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Analog Kellerfund! Voigtländer? Compur? Bitte helfen!

toooooby

Themenersteller
Hallo zusammen,

ich habe heute im Keller scheinbar eine alte Kamera gefunden, bin jedoch total überfragt. Da Bilder bekanntlich mehr als tausend Worte sagen, hänge ich einfach ein paar davon an. :)

Meine Frage wäre: Wie lautet diese Art von Kameras und wie funktioniert sie? Außer Digitalkameras kenne ich leider nur klassische Rollfilmkameras, diese hier scheint mir jedoch anders zu funktionieren.

Im Internet fand ich leider nichts hilfreiches, ich weiß jedoch, dass sich hier ein paar echte Profis rumtreiben :)

Bitte klärt mich auf!

Viele Grüße
Tobi
 

Anhänge

...Außer Digitalkameras kenne ich leider nur klassische Rollfilmkameras, diese hier scheint mir jedoch anders zu funktionieren...


Genau die Kamera steht bei mir schon seit 35 Jahren im Regal.

Es handelt sich um eine einfache Laufbodenkamera

https://de.wikipedia.org/wiki/Laufbodenkamera

Sie arbeitet mit Planfilm 9x12 cm.

Die Kassetten hast Du in Bild 1 dargestellt. In eine Kassette wird im Dunkeln 1 Stück Planfilm eingesetzt.

In Bild 2 hast Du die Mattscheiben- Kassette abgebildet. Im Modus T (linkes Rad) öffnest Du den Verschluss und stellst mit der vorderen Rändelschraube (nach außen ziehen) am Laufboden scharf.

Dann den Verschluss schließen.

Nun tauscht Du die Mattscheiben- Kassette gegen die Planfilm- Kassette aus.

Dann ziehst Du den Abdeckschieber aus der Kassette und die Kamera ist "scharf"

Ist alles weitere eingestellt, kannst Du über den kleinen Spiegelsucher oder den Rahmensucher nochmal die Bildkomposition kontrollieren.

Dann auslösen, Abdeckschieber wieder in die Kassette schieben und ...


Will man heute damit arbeiten, sollte man:

- mal schauen, ob man Planfilm bekommt, ob ein Fotolabor den noch entwickelt oder man ihn selbst entwickelt

- die Lichtdichtheit der Kamera, insbesondere des Balgens kontrollieren

- checken, ob der Compur- Verschluss noch arbeitet und die Zeiten einigermaßen stimmen

- die Linsen sauber sind


Naja, ein langer Weg ;)

Übrigens bietet die Kamera das Verschieben des Objektivs (Shift) zum Ausgleich stürzender Linien.


Ich habe vor 35 Jahren mit der Kamera in SW experimentiert. Ich hatte damals eine eigene kleine Dunkelkammer und die Entwicklung in der Schale war kein Problem.

Mangels geeignetem Vergrößerer habe ich nur Kontaktabzüge hergestellt.

Heute könnte man den entwickelten Planfilm auf einem Flachbettscanner mit zusätzlicher Durchlichteinheit scannen.


Lohnt das sich???

Imho nur für den, der über o.g. Ausrüstung verfügt.

Ist die Kamera wertvoll, bringt sie sogar Geld?

-> klares Nein. Das war damals "Massenware" und es dürften noch viele Exemplare irgendwie erhalten sein.


Mein Rat: saubermachen und ab ins Regal ;)

Gruß
ewm
 
Ganz allgemein heißen diese Kameras (Falt)Balgenkameras. Deine dürfte wohl aus den 1920er Jahren stammen. Verschiedene Hersteller haben die in verschiedensten Versionen gebaut. Voigtländer wird wohl der Hersteller sein.

Aufgebaut sind die recht einfach: vorn ist das Objektiv mit Zentral-Verschluss. Da steht Voigtländer Anastigmat = Objektiv. Anastigmaten sind Objektive, bei denen der Astigmatismus (Abbildungsfehler der technischen Linse) korrigiert ist. Bei dieser dürfte das eine Abart des Gauss-Doppelanastigmats sein. Kannst du bei Wiki suchen.

Compur ist der Markenname des Verschlusses (oberhalb der Linse, Zeiten stehen auf dem oberen Rand). Blende ist verbaut, Blendenwerteinstellung auf dem Rand des Frontelementes; pass auf, die Blendenwerte müssen nicht mehr den heute Üblichen entsprechen. Zentralverschluss bedeutet, dass der Verschluss mit der Blende im Objektiv verbaut ist.

Du hast da 3 Magazine liegen. Die liegenden sind - wie ich es sehe - Planfilmkassetten, das Stehende könnte für Glasplatten sein.
Die waren/sind standardisiert und es gibt auch Kassettten für 120er Rollfilm. Das Format für die Planfilme/Glasplatten weis ich nicht.

Bedienen kannst du diese Kamera wie jede moderne: du stellst Blende und Belichtungszeit anhand der Werte vom Belichtungsmesser und Filmempfindlichkeit ein. Knips. Bild aufgenommen.
 
Ganz allgemein heißen diese Kameras (Falt)Balgenkameras...

Da gehe ich nicht ganz mit.

Zu den (Falt)Balgenkameras gehören auch diverse Modelle, bei denen die Fokussierung per objektivseitigem Gewinde erfolgt.

Die gezeigte Kamera dagegen verfügt über eine Fokussierung per Laufschienen, die diese Kamera sogar noch durch einen erweiterten Auszug zu Nahaufnahmen befähigen.

Für mich gehört diese Kamera ganz klar zu den Laufbodenkameras.

Die Klassifizierung als (Falt)Balgenkameras beschreibt die Funktionalität dieser Kamera meiner Meinung nach unzureichend, weil damit die wesentlichen Merkmale der Fokussierung nicht abgedeckt sind.

Gruß
ewm
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine Voigtländer aus braunschweig, gehobenes Modell, der Typname der Kamera steht evtl oben am Tragehenkel in der Lederprägung.
Könnte eine "Avus" sein... (Leider keine "Bergheil" mit Heliar-Objektiv, die gehen heute gut dreistellig)

Baujahr 1928 (Objektivseriennummer). Sie hat ein sehr gutes Objektiv, das Skopar ist ein klassisches 4-linsiges Tessar-Objektiv. Natürlich noch nicht vergütet, gibt aber für SW perfekte Bildqualität mit grosser Vergrösserbarkeit, wenn sauber...
Der Compur-Verschluss war damals auch Oberklasse, und meistens funktionieren die auch noch, muss ggf geölt werden, was sogar selber machbar ist....

Zustandsprüfung:

-balgen lichtdicht? Mattescheibenrückteil abnehmen, mit Taschenlampe in dunklem raum innen reinleuchten, und von aussen sehen, ob man am Balgen "Sterne" sieht.

- mechanik zum Fokusssieren funktionierend...

-Verschluss:
auf M (Moment) stellen, dann einen Sekunde einstellen, Pfeilrichtung beim drehen beachten, mit dem hebel von vorne Mitte rechts aufziehen bis der hebel einrastet, mit dem Hebel links unten auslösen.
Dann muss ein Uhrwerk ablaufen und der Verschluss eine Sekunde offfen sein. Schelcht ist, wenns nur klackt bei einer sek und der verschluss nur kurz öffnet, meistens wird er aber ablaufen, man hört das Uhrwerk, ggf stockt er und bleibt stehen, kann aber mit dem Auslösehebel angeschoben werden. eenn das so ist, reinigen und ölen... Machmal geht wr auch so noch und die Sekunde stimmt.
Dann alle zeiten Testen, ob die kürzer werden. Die kurzen Zeiten am 1/25 gehen meistens soagr noch wenn die langen verharzt sind. Und die stimmmen auch ganz gut...
Wer will kann die verschlusszeiten sofar mit der Digicam nachprüfen...

Stellt man das Einstellrad auf Z (Zeit) kann man mit dem Aislöder den Verschlusss dauer öffnen und schliessen um mit der Mattscheibe zu fokussieren.

Objektiv: wird beschlagen sein, nicht schlimm. Die zwei gruppen sind von vorne und von hinten in den Verschluss geschraubt...
Einfach raussschrauben (ggf sitzen sie etwas fest), dann putzen. Die hintere ist verkittet, die kann mna nicht weiter zerlegen, sollte die nach dem Putzen innen trüb sein (selten), dann RIP, vorne sind zwei Einzellinsen, so dass man das vorderteil zur Not auch noch zerlegen und putzen kann.

Man kann mit so was heute noch fotografieren, mit guten Ergebnissen, aber etwas umständlich halt. Will man die planfilem umgehen, gibt es auch passende Rollfilmrückteile (Rollex Patent), dann kann man 8 Bilder 6x9 Pro Film machen, muss aber dann die mattscheibe auf 6x9 abtapen um den richtigen Ausschnitt zu sehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
hier siehst du wie ich meine Fit gemacht habe, ist im Prinzip das leistungsgleiche Konkurrenzmodell, ebenfalls mit einem Tessar-Typ.
Nur hat die Voigtländer wahrscheinlich sogar die besserer/stabilere Mechanik..


https://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=1565845

Die Kamera hier hat ja sogar die Möglichkeit, das Objektiv seitlich und nach oben zu shiften.... (die silbernen Drehräder)
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Objektive lassen sich bei diesen Kameras übrigens sehr einfach auseinandernehmen, falls eine Reinigung der Optik auch im Inneren nötig sein sollte. Das Frontelement dürfte sich sehr leicht herausschrauben lassen. Dann bist du auch schon beim Verschluss angelangt. Das Frontelement besteht aus zwei Linsen. Die hintere davon kann samt Fassung von der vorderen getrennt werden, sind mit einem normalen Gewinden ineinander geschraubt. Eine unglaubliche Wartungsfreundlichkeit war das damals noch!
 
Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten!
Es ist schon Wahnsinn, wie viel ihr mir weitergeholfen habt. Jetzt sagt mir dieser Apparat etwas. :)

Die Kamera bleibt auf jeden Fall in meinem Besitz, damit dürfte wohl schon mein Ur-Opa geschossen haben. Für mich persönlich ist die Wartung und Fotografie damit aber momentan zu aufwendig denke ich.

Vielleicht packt es mich mal, und ich überprüfe die Kamera mal im Detail und schieße ein paar Fotos damit :) Aber vorerst steht sie wohl in der Vitrine; ist auch wirklich schön anzusehen die Kamera!

Allerdings hat mir dieser Fund etwas ganz anderes gebracht, ich spüre plötzlich immer mehr die Faszination der analogen Fotografie und möchte mir wohl dafür in nächster Zeit eine simple Kamera (Mittelformat?) zulegen :)

Nochmal ein riesiges Dankeschön für eure netten und sehr ausführlichen Kommentare!
 
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