Dennoch ändert das ja nichts an der Tatsache, dass selbst ein perfekt vorgenommener Weißabgleich bei blauem Himmel Farbreflexionen in den Schnee zaubert.
Nur ist es so, dass unser Gehirn das im Alltagsleben in der Wahrnehmung "rausrechnet" - Schatten erscheinen uns so eher schwarz oder grau als bläulich...
Eine Kamera widerspiegelt die Dinge anders als die Kombination menschliches Auge/Gehirn.
Und wenn wir den Menschen als das Maß aller Dinge nehmen, kommen wir nicht umhin, die Darstellung einer Kamera per Bildbearbeitung an die Gepflogenheiten der menschlichen Wahrnehmung anzupassen.
Dabei ist sowohl eine gut kalibrierte Technik gefragt als auch entsprechendes Feingefühl des Bearbeiters - denn die beste Technik nützt dann nichts, wenn der Mensch, der damit arbeiten muss, weder über einen fotografischen Blick noch über entsprechende Erfahrungen mit Farbstimmungen in der Natur verfügt.
Das kann man aber lernen, indem man sich dafür sensibilisiert und in freier Natur lernt, genau hinzuschauen und ein Gefühl für das richtige Maß zu entwickeln.
Ein allzu technisches Herangehen sehe ich mit der Gefahr verbunden, dass man dabei den Blick für die Einzigartigkeit der Natur verliert, weil man nur darauf fixiert ist, alles mit Gewalt zu "neutralisieren".
Das Paradebeispiel ist der romantische Sonnenuntergang, "technisch" korrigiert über eine Weißabgleichsscheibe.
LG Steffen
Der Fotograf von heute wird vor die Entscheidung gestellt, ob er nur technisch abbilden will oder ob er aus der Erinnerung gestalten will. Letzteres ist mit der Malerei verwandt, subjektiver - und ein gänzlich anderes Herangehen.