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Alt 09.02.2008, 23:14   #1
Steffen Rentsch
Super-Moderator
 
Registriert seit: 01.01.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 22.644
Ausrufezeichen Der Thread „Projekt Baustelle“ – Wir lernen Illustrieren

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Der Thread „Projekt Baustelle“ – Wir lernen Illustrieren
FAQ für Neuleser, Interessierte, still Mitübende und Lernwillige



Ergänzung durch nighthelper:
der Thread "Projekt Baustelle" mit zahlreichen Bildern befindet sich in der Galerie Industrie und Technik :
https://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=232088



Was will diese FAQ und was kann sie nicht sein?

Immer wieder klagen Neueinsteiger über die Unübersichtlichkeit und schiere Größe dieses schnell wachsenden Illustratoren-Workshops. Ich habe mir das Ziel gestellt, Euch etwas Orientierung zu geben, um den Einstieg zu erleichtern – das Lesen selbst kann ich Euch leider nicht abnehmen. Denn das wäre auch wirklich schade: es ist nämlich lehrreich, spannend und macht Spass...


Was ist eine Illustration?

Eine Illustration will Aufmerksamkeit erregen. Sie unterscheidet sich von der Fotografie durch ihre plakative, malerische und grafische Wirkung. Eine Illustration ist immer ein Kunstprodukt.
„Es muss künstlich aussehen! Es geht um das Entstehen lassen eines Konglomerates, welches den Eindruck vermitteln soll, dass es einen normalerweise nicht zusammen vorkommenden und daher Gegensätzlichen aber noch deutlich erkennbaren und, für sich betrachtet, innerhalb eines Ganzen wirkenden Mixtum compositum aus Foto, Gemälde, und Rendergrafik künstlerisch darstellt. Genau das erklärt auch den Inhalt dieser Gestaltung.“ (Zitat lichtgelb)

Warum illustrieren wir überhaupt?

Weil es Spass macht. Weil wir einen neuen künstlerischen Stil kreieren wollen, der sich absetzt von HDRI und DRI. Weil es gut und unverwechselbar aussehen soll.

Kann ich mich hier beteiligen?

Wenn Du die Grundzüge der EBV bereits kennst, Photoshop (ab CS aufwärts) oder andere ebenenfähige Bildbearbeitungsprogramme besitzt und beherrschst und vielleicht erste Erfahrungen in HDR/TM und DRI mit bringst, hast Du gute Voraussetzungen. Aber es gehört noch mehr dazu: Wir sind allesamt ziemlich beharrlich, zielstrebig, ehrgeizig und im Grunde genommen ziemlich durchgeknallt. Du musst also auch was vertragen können, nicht so schnell aufstecken und Dich in schwierigen Situationen auch mal durchbeißen können.

Warum gibt es keine einfache Anleitung und warum halten die Beteiligten ihr Wissen so geheim?

Weil es mit ungezählten Nächten emsigen Probierens hart an der Grenze des körperlichen Zusammenbruches erarbeitet wurde. Außerdem – so geheim ist es nun auch wieder nicht: Wer diesen Thread aufmerksam liest und seine Schlüsse zieht, kann heute die Grundfertigkeiten in einem Bruchteil der Zeit erlernen, die wir gebraucht haben. Allerdings gibt es noch einen weiteren Grund – und der wird vom Anfänger oft unterschätzt oder aber als „Ausrede der Profis“ missgedeutet: Es gibt keine generelle Anleitung, die für jedes Bild und alle Situationen gleichermaßen gültig und erfolgversprechend ist. Dazu ist diese „Veredelungstechnik“ viel zu komplex. Wenn hier dennoch einige Wege des Vorgehens genannt werden, so sollte man sich immer zweier Dinge bewusst sein: sie beziehen sich meist auf ein ganz bestimmtes Bild und können nicht wahllos verallgemeinert werden und sie sind eher grobe Anleitungen, die zu eher mittelprächtigen Resultaten führen werden, wenn man sie nicht selbst ausbaut und weiter entwickelt. Das Vorgehen ist bei jedem Bild etwas anders – dazu braucht es aufmerksame Analyse und flexibles Anpassen des Workflows. Ein anderer Aspekt, der oft vergessen wird: Viele Hinweise, die hier gegeben werden, sind außerordentlich subtil und erfordern Insiderwissen. Mancher Anfänger ist schlicht überfordert, die Hinweise zu verstehen oder auch nur als solche zu deuten.

Erste Schritte - Wie hat alles begonnen?

Mit Quellen in englischer Sprache, den Stichworten „Hammer“- „Gangster“ oder Dragan-Effekt und einem Link, den der Threadopener Udo Lehmann auf Seite 1 gepostet hat – und natürlich mit Bildern, die andere begeistert und inspiriert haben, sich selbst auf die Suche zu begeben und sich diesen Stil zu erarbeiten.

Wo stehen die entscheidenden Seiten für einen schnellen Einstieg?

Touché. Willst Du alles wissen, musst Du alles lesen oder zumindest selektiv lesen. Manchmal albern wir aber auch nur seitenlang rum oder erörtern tiefgründige Themen. Hilfreich für einen schnellen Einstieg sind u.a. die Seiten 1, 17 (Post 164) 21 (Post 210), 22 (Post 213), 25 (Post 249), 27 (Post 266), 28 (Post 273), 31 (Post 310), 32 (Post 315), 33 (Post 325 und 327), 39 (Post 381), 45 (Post 442), 58, 65 (Pseudodetails),68 (Post 673, 676), 77 (Post 762, 765, 767, 769), 81 (Post 808), 100 (Post 992), 115 (Post 1142, 1146, 1150), 119 (Post 1186) 156 (Post1557-Licht!), 160 (Post 1593-Vorabvisualisierung), 161 (Post 1602, 1608-Farbrekonstruktion)165 (Post 1643, 1644), 170 (Post 1700-Belichtung), 171 (Post 1705, 1708- Farbräume), 174 (Post 1738-Farbstiche), 178 (Post 1771-Beautyretusche), 191 (Post 1908-komplexe Filter), 195 (Post 1947-Bildvorbereitung), 197 (Post 1969-Ergänzung),
[Achtung Baustelle!]

Welche Grundvoraussetzungen sollte ein Bild erfüllen, damit man es gut illustrieren kann?

Man kann grundsätzlich alles illustrieren, was nicht bei drei auf den Bäumen sitzt! (War ein Spaß!) Ein gutes Ausgangsbild sollte scharf, aber nicht überschärft sein und das möglichst von vorn bis hinten, einen ausgewogenen Tonwertumfang aufweisen (nichts säuft ab, nichts brennt aus), möglichst kontrastreich sein und last but not least eine optimale Detailgröße im Verhältnis zum Gesamtbild aufweisen. Das heißt: Landschaftsbilder mit winzigen Details sind relativ schwer zu illustrieren, der Illu-Effekt greift besser bei mittlerer Detailgröße bzw. bei Tele-Aufnahmen. Für Bilder mit sehr kleinen Details könnte der Mikroillustrationsstil eine Alternative sein.

Welche Filtertechniken kommen bei einer Illustration zum Einsatz?

Zum Illustrieren benutzen wir überwiegend komplexe Filter mit vielen Einstellmöglichkeiten, welche es uns erlauben, die Filter mit unterschiedlichen Einstellungen und gegensätzlichen Wirkungen einzusetzen. Das sind u.a.
- Schärfungsfilter: USM, selektiver Scharfzeichner, Hochpassfilter, „Rauschen reduzieren“ mit Schärfungsoptionen sowie Kanten- und Schärfungsmasken.
- Weichzeichnungsfilter: Gauss, Feld weichzeichnen, selektiver Weichzeichner, Matter machen, Tiefenschärfe abmildern, Hochpassfilter mit großem Radius oder „Rauschen reduzieren“ mit Weichzeichnungsoptionen
- Entrauschfilter wie „Rauschen entfernen“, „Staub und Kratzer“, Noiseware, oder ähnliches.
Ein Wort zur dualen Anwendung von Filtern: Man kann Filter auch dazu „missbrauchen“ Wirkungen zu erzielen, die ursprünglich nicht im Sinne des Erfinders waren. Der Hochpassfilter ist ursprünglich eher zur Betonung der Kanten mit minimalem Radius und hartem Licht vorgesehen gewesen. Mit großem Radius und weichem Licht dagegen ist er auch für Weichzeichnung und Brillianzsteigerung zu gebrauchen. Ganz ähnlich USM: mit kleinem Radius und großer Stärke ein „Scharfzeichner“, dagegen mit maximalem Radius und 20…30 % Stärke sehr gut zur lokalen Kontraststeigerung zu gebrauchen. Ihr seht also schon – hier geht es um High-End-Bearbeitung, und dazu muss man seinen Werkzeugschrank gut kennen und ein Gefühl dafür haben, wie man Werkzeuge effektiv einsetzt und möglichst gut kombiniert.

Welche Ebenentechniken müssen wir beherrschen?

Die Illustration beruht auf der Kombination gegensätzlicher Filter. Kombinieren können wir sie nur mit der Ebenentechnik. Wir arbeiten mit verschiedenen Ebenen, Ebenensets, kombinieren Effekte miteinander, dosieren sie u.a. über die Stärke (Deckkraft) und den Vektor (die Lichtart). Da wir bei einer Illustration oft lokal arbeiten müssen, gehören Ebenenmasken zur einschließenden und ausschließenden Maskierung zu unserem unverzichtbaren Handwerkzeug. Manchmal müssen wir Effekte auch ungleichmäßig im Bild zur Wirkung kommen lassen, dann sind Auswahlen (Lichter, Mitteltöne, Tiefen, Farbkanäle) und darauf aufbauende Alphakanäle (komplexe Masken) unsere Wahl.

Puh, das ist mir jetzt zu hoch – das kann ich alles noch gar nicht…

Auch wir haben das „learning by doing“ uns alles erst mit der Zeit angeeignet. Es gibt Schulungsvideos, Kompendien und man kann im Thread fragen. Dumme Fragen gibt es nicht, nur gute oder weniger gute Antworten. Eine kluge Frage allerdings, die das Problem im Zusammenhang schildert, ist oft auch die Gewähr für eine zufriedenstellende Antwort.

Ich werde hier noch verrückt, habe mich festgerannt und sehe kein Land mehr…

Schau mal hier: Solche Stagnationsperioden sind völlig natürlich. Bei allem Frust, die sie uns bereiten, sind sie – wie jede Krise - aber auch Ansporn, Auswege zu suchen, neue Wege zu erkunden, bisheriges in Frage zu stellen. Ohne diese „schwierigen Zeiten“ ist die Erarbeitung des Illu-Stils nicht möglich – und: Da müssen wir alle durch…

Wie bekommt Ihr nur diese surreale Wirkung hin? Ist da „Zauberei“ im Spiel?

Nein, wir zaubern nicht, aber die surrealen Effekte sind arbeitsintensiv und man braucht eine gewisse Erfahrung dazu. Man lernt es, indem man es übt und dabei immer besser wird. Für eine gute Illustration müssen wir die Kontraste, die Farben, die Details und andere Aspekte des Bildes (Konturierung, Plastizität, Tiefenwirkung) gleichsam „auseinandernehmen“ und neu kombinieren. Das setzt eine gewisse Erfahrung, aber auch analytische Fähigkeiten voraus. Wer keine Kritiken schreiben kann und zur Selbstkritik nicht fähig ist, wird beim Illustrieren ganz große Probleme bekommen. Deshalb halten wir Neueinsteiger auch dazu an, sich gegenseitig und andere zu vergleichen und zu kritisieren – denn diese Fähigkeiten kommen nicht von allein…
Wenn man das Bild neu aufbauen will, kommt den Kontrasten und der Plastizität eine ganz besondere Bedeutung zu. Es ist von Vorteil, während der Bearbeitung das Bild fortlaufend etwas zu entsättigen, weil die Kontraststeigerung auch mit einer Verstärkung der Farben einher geht. Eine zu hohe Farbsättigung allerdings schadet den Details. Die Entsättigung und Entrauschung hat auch den Effekt, den „Signalabstand“ zwischen den über die Luminanz aufgebauten Strukturen und den Details eines Bildes zu erhöhen. So entsteht der surreale Eindruck und so wird er vertieft. Das Hauptmittel zur Kontraststeigerung sind lokale Kontrasterhöhung und Dodge & Burn (Abwedeln und Nachbelichten).

Eure Bilder sind immer so detailliert, selbst wenn die Ausgangsvorlage ausgesprochen flach ist. Wie macht ihr das bloß? Meine Bilder sind dagegen einfach nur körnig…

Man muss die Details holen, wo man sie bekommen kann. Das kann der LAB-Modus sein oder auch das gezielte Abgrasen detailreicher Farbkanäle. Die Grundlage jeder Detailarbeit ist das Verständnis, wie man geringste Unterschiede des Bildes aufspüren, verstärken und in das Bild einbauen kann.
Mögliche Wege sind u.a. Kontrastverstärkung über eine S/W-Kopie (Kanalmixer, Schwarz-Weiß-Funktion bei CS 3, Auswahl eines detailreichen Farbkanals), Konturbetonung über „Konturen finden“ und diverse Strichzeichnungen unterschiedlicher Durchzeichnung. Damit gewonnene Details das Bild nicht körnig machen bzw. schwarze Sprenkler erzeugen, gibt es mehrere Wege:
- Staub und Kratzer entfernen
- Selektives Schärfen und anschließendes Weichzeichnen
- Deckkraft der Detailebene reduzieren.

Ich kann leider das Gleichgewicht nicht halten – das Bild wird zu kontrastreich oder kippt um, und ich merke es nicht einmal…

Das ist jedem schon passiert. Wenn man lange Zeit an einem Bild arbeitet, „adaptiert sich das Auge“ an die gesteigerten Kontraste. Abhilfe: Pause machen, das Bild mal einen Tag liegen lassen oder auch mal einen Tag später hochladen. Ihr glaubt ja gar nicht, wie anders es am nächsten Morgen schon aussieht…
Es gibt aber Abhilfe gegen das Umkippen von Bildern – z.B. das Entsättigen gegen den Farbenrausch, Tiefen/Lichter gegen das „Absaufen“ und „Ausbrennen“. Am besten ist es, wenn man während der Bearbeitung das Histogramm im Auge behält. Ein generelles Problem ist allerdings das Überschärfen, vor allem bei Anfängern oder bei Kollegen, die gerade ihren Workflow umstellen und der Kombination von Schärfungseffekten zum Opfer fallen. Man sollte ein Bild in einer Bildgröße nie mehrfach schärfen – auch nicht mit verschiedenen Schärfungstechniken. Ein Workaround gegen das Überschärfen und für mehr Detaildichte besteht darin, das Bild bei erhöhter Auflösung zu vergrößern (etwa bis auf das Dreifache) und dann stufenweise zu Verkleinern, dabei zu verdichten und nur soviel zu schärfen, um die Verluste durch das Verkleinern aufzuwiegen.

Die erste Anleitung auf Seite 28 – Möglichkeiten und Grenzen.

Viele Anfänger benutzen zum Einstieg die Anleitung, die lokihh in Post 273 auf Seite 28 gegeben hat. Dagegen ist nichts einzuwenden und man kann so erste Erfahrungen mit dem Illustrieren sammeln. Allerdings hat diese Anleitung, die sich auf ein ganz bestimmtes Bild bezog, auch ihre Grenzen und viele Anfänger haben Probleme mit der „Effektebene“, welche Halos in den Himmel zaubert oder die Kontraste überreißt. Auch kommt man so nicht an die Leistungen der Besten hier heran – und das hat Gründe:
Dieses Herangehen arbeitet global auf das ganze Bild bezogen – wer mehr als mittelprächtige Resultate erzielen will, muss lokal arbeiten lernen, mit Auswahlen, Masken und fortgeschrittenen Detaillierungstechniken. Dazu gehört auch die oben beschriebene Technik, das Bild erst zu vergrößern und dann im Prozess der Bearbeitung stufenweise zu schrumpfen. Aber vergesst nicht, dabei die Bildauflösung entsprechend anzupassen, das gehört unweigerlich dazu.
Ein Hauptkritikpunkt an der Anleitung von Seite 28 besteht aber darin, dass Details erst „verschmiert“ werden, um sie dann anschließend mit viel Aufwand und beträchtlichen Verlusten „wiederzugewinnen“. Auch die Verwendung des Gauss’schen Weichzeichners für die „Schmierebene“ ist eine Schwäche dieses Ansatzes – es gibt gerichtet wirkende Weichzeichner, die weniger Verluste bescheren, z.B. den Filter „Feld weichzeichnen“, der horizontale und vertikale Strukturen verschont.

Stopp – ein neuer Ansatz: Verlustfreies Arbeiten

Alle Fortgeschrittenen hier in diesem Thread haben ihre Arbeitsweise auf einen möglichst verlustarmen Workflow umgestellt. Das hat erhebliche Umstellungen und auch Phasen der Stagnation und des tastenden Suchens bedeutet – aber es hat sich letztendlich bezahlt gemacht. Je mehr Wissen über Filter und ihre Wirkungen und Neben-Wirkungen im Spiel ist, umso einfacher fällt es, den Workflow zu verschlanken und alternative Wege zu beschreiten. Rolands Kritik und seine Ausführungen über die bestmögliche Aufbereitung des Bildes vor der Illustration waren dabei sehr hilfreich und jeder hat ganz für sich Wege gefunden, z.B. mit einem Filter gleich mehrere Aufgaben zu erledigen und die Vor- und Nachteile einzelner Methoden mit geeigneten Maßnahmen auszugleichen.
Grundzüge dieses Vorgehens bestehen darin, die Bilder noch genauer zu analysieren und lokaler zu arbeiten, nur soviel zu tun, wie unbedingt nötig, Umwege und Korrekturen durch unbedachtes Arbeiten zu vermeiden und auf dem kürzesten und elegantesten Wege zum Ziel zu gelangen. So lässt sich z.B. durch eine verbesserte Detailarbeit mehrfaches Schärfen wirkungsvoll vermeiden.

Aktionen und Handarbeit
Die von Cocy veröffentlichte Aktion hat zu vielen Diskussionen geführt und fast hätten wir uns darüber zerstritten. Das Anliegen von Cocy, der „Geheimnistuerei“ ein Ende zu bereiten, wurde erfüllt. Nach der Veröffentlichung wurde wesentlich offener und praxisorientierter geschrieben, das ist sein bleibender Verdienst. Andererseits habe ich mich auch kritisch dazu geäußert – aber das sollte man alles im Zusammenhang lesen. Wie auch immer: Die Neueinsteiger kann’s freuen: Sie erhalten mit der Aktion ein Werkzeug für schnelle und ordentliche Ergebnisse und einen Ausgangspunkt zum Aufbau eines eigenen Workflows.
Befürchtungen, durch die Aktion würden nun die Bilder immer ähnlicher, haben sich – zum Glück – nicht bewahrheitet. Das liegt zum einen daran, dass die Aktion nur ein Sammelsurium bestehenden Wissens war und auch ein paar Probleme mit Halos und Überschärfungen bereitete, zum anderen sind sich alle Fortgeschrittenen dessen bewusst, dass Qualitätsillustrationen nur durch anpassungsfähige Handarbeit zu erzielen sind. Aktionen und Handarbeit schließen sich dabei nicht grundsätzlich aus, sofern man Teilarbeiten in Aktionen zusammenfasst. Da der Mensch aber zur Bequemlichkeit neigt, beinhaltet eine allzu komplexe Aktion auch die Gefahr schematischen Vorgehens und ggf. des Scheiterns, wenn ein Bild mal anderes Vorgehen erfordert.

Photomatix, Photoshop HDR/TM und Illustration

Die meisten Illustratoren kommen von HDR/TM und haben einschlägige Erfahrungen damit. Soll man nun für eine Illustration – fragen sich Anfänger immer wieder – Tonemapping benutzen oder besser nicht? Diese Frage ist so generell schwer zu beantworten. Es mag Sujets geben, wo HDR/TM mit Photomatix oder Photoshop Vorteile bringt, z.B. bei Industrieruinen oder maroder Bausubstanz. Einige unter uns sind erklärtermaßen keine Freunde des Tonemappings, weil es neben den Vorteilen der Kontrastkompression auch Bildfehler wie DRI-Schatten, Halos und Farbverfälschungen erzeugt, die sich im Laufe einer Illustration noch aufsummieren und sehr sorgfältig auskorrigiert werden müssen. Möge sich jeder selbst eine Meinung dazu bilden…

Dogde & Burn

Die Techniken des Abwedelns und des Nachbelichtens sind sehr wichtig für die Konturierung eines Bildes und somit für den 3D-Effekt. Konturierung ist gewissermaßen ein eigenes Thema, das eine gute von einer weniger guten Illustration sehr wohl unterscheiden kann. Zur Konturierung führen mehrere Wege, angefangen von der schlichten Anwendung des Relief-Filters ggf. unterstützt durch Dodge & Burn, Tools wie die Funktionen „Exposure“ und „Sculpture“ der Filter von LucisArt, aber auch die Kontrastkompression von Lightroom kann eine Möglichkeit sein, Konturierungseffekte zu erzeugen oder zu verstärken. Der erfahrene Anwender wird solche Effekte mit Augenmaß einsetzen und die Methoden variieren und ggf. kombinieren, um den gewünschten Effekt zu erreichen.

Malen im Bild

Es gibt Techniken, die ein Bild noch abrunden können und ihm gewissermaßen den letzten Schliff geben. Eine dieser Techniken ist die 50% Grau-Methode und ihre diversen Abwandlungen. So kann man mit einer 50 % Grau-Füllebene im Modus „Ineinanderkopieren“ ein partielles Aufhellen dunkler Bildbereiche erzielen. Dazu muss man mit einem geeigneten Pinsel und der gewünschten Deckkraft in einem Zuge mit Weiß im Bild malen. Vorteil: Schwarz wird dabei nicht aufgehellt, Kontraste, Sättigung und Brillianz des Bildes bleiben erhalten. Haar bringt man so zum Glänzen, Wasser erhält einen silbrigen Schimmer. Eine Abwandlung dieser Technik ist die Kombination mit der Lichtart „weiches Licht“, die mit Weiß abwedelt, mit Schwarz dagegen nachbelichtet. (Dodge & Burn)
Mit ähnlichen Techniken können über Einstellungsebenen z.B. Sättigung lokal verstärkt werden oder ganz gezielt einzelne Farben ins Bild gemalt werden. Stellen, wo das kontraproduktiv ist, müssen entsprechend ausmaskiert werden.

Licht und Schatten

Einige der hier vorgestellten Techniken, wie z.B. USM mit maximalem Radius (lokale Kontrastverstärkung) nehmen auf die natürlichen Lichtverhältnisse herzlich wenig Rücksicht. Sie hellen auch die Schattenseite ungeniert auf. Dies verstärkt den gekünstelten Eindruck einer Illustration in einem solchen Maße, dass sich manch Purist angewidert abwendet. Wollen wir auch ihn mit ins Boot nehmen, kommen wir um Handarbeit wieder nicht herum. Wie der Maler müssen wir über D & B die natürlichen Licht- und Schattenverhältnisse wiederherstellen.

Ausblick: Fotografieren für den Effekt [Achtung: Baustelle]

Für den Einstieg in dieses komplexe und im Thread leider bisher nur gestreifte Thema kann ich nur den folgenden Link empfehlen:
https://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=88726
Immer wieder wird gefragt, warum ASUS keine Ausgangsbilder postet und es gab dazu mal eine angedeutete Antwort: Weil keines seiner Ausgangsbilder "richtig" belichtet ist und es den Anfragenden so ohnehin nichts nutzen würde. Belichtet ASUS seine Belichtungsreihen etwa gezielt auf die Farbkanäle? Nein - wir wollen hier nicht Spekulieren. Aber wird werden im Laufe dieses Threads darauf zurückkommen...

Wichtige Links

http://www.subhash.at/downloads/
http://www.pbase.com/photofixer/draganizer_action
http://www.galileodesign.de/trailer/...212A3QQJ.Iwais (Schulungsvideos)
http://fotofun.foren-city.de/topic,1...on-effekt.html
http://www.lightroomkillertips.com/v...ative_edgy.mp4
http://www.amazon.de/Photoshop-Color...7633159&sr=8-1
http://www.databecker.de/digital_pro...en.html?kid=53
https://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=57525 [Achtung Baustelle]

Bemerkungen in eigener Sache

Beim gezielten Auswerten und Verlinken des Threads bin ich derzeit auf Seite 203. Andererseits werde ich von Wünschen förmlich überrannt, die FAQ jetzt schon zu veröffentlichen. Im Grunde genommen wird die FAQ ebenso unvollständig bleiben, wie der Thread weiter wächst. Er bleibt eine ständige Aufgabe, solange der Thread "Projekt Baustelle" weiter besteht und gelesen wird. Bitte hier keine Diskussionen anfügen - Dies ist ein reiner Info-Beitrag.

Autor: Steffen Rentsch
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"Erinnerungen sind wie viele Konserven, ein bischen schöngefärbt und deshalb nicht ganz unschädlich."
(Maurice Chevalier)


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Geändert von nighthelper (07.03.2008 um 17:01 Uhr) Grund: Link ergänzt
Steffen Rentsch ist offline  
Alt 07.09.2009, 19:41   #2
Steffen Rentsch
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Beiträge: 22.644
Standard AW: Der Thread „Projekt Baustelle“ – Wir lernen Illustrieren

Alle an der Foto-Illustration Interessierten seien herzlich darauf hingewiesen, dass wir in Anbetracht der schieren Größe und des ungeordneten Charakters des Baustellen-Threads zwei "Ableger" eröffnet haben, in denen Arbeitsweisen detaillierter und konzentrierter geschildert werden:

Projekt Baustelle II - Milestone

und

Projekt Baustelle III - Methoden, Verfahren, Tipps

Vor allem Neueinsteigern in die Materie sei dringend empfohlen, sich erst einmal an diesen Stellen einzulesen bevor sie sich mit weitergehenden Fragen an die Mitstreiter des Baustellen-Threads wenden.

Vielen Dank.

Steffen Rentsch
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