Ich feu mich schon über prositive Tests, wenn sie berechtigt sind! Aber ich habe mir angewöhnt, zwischen den Zeilen zu lesen. So hat die Pentax K10D letztes Jahr einen Test in CHIP-Foto-Video gewonnen. Aber eben ausdrücklich nur als "beste unter 1000-Euro-Kamera", womit die eigentliche Konkurrenz der K10, nämlich die semiprofessionellen Modelle von Canon und Nikon gar nicht in den Vergleich einbezogen wurde, sondern eben nur die Einstiegsmodelle dieser Marken. Da ist CHIP die Quadratur des Kreises gelungen: Pentax nicht abzuwerten und dennoch die großen Anzeigekunden Canon und Nikon nicht zu vergrätzen.
Naja, ohne jetzt diese unsäglichen Testzeitschriften in Schutz nehmen zu wollen, man muss mal folgendes bedenken... der unbedarfte Käufer einer Kamera schaut in so einen Test und weiss a priori nichts von unterschiedlichen Kameraklassen. Er will einfach nur für sein Geld eine möglichst gute Kamera. Da stört es dann auch nicht dass der Vergleich zwischen (z.B.) K10D und Eos 400D ein bisschen hinkt; wenn der Käufer ein Budget von 1000€ hat, dann stellt sich ihm nunmal die Frage, und eine 30D kommt ihm nicht in den Sinn weil sie nunmal mehr kostet. Das ist halt ein "pragmatischer" (versus "dogmatischer", aka Einteilung in Kameraklassen) Ansatz.
Auch sehr beliebt: Crossover-Tests von unterschiedlichen Systemen wie zB. Panasonic FZ50 und Pentax K100D direkt nebeneinander in derselben Zeitschrift (CHiP) aber mit unterschiedlichem Punktemuster und ausdrücklich nicht als Vergleichstest. Aber wenn am Ende die Bridgekamera 88 Punkte hat und die DSLR nur 78...
Da bewegen wir uns zwar jetzt schon deutlicher in den "Bullshit-Bereich"



Andere Tests sind offensichtlicher Unsinn. So zB. ein Test einer Sony R1 gegen eine Panasonic FZ30 von der Stiftung Warentest, bei der die Sony wegen BILDRAUSCHENS schlechter bewertet wurde, als die FZ30! Wohlgemerkt, die FZ30 war als "Rauschmonster" berüchtigt, alles über ISO200 war ungenießbar, während die R1 die einzige Bridge-Cam mit rauscharmem APS-C-Sensor war! Begründung der Stiftung damals: Man teste die Kameras in der Standard-Einstellung. Und da war bei der Pana die Rauschunterdrückung (und damit auch der Detailverlust im Bild) sehr hoch, während die Sony praktisch keine Rauschunterdrückung aktiviert hatte.
Nun sind wir endgültig im ungenießbaren Bereich gelandet, dazu fällt dem Advocatus Diaboli dann auch nichts mehr ein
