Von Canon zu erwarten, dass sie eine extra Fallback-Option für non-EF-Linsen programmieren, ist wohl ETWAS abwegig, oder?
Mit Linsen ohne Chip können sie doch schon in allem Belangen leben, also könnten sie auch den AF-Chip anlassen. Und nein, ich finde es nicht abwegig, wenn ein Hersteller auf die Wünsche seiner Kunden eingeht, z.B. auch Fremdlinsen verwenden zu wollen, was seit Erfindung der SLR gängig ist. Abwegig finde ich eher die doch sehr auffälligen 'Schutzmaßnahmen' gegen Fremdhersteller (Akku, Linsen, Stecker etc.) ... eigentlich wundert mich, das Canon eine normalen USB-Buchse verbaut und nicht einen proprietären, dessen passendes Kabel dann ca. 48,50€ kosten würde

- so sehe ICH Canon (was nicht heißt, dass NUR Canon das treibt)!
Das ist auch gleichzeitig der Grund, warum es bei Adaptern mit AF-Confirm fast durchweg zu Fehlbelichtungen kommt: je nachdem welches Objektiv der jeweilige Adapter emuliert, wird auch eine Belichtungskorrekturtabelle mit übertragen, die aber natürlich nicht passt, da man bei einem adaptierten Objektiv ja grundsätzlich mit Arbeitsblende zugange ist und keine Belichtungsvorhersage für die Springblende braucht, da es eben keine Springblendenfunktion gibt.
Das leuchtet schon ein, aber es gibt doch zweifellos manuelle Objektive ohne jegliche Elektronik, die prima funktionieren. Also muss es doch auch hier, 'Defaultwerte' geben, oder? Klar, wenn der Chip natürlich der Kamera gültige Daten vorgaukelt und die stimmen nicht, dann gibts Mist. Aber das ist ja ein anderes Problem. Es gibt mittlerweile auch durchaus 'intelligente' AF-Chips, die man mit allerlei Werten programmieren kann und so der Linse anpassen, an die sie geklebt sind.
Ich gebe Dir im übrigen Recht im Bezug, dass Canon die AF-Bestätigung anlassen könnte, bin aber der Meinung, dass ohne einen Wert aus dem Linsen-Chip kein scharfes Bild herauskommen wird.
Habe deine editierte Version gelesen

. Trotzdem bleiben wir da wohl unterschiedlicher Meinung: der AF-Sensor weiß ohne ergänzende Daten aus dem Objektiv, wann scharf ist - ums mal einfach auszudrücken. Kalsi hat das prima erklärt. Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen der motorischen 'Scharfstellprozedur' und dem AF-Konfirm im MF-Modus. Eigentlich ist der MF Modus mit Fokus-Confirm nur eine kleine Untermenge des AF-Systems und 'unterfordert' den Phasen-AF total. Dessen Stärke ist es ja, NICHT auf 'scharf' warten zu müssen, sondern in einem weiten Bereich messen zu können, WIE unscharf ein Bild ist und der Linse quasi mit einem Befehl (also abstrakt gesehen) sagen zu können, wohin und wie weit sie fahren muss, damit es scharf wird. Für diesen Vorgang braucht man all die Daten aus der Linse und damit dieser Vorgang genau den Schärfepunkt trifft, muss die Linse auch abgeglichen werden. Für die Feststellung, dass gerade ein scharfes (Teil)Bild auf ihm abgebildet wird, muss der AF-Sensor das alles nicht haben - also, so sehe ich das. Ich sagte ja schon, auch meine letzte Instanz wäre Nightshot

.
Jedenfalls glaube ich nicht, dass der AF-Chip grundsätzlich nicht funktionieren kann. Natürlich glaube ich sofort, dass da allerlei Mist aus Fernost kommt, ich bezweifle stark, dass dort irgendwer eine Lizenz besitzt und den AF-Chip darauf aufbauend entwickelt und programmiert. Wie gut wiederum Reverse-Engineering beim Canon AF System funktioniert, sieht man an deutlich namhafteren Herstellern wie Sigma

. Aber wenn der AF-Chip das Richtige tut, stimmt der AF-Confirm auch mit Fremdlinsen.
P.S.: Ich habe übrigens seit Monaten so einen relativ intelligenten Chip hier rumliegen, den wollte ich an ein Lensbaby kleben. Ich bin nur noch nicht dazu gekommen, weil die mechanische Adaption etwas aufwändiger ist, als ein bisschen Klebstoff. Man muss den Rand des Bajonetts des LBs etwas 'aufpolstern'

. Aber dann werde ich das sehen.