122 Parlamentsgebäude in Tbilissi
Man kann noch das Emblem am Giebel erkennen, wo sich früher Stern, Hammer und Sichel befanden.
Seit Januar 2019 werden hier wieder Parlamentssitzungen abgehalten, nachdem das Parlament 2012 unter Saakaschwili nach Kutaissi, der zweitgrößten Stadt Georgiens, verlegt worden war. Diese Entscheidung war damals sehr umstritten wg. mangelnder Effizienz. Dass sie zurückgenommen wurde, hat allerdings vermutlich mehr mit der Feindschaft des "Georgischen Traums" (mit dem Strippenzieher und Oligarchen Iwanischwili im Hintergrund) gegenüber dem United National Movement (ehem. Saakaschwilis Partei) zu tun gehabt. So gibt es Bauvorhaben wie die neue Philharmonie oder die Umgehungsstrecke für den Eisenbahngüterverkehr, die nahezu fertig sind und nun seit Jahren vor sich hinrotten - aus keinem ersichtlichen Grund außer dem, dass diese Projekte von Saakaschwilis Regierung(en) vorangetrieben worden waren.
Links der Mitte findet sich ein Denkmal zur Erinnerung an den 9. April 1991, als sowjetische Soldaten Demonstranten mit Spaten und Giftgas umbrachten. Es wurden rund 20 Menschen getötet und Hunderte verletzt. (Meine Frau wäre auch umgekommen, wenn nicht jemand Sie aus ihrer Schockstarre gelöst und hinter eine niedrige Mauer geworfen hätte, die sich gegenüber dem Parlament befand.)
Später wurde das Parlament, in dem sich der erste Präsident, der Nationalist Gamsachurdia mit seinen Anhängern verschanzte, vom schräg gegenüber gelegenen Gebäude beschossen; heute befindet sich dort das Hotel Marriott. Dieses Haus war noch bis Anfang der 2000er eine ausgebrannte Ruine. Nachdem der Präsident geflohen war, übernahmen drei Mafiosi und Tbilissi verwandelte sich in eine hungrige Räuberhöhle.