Da kann es schon sehr stören, wenn man beim Defekt erst einmal 2-3 Wochen (natürlich in der Regel zum falschen Zeitpunkt) auf eine Reparatur warten muss. Oder wenn die Kamera gar auf einer Fototour fernab der Heimat ihren Geist aufgibt.
Wenn ich dann quasi eine Ersatzkamera bereithalten soll, um bei einem möglichen Defekt trotzdem weiter fotografieren zu müssen, lohnt sie der Gedanke an eine hoffentlich stabielere Kamera schon. Natürlich kann die auch kaputt gehen, die Wahrscheinlichkeit ist aber erheblich geringer.
Richtig, deshalb nimmt man zu einem wichtigen Termin (oder auf eine Reise, von der man unbedingt Bilder mitbringen will um beim Amateur zu bleiben, siehe unten) einen zweiten Body mit, egal ob man eine 300D oder 1Dxxx als ersten Body hat. Der geht nämlich immer dann kaputt, wenn man es nicht brauchen kann (Murphys Law), egal wie lange das Teil eigentlich noch halten sollte. Insofern braucht man sowieso relativ schnell einen zweitbody, zumindest wenn man sich im (Semi-)Profesionellen Bereich bewegt.
Das ist auch eine Frage, wie man "Amateur" und "Profi" definiert. Nach klassischer Definition kann man auch als reiner Hobbyfotograf schnell ein Bereiche "hineinrutschen", in denen man sich nicht nur profimäßig verhält, sondern auch auf solche Auslösezahlen kommt.
Zunächst ist ein Profi einmal jemand, der das Fachgebiet (hier die Fotografie) profesionell betreibt und damit seinen Lebensunterhalt verdient, also gewerbsmässig arbeitet. Ein Amateur is dagegen des es aus Liebhaberei betreibt (Extra nochmal im Fremdwörter-Duden nachgeschaut, aber das war auch mein verständniss bisher). Das sagt zunächst einmal nichts darüber aus, ob ein Profi unbedingt die besseren Bilder macht oder mehr Zeit mit dem Fotografieren verbringt oder mehr Bilder macht.
Es sagt aber was darüber aus, wie die betreffenden Personen rechnen müssen.
Ein Profi muss sich genau überlegen was passiert, wenn er ein bestimmtes Bild/ein Shooting/einen Auftrag, ... nicht (vollständig) machen kann weil die Ausrüstung versagt. In der Regel wird das finanzielle Konsequenzen haben, zum einen direkt, weil der Auftraggeber nicht zahlt (und ggf. Schadensersatz fordert), zum anderen indirekt, weil ihm andere Aufträge nicht erteilt werden. Nun muß der Profi überlegen, wieviel ihm das Risiko wert ist und zur Abwendung des Risikos investieren (Versicherung, zweiter Body, ggf auf Linsen, ...). Am Ende muss er aber mit seiner Ausrüstung Geld verdienen um davon leben zu können.
Ein Amateur kann dagegen soviel investieren wie er mag, und zwar aus Geld welches er wie auch immer erwirbt. Die Ausrüstung muss sich nicht 'bezahlt' machen. In der Konsequenz bedeutet das, dass er sich einen zweiten (oder stabileren, oder beides) Body kaufen kann, wenn er Angst hat, dass er bestimmte Aufnahmen nicht machen kann, weil seine Ausrüstung defekt ist. Er hat jedoch, qua definitionem, keinen
wirtschaftlichen Nachteil, wenn ihm ein Bild entgeht. Ob er sich hinterher grün und blau ärgert ist ein anderes Thema.
Natürlich kann man auch bei Anfragen einfach "nein" sagen. Dann sind einem aber sehr schnell die Türen versperrt, hinter denen man eigentlich als Amateur sowiso nichts zu suchen hat
Naja, hier kommen wir in den 'Semi-Profesionellen' Bereich. Der Duden sagt dazu: 'weitgehend, fast schon profesionell'. Und in dem Moment, in dem ein Amateur einen Auftrag annimmt befindet er sich in diesem Bereich, ob er will oder nicht. Der Unterschied ist, dass der Amateur leichter 'nein' sagen kann als der Profi (sofern ich nicht für später profesionelle Ambitionen hat). Ein Profi muss sich entweder die entsprechende Ausrüstung beschaffen oder er bekommt den Auftrag (und ggf. Folgeaufträge) nicht und hat so wieder einen wirtschaftlichen Nachteil. Dem Amateur kann es zunächst einmal egal sein.
Das soll jetzt nicht heissen, dass jemand, der sein Geld anderweitig verdient und dann mal einen Foto-Auftrag annimmt um sich ein bischen was dazu zu verdienen, sich nicht auch überlegen muss, wie er damit umgeht.
Ich für mich würde einfach dem Auftraggeber klar sagen was ich habe, also z.B. einen Body, und ihm keine Garantie geben dass der durchhält. Wenn er damit leben kann ist gut, wenn nicht muss er entweder einen zweiten Body beschaffen oder sich jemand anderes suchen. Wenn dann was schiefgeht, darf er sich hinterher aber auch nicht beschweren. Deshalb würde ich bestimmte Sachen (insbesondere im Freundeskreis) auch ablehnen, da mir das zu heikel ist, wenn was schiefgeht.
Gruß,
Günter