung scheinbar flacher auslaufen zu lassen. Nach ACR-best ergeben sich damit über 10 Blendenstufen an Dynamik. Ja, diese Dynamik existiert wirklich, aber eben nur über gemittelte Flächen, deren Größe das, was wir an durchzeichneter Detailstruktur gerne noch sehen und erkennen würden, wohl weit übersteigt.