Das von Dir genannte Soligor kenne ich leider nicht, aber für alle 17/19-35 gilt das sicher nicht.
Das 17-35 von Sigma zumindest kann auch bei f8 weder am kurzen noch am langen Ende mit dem 17-40 mithalten. Das Tamron soll da besser sein.
Also ich kann jetzt über das Soligor 19-35 und das Tamron 17-35 eine persönliche Aussage treffen.
Bevor ich meine 5D I kaufte, bat ich meinen Kollegen (Besitzer einer 5D I), einen Vergleich des Soligor mit dem 17-40L durchzuführen. Quasi als Test, ob meine Rechnung mit dem bereits vorhandenen UWW aufgeht.
Ab Blende 8 war das Soligor von der Schärfe her vollkommen gleichwertig. Es fiel noch die etwas wellenförmige Verzeichnung auf, was mich aber wie gesagt bei Landschaftsaufnahmen überhaupt nicht stört.
Zwischenzeitlich habe ich mir das Tamron 17-35 zugelegt, das Soligor hatte in den vielen Jahren (gleich zu Beginn mit meiner Analog-EOS gekauft), mechanisch schon arg gelitten.
Das Tamron ist bei 17mm mit Vorsicht zu genießen, da wird es in den Ecken auch bei F8 noch knapp. Allerdings ab 19-20mm wird es mit den Ecken erheblich besser und am oberen Ende bei 35mm ist es mehr oder weniger offenblendentauglich.
Über das Tokina 19-35 habe ich schon öfters gute Berichte gelesen, aber leider keine eigenen Erfahrungen.
Ich gebe zu, diese Linsen sind nur für solche Leute, welche ihr UWW maßgeblich wie folgt einsetzen:
- im Außenbereich, wo es weniger auf gerade Linien bis in die Ecken ankommt
- bei ausreichend Licht, sodass F8 im Normalfall kein Problem darstellt
Wenn aber diese Gegebenheiten so wie bei mir zutreffen (fast nur Landschaft), dann kann man für sehr wenig Geld sehr gut damit leben.
Übrigens, auch bei Architektur-Außenaufnahmen ist das 17-35 sehr gut geeignet, wenn man wie folgt vorgeht: Um stürzende Linien bestmöglich zu vermeiden, nehme ich Gebäude häufig so auf, dass ich die Kamera hochkant und gerade halte, dadurch jede Menge Boden vor mir ablichte. Es bringt aber allemal ein besseres Ergebnis, wenn ich den unteren Teil dann abschneide, bevor ich mir mit EBV die Linien gerade ziehe. Dieses Vorgehen hat folgenden positiven Nebeneffekt. Der untere Gebäudeteil befindet sich so weit in der Bildmitte, dass die Eckenschwäche gar nicht zum Tragen kommen kann. Im oberen Teil, wo ich den Bildkreis bis zum Rand nutze, liegt in den meisten Fällen in den äußersten Ecken nur Himmel, also auch unkritisch.
Erwin