Nachdem ich hier viel im Vorfeld gelesen und profitiert habe, möchte ich nun meinen eigenen Beitrag leisten.
Vorab: Ich habe nichts valide getestet, meine Schilderungen sind nicht systematisch und ich beziehe mich nur auf einige Aspekte, die für mich relevant sind. Der folgende Vergleich mag an einigen Stellen hinken. Wem das alles zu unprofessionell oder anspruchslos ist, liest vielleicht besser nicht weiter, manch einem könnte es jedoch einige Anhaltspunkte liefern.
Ich vergleiche meine alte DSLR-Immerdrauf-Kombi 5D Mark II + 24-105 L mit meiner neuen Oly OM-D E-M5 zusammen mit Lumix 12-35 bzw. m.Zuiko 12-50. Dabei gehe ich davon aus, dass Lumix und m.Zuiko auf f/4 bzw. f/5,6 abgeblendet werden und das 24-105 L auf f/8.
Thema Handling:
Der Hauptgrund für meinen Systemwechsel war und ist das für mich viel zu hohe Gewicht, welches ich auf teilweise komplizierten Reisen (z.T. alleine unterwegs) mit mir rumschleppte. Da ist meine mFT-Kombi ein wahrer Segen. Allerdings muss ich mich noch an die "Fummeligkeit" der OM-D gewöhnen. Manchmal "vergreife" ich mich, die großzügige Anordnung der 5D und anderer KB-Kameras ist mir noch in Fleisch und Blut.
Thema Haptik:
Die OM-D fühlt sich genau so wertig an wie die DSLR, da sehe ich keinen Unterschied. Das Lumix kann in dieser Beziehung mit L-Linsen konkurrieren, das 12-50 fühlt sich "billiger" an, macht aber keinen schlecht verarbeiteten Eindruck. Zudem ist es abgedichtet.
Thema Bildschärfe :
Im Folgenden beziehe ich mich auf die Bildschärfe von in ACR entwickelten RAWs bei 100%-Ansicht.
Die "Pixelschärfe" der mFT-Kombi ist bei identischen Schärfungsparametern in ACR der der DSLR-Kombi überlegen. Das entspricht meiner alten 5D, die auch ein Schärfemonster auf Pixelbasis war. Das sind nicht Welten, aber doch wahrnehmbare Unterschiede.
Insbesondere punktet das Lumix klar gegen das 24-105 L und zwar an den Rändern, wo das 24-105 L Probleme bekommt. Zwar ist auch das 12-35 an den extremen Rändern und in den Ecken leicht schwächer als im sagenhaft scharfen Zentrum, aber der Unterschied ist längst nicht so groß wie bei meinem durchaus guten (!) 24-105 L.
Das m.Zuiko leistet das, was man bei einem Kitpreis von 200,- von ihm erwarten darf. Es ist im Zentrum sehr schön scharf, aber an den Rändern dann doch spürbar schlechter als 24-105 und vor allem 12-35. (Für mich ist das 12-50 das ideale Video-Objektiv, nur dafür wollte ich es haben.)
Thema Auflösung:
Dass der Sensor der DSLR höher auflöst als der der Olympus, sieht man in der 100%-Ansicht. Man erkennt es z.B. bei Grasflächen, wo die Olympus nicht ganz so fein differenziert wie die Mark II. Allerdings ist der Unterschied nicht besonders hoch, die Oly ist in der Beziehung z.B. besser als meine "Alt-Kameras", als da wären 20D (kein Wunder), K10D, 40D, 50D, 7D (bin ich mir nicht mehr so sicher).
Thema Rauschen:
Da ich ein klassischer "Schönwetter-Knipser" bin (in den Ländern, in denen ich unterwegs bin, ist meistens von morgens bis abends mehr Licht vorhanden, als mir lieb ist), interessieren mich Dinge wie High-ISO Performance nicht die Bohne. Ich vergleiche die Mark II bei meiner "Arbeits-ISO 100" mit ISO 200 bei der Oly (ist die niedrigste Stufe). Für mich sieht das so aus, dass die Mark II nur marginale Vorteile in den Schatten hat, was ich erstaunlich finde. Dass die 5D Mark II extrem rauscharm ist, ist ein Märchen (das war nicht einmal die 5D, die von manchen als "Rauschwunder" hochstilisiert wurde) oder zumindest viel zu undifferenziert. Die Low-ISO Performance der 5D Mark II lässt durchaus Wünsche offen, insofern hält die Oly insgesamt sehr gut mit. Ein für mich immer unerklärliches Phänomen, nämlich, dass der Bayer-Sensor im dunklen Himmelsblau häufig ein bei 100% wahrnehmbares Rauschen produziert, ist bei der Oly sogar eindeutig besser gelöst. Das (leichte) Rauschen im Himmel der Oly wirkt wesentlich feinkörniger und insgesamt homogener und unauffälliger als das der Mark II.
Thema Dynamik:
Da fehlen mir insgesamt noch Erfahrungswerte. Bei meinen bisherigen "Tests" (oder besser Beobachtungen) konnte ich keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Systemen feststellen. Mein "Lieblingstestmotiv", nämlich Schatten unter Bäumen mit Personen, die im hellen Sonnenlicht mit weißen T-Shirts auf dem Bild sind, ist mir in den letzten Tagen nicht untergekommen. Bezüglich auf den anderen "Klassiker" - weiße Wolken zusammen mit tiefen Gebäudeschatten - konnte ich keine Probleme bei der Oly feststellen. Das wird alles wunderbar in den Lichtern differenziert (kein Clipping) und in den Schatten gibt es auch keine Probleme mit Posterization, komplettem Absaufen oder Ähnlichem.
Thema Software:
Damit meine ich die Benutzerführung in den Menüs etc. Für mich war/ist es in beiden Systemen einfach sich zurecht zu finden. Vieles kennt man aus Erfahrung, völlig egal, ob in Canon-Schreibe oder bei Oly. Ärgerlich bei Oly finde ich die teils nachlässige Deutsch-Übersetzung ("Raum färben" anstatt "Farbraum" z.B.). Das finde ich peinlich und möchte es auch gerne dem Support mitteilen. Vielleicht sollte Oly da mal einen Praktikanten ransetzen, der der deutschen Sprache auch ohne Babelfish mächtig ist.
Thema Kosten:
Hochwertige mFT-Ausrüstung ist teuer. Meine avisierte mFT-Ausstattung liegt locker bei 4500,- EUR. Hochwertige DSLR-Ausrüstung, zu der ich meine ehemalige zähle, ist aber mindestens (!) ebenso teuer, wobei da noch extremere Preisauswüchse bei Speziallinsen zu beobachten sind. (Oder wie wär´s mit der Kombi Mark III + 24-70 II, die alleine die 5000,- EUR Schallmauer locker knackt?!
)
Gar nicht eingegangen bin ich auf Dinge wie Freistellung, Makro, Blitz, Tele, Video etc. Das liegt erst mal daran, dass ich von Oly bislang lediglich die zwei genannten Objektive habe. Das m.Zuiko 75-300 ist im Anmarsch, ebenso das m.Zuiko 45 1.8. Mit beiden Letzteren kann man im Hinblick auf Freistellung und Tele dann Aussagen treffen. Die Makro-Funktion des 12-50 habe ich noch nicht ausprobiert.
Außerdem habe ich noch nicht die Zeit gehabt diese Aspekte genauer zu prüfen. Sie haben für mich nicht Top-Priorität.
Fazit:
Für mich (!) war es unter den genannten Rahmenbedingungen der richtige Wechsel. Ich habe mir Kompaktheit gewünscht und bekommen. Meine neue Fototasche ist so klein...
Gleichzeitig war meine große Sorge, dass die Abstriche in der BQ zu gravierend sein würden, vollkommen unbegründet.
Objektiv betrachtet und ohne das mFT-System zu glorifizieren habe ich den Eindruck, dass da ganz mächtige Konkurrenz für die DSLRs heranwächst. Die OM-D spielt in einer Liga, die anspruchsvolle Amateure wie mich voll zufrieden stellt.
So, für´s Erste genug.
Beste Grüße
Dirk
Vorab: Ich habe nichts valide getestet, meine Schilderungen sind nicht systematisch und ich beziehe mich nur auf einige Aspekte, die für mich relevant sind. Der folgende Vergleich mag an einigen Stellen hinken. Wem das alles zu unprofessionell oder anspruchslos ist, liest vielleicht besser nicht weiter, manch einem könnte es jedoch einige Anhaltspunkte liefern.
Ich vergleiche meine alte DSLR-Immerdrauf-Kombi 5D Mark II + 24-105 L mit meiner neuen Oly OM-D E-M5 zusammen mit Lumix 12-35 bzw. m.Zuiko 12-50. Dabei gehe ich davon aus, dass Lumix und m.Zuiko auf f/4 bzw. f/5,6 abgeblendet werden und das 24-105 L auf f/8.
Thema Handling:
Der Hauptgrund für meinen Systemwechsel war und ist das für mich viel zu hohe Gewicht, welches ich auf teilweise komplizierten Reisen (z.T. alleine unterwegs) mit mir rumschleppte. Da ist meine mFT-Kombi ein wahrer Segen. Allerdings muss ich mich noch an die "Fummeligkeit" der OM-D gewöhnen. Manchmal "vergreife" ich mich, die großzügige Anordnung der 5D und anderer KB-Kameras ist mir noch in Fleisch und Blut.
Thema Haptik:
Die OM-D fühlt sich genau so wertig an wie die DSLR, da sehe ich keinen Unterschied. Das Lumix kann in dieser Beziehung mit L-Linsen konkurrieren, das 12-50 fühlt sich "billiger" an, macht aber keinen schlecht verarbeiteten Eindruck. Zudem ist es abgedichtet.
Thema Bildschärfe :
Im Folgenden beziehe ich mich auf die Bildschärfe von in ACR entwickelten RAWs bei 100%-Ansicht.
Die "Pixelschärfe" der mFT-Kombi ist bei identischen Schärfungsparametern in ACR der der DSLR-Kombi überlegen. Das entspricht meiner alten 5D, die auch ein Schärfemonster auf Pixelbasis war. Das sind nicht Welten, aber doch wahrnehmbare Unterschiede.
Insbesondere punktet das Lumix klar gegen das 24-105 L und zwar an den Rändern, wo das 24-105 L Probleme bekommt. Zwar ist auch das 12-35 an den extremen Rändern und in den Ecken leicht schwächer als im sagenhaft scharfen Zentrum, aber der Unterschied ist längst nicht so groß wie bei meinem durchaus guten (!) 24-105 L.
Das m.Zuiko leistet das, was man bei einem Kitpreis von 200,- von ihm erwarten darf. Es ist im Zentrum sehr schön scharf, aber an den Rändern dann doch spürbar schlechter als 24-105 und vor allem 12-35. (Für mich ist das 12-50 das ideale Video-Objektiv, nur dafür wollte ich es haben.)
Thema Auflösung:
Dass der Sensor der DSLR höher auflöst als der der Olympus, sieht man in der 100%-Ansicht. Man erkennt es z.B. bei Grasflächen, wo die Olympus nicht ganz so fein differenziert wie die Mark II. Allerdings ist der Unterschied nicht besonders hoch, die Oly ist in der Beziehung z.B. besser als meine "Alt-Kameras", als da wären 20D (kein Wunder), K10D, 40D, 50D, 7D (bin ich mir nicht mehr so sicher).
Thema Rauschen:
Da ich ein klassischer "Schönwetter-Knipser" bin (in den Ländern, in denen ich unterwegs bin, ist meistens von morgens bis abends mehr Licht vorhanden, als mir lieb ist), interessieren mich Dinge wie High-ISO Performance nicht die Bohne. Ich vergleiche die Mark II bei meiner "Arbeits-ISO 100" mit ISO 200 bei der Oly (ist die niedrigste Stufe). Für mich sieht das so aus, dass die Mark II nur marginale Vorteile in den Schatten hat, was ich erstaunlich finde. Dass die 5D Mark II extrem rauscharm ist, ist ein Märchen (das war nicht einmal die 5D, die von manchen als "Rauschwunder" hochstilisiert wurde) oder zumindest viel zu undifferenziert. Die Low-ISO Performance der 5D Mark II lässt durchaus Wünsche offen, insofern hält die Oly insgesamt sehr gut mit. Ein für mich immer unerklärliches Phänomen, nämlich, dass der Bayer-Sensor im dunklen Himmelsblau häufig ein bei 100% wahrnehmbares Rauschen produziert, ist bei der Oly sogar eindeutig besser gelöst. Das (leichte) Rauschen im Himmel der Oly wirkt wesentlich feinkörniger und insgesamt homogener und unauffälliger als das der Mark II.
Thema Dynamik:
Da fehlen mir insgesamt noch Erfahrungswerte. Bei meinen bisherigen "Tests" (oder besser Beobachtungen) konnte ich keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Systemen feststellen. Mein "Lieblingstestmotiv", nämlich Schatten unter Bäumen mit Personen, die im hellen Sonnenlicht mit weißen T-Shirts auf dem Bild sind, ist mir in den letzten Tagen nicht untergekommen. Bezüglich auf den anderen "Klassiker" - weiße Wolken zusammen mit tiefen Gebäudeschatten - konnte ich keine Probleme bei der Oly feststellen. Das wird alles wunderbar in den Lichtern differenziert (kein Clipping) und in den Schatten gibt es auch keine Probleme mit Posterization, komplettem Absaufen oder Ähnlichem.
Thema Software:
Damit meine ich die Benutzerführung in den Menüs etc. Für mich war/ist es in beiden Systemen einfach sich zurecht zu finden. Vieles kennt man aus Erfahrung, völlig egal, ob in Canon-Schreibe oder bei Oly. Ärgerlich bei Oly finde ich die teils nachlässige Deutsch-Übersetzung ("Raum färben" anstatt "Farbraum" z.B.). Das finde ich peinlich und möchte es auch gerne dem Support mitteilen. Vielleicht sollte Oly da mal einen Praktikanten ransetzen, der der deutschen Sprache auch ohne Babelfish mächtig ist.
Thema Kosten:
Hochwertige mFT-Ausrüstung ist teuer. Meine avisierte mFT-Ausstattung liegt locker bei 4500,- EUR. Hochwertige DSLR-Ausrüstung, zu der ich meine ehemalige zähle, ist aber mindestens (!) ebenso teuer, wobei da noch extremere Preisauswüchse bei Speziallinsen zu beobachten sind. (Oder wie wär´s mit der Kombi Mark III + 24-70 II, die alleine die 5000,- EUR Schallmauer locker knackt?!

Gar nicht eingegangen bin ich auf Dinge wie Freistellung, Makro, Blitz, Tele, Video etc. Das liegt erst mal daran, dass ich von Oly bislang lediglich die zwei genannten Objektive habe. Das m.Zuiko 75-300 ist im Anmarsch, ebenso das m.Zuiko 45 1.8. Mit beiden Letzteren kann man im Hinblick auf Freistellung und Tele dann Aussagen treffen. Die Makro-Funktion des 12-50 habe ich noch nicht ausprobiert.
Außerdem habe ich noch nicht die Zeit gehabt diese Aspekte genauer zu prüfen. Sie haben für mich nicht Top-Priorität.
Fazit:
Für mich (!) war es unter den genannten Rahmenbedingungen der richtige Wechsel. Ich habe mir Kompaktheit gewünscht und bekommen. Meine neue Fototasche ist so klein...
Gleichzeitig war meine große Sorge, dass die Abstriche in der BQ zu gravierend sein würden, vollkommen unbegründet.
Objektiv betrachtet und ohne das mFT-System zu glorifizieren habe ich den Eindruck, dass da ganz mächtige Konkurrenz für die DSLRs heranwächst. Die OM-D spielt in einer Liga, die anspruchsvolle Amateure wie mich voll zufrieden stellt.
So, für´s Erste genug.
Beste Grüße
Dirk
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