Ich habe selbst drei EF-S bzw. nur für APS-C geeignete Objektive. Ich gehe mit Dir absolut konform, dass der 30D-nachfolger sicher Crop 1.6 haben wird. Und bin auch ziemlich überzeugt, das es die nächsten 5 Jahre nicht auf dem Einsteigerlevel (3 und mögliche 4-stellige EOS) sondern auch "eins drüber" - sprich bei den 2-stelligen Canon EOS Crop 1.6 geben wird.
Trotzdem ist aus der Sicht mittelfristigen Werterhalts m.E. schon ein Fragezeichen bei nur Crop-tauglichen Objektiven angebracht.
Wenn es eines tages wirklich erschwingliche DSLR mit FF-Sensoren gibt, und APS_C nur noch am Einsteigerlevel, dann wird mit Sicherheit ein enormer Preisverfall bei den APS_C Objektiven eintreten. Der MArkt wird überschwemmt mit "unseren" APS-C-Linsen, die Einsteiegr-Kamera-Käufer wollen aber kein z.B. EF-S 17-55/2.8 selbst wenn es um 500 Euro verschleudert wird, sondern lieber ein 15-fach Superzoom, "mit viel Tele, bitte".
Wenn wir also mal wirklich davon ausgehen, dass EF-S in drei, vier Jahren langsam auslaufen würde, dann wäre, selbst wenn Deine schlimmsten Vermutungen zuträfen, der Wertverlust immer noch nicht so hoch, wie er bei den üblichen Gegenständen des heutigen Lebens ist (man denke mal nur an LCD-TV, Computer oder Auto).
Teilweise hört es sich hier so an, als ob Leute Objektive als Wertanlage kaufen. Wenn ich mit einem Objektiv drei, vier, fünf Jahre schöne Fotos mache, dann ist es doch auch egal, ob ich beim Verkauf 100 EUR weniger bekomme.
Was man bei aller EF-Beschränkung im Hoffen auf eine günstige FF-Cam nicht vergessen sollte: selbst wenn es irgendwann mal günstig Vollformat gibt - wer sagt eigentlich, dass Canon das Bajonett bis dahin nicht generell geändert hat??
Das von Dir gebrachte Beispiel Minolta ist deshab irrreführend, weil die Gebraucht-Preise für Minolta-Objektive erst dann und genau dann wieder angezogen haben, als klar war, dass Sony weitermachen wird und die Minolta-Objektive weiter passen. Ansonsten wären die preise spätestens jetzt auf Altglas-Niveau angelangt.
Wenn ich mich richtig erinnere, war eigentlich sofort klar, dass Sony weitermachen würde, wenngleich es die Alpha 100 zu diesem Zeitpunkt noch nicht gab.
Der Grund, warum die Preise in die Höhe gingen, war aber IMHO ein anderer: es gibt einfach sehr viele Leute, die eine stattliche Anzahl an Minolta-Objektiven und Zubehör noch aus der Analogzeit besitzen und diese sahen sich plötzlich dazu gezwungen zu handeln, wenn sie diese digital weiterbenutzen wollten.
Umgekehrt gab es auch viele, die eine D7D oder D5D hatten und dann aufgrund der Ungewissheit, welche Objektive es von Sony geben würde, ebenfalls zuschauen mussten, dass sie für ihre Cam noch das geeignete Objektiv bekommen. Und genauso wird es IMHO auch sein, falls Canon irgendwann mal EF-S "abkündigt". Man darf nicht vergessen, dass der Ausschnitt dieses Forums ja nicht die Wirklichkeit wiedergibt: viele sind nicht so wechselwütig und wollen ihre Kamera behalten, für die sie auch Objektive brauchen.
Insgesamt ist noch offen, ob die Entwicklung wirklich zu FF_DSLRs gehen wird und vor allem, wie schnell das geschehen wird. Ich stimme Dir aber voll und ganz zu, dass meghr als genug Zeit bleibt, um APS-C Objektiven noch viele fantastische Fotos zu machen.
So sehe ich das auch!
Eigentlich kommt man sehr gut ohne EF-S aus. Wenn man das Sigma 12-24 nimmt, hat man sogar UWW.
Das Problem ist, dass man dann schnell dazu neigt, Crop 1.6 als Kompromiss zu sehen und deutlich weniger Spaß hat, weil man beispielsweise kein Standardzoom mit vernünftiger Brennweite hat und immer wechseln muß (ich weiß, wovon ich spreche, wenngleich es bei mir auch nicht an der EF-S-Vermeidung liegt).
Gruß,
Jens