Hallo.
Ich dachte bisher, dass die pixel/cm die Auflösung angeben (mehr Pixel pro
Zentimeter ist feiner logischerweise) und Megapixel geben die Bildgröße an.
Ich denke, hier liegt eine sprachliche Doppeldeutigkeit vor:
Klar, die Pixel pro Zentimeter kann man auch als Auflösung bezeichnen. Im Sinne von "Feiheit", wie Du es oben bereits schreibst.
Aber es wird üblicherweise nun einmal die Bezeichnung "Auflösung" als anderes Wort für "Menge Pixel" verwendet.
Das ist, zugegeben, etwas verwirrend, da die Drucker- und Scanner-Hersteller ihrerseits von der Auflösung sprechen, wenn sie die DPI- bzw. PPI-Angabe meinen.
Beispiele:
- Die Bildschirm-Einstellungen in Windows. Da steht unter "Bildschirmauflösung" nicht etwa wie fein Dein Bildschirm die Punkte malen kann sondern WIE VIELE Punkte er darstellt. Also z.B. 1024x768 Pixel (= "PIcture CELLs" = Bildpunkte auf dem Monitor).
- Die Einheit "Megapixel" in Bildbearbeitungsprogrammen hinter dem Wort Auflösung. Megapixel = Millionen Pixel = ANZAHL der Pixel und nicht etwa deren "Dichte".
Kommen wir zu der Angabe, die Du im RAW-Entwickler machst. Die Frage ist hier: WORAUF (auf welchem Ausgabemedium bzw. Anzeigegerät) soll diese "Pixeldichte" bei der Darstellung verwendet werden?
- Ein althergebrachter Röhrenmonitor hatte üblicherweise 72 Punkte pro Inch.
- Ein moderner Flachbildschirm hat üblicherweise 96 Punkte pro Inch oder etwas mehr (122?).
Diese Werte sind physikalisch fest durch die einzelnen leuchtenden Punkte auf dem Display vergeben und können nicht durch einen Eintrag in einer Datei verändert werden. Das ist eine Eigenschaft, die das Display bei der Herstellung mitbekommen hat.
Begriffsdefinition (nach meinem Verständnis):
- Das, was Du als "Auflösung" bezeichnest wäre also eher die Pixel-Dichte. Sprich die DPI bzw. PPI, je nachdem auf welchem Gerät/Medium die Datei angezeigt/ausgegeben wird.
- Die Auflösung ist das, was Du als "Bildgröße" bezeichnest. Also die Anzahl (Mega-)Pixel des Bildes.
- Und die Bildgröße schliesslich wären die konkreten Abmessungen des Bildes (Anzahl Pixel horizontal und vertikal, z.B. 5000x4000 Pixel).
Dass Pixel pro Zentimeter jetzt die Bildgröße in cm verändern kann ich ehrlich gesagt nicht so ganz nachvollziehen, da der Wert ja ledigilich die Anzahl dr Pixel und nicht die Anzahl an Zentimetern einstellt.
Da gibt es zwei mögliche Herangehensweisen:
- Die Anzahl der Pixel bleibt gleich, dann muss sich die physikalische Ausgabegröße des Bildes bei Veränderung der Pixeldichte ändern.
- Die physikalische Größe des Ergebnis soll gleich bleiben aber Du änderst die Pixel-Dichte. Dann muss das Bildbearbeitungsprogramm zwangsweise entweder Pixel "dazuerfinden" oder Pixel wegwerfen.
Ich gehe jetzt mal vom Fall aus, dass Du Dein Bild nicht künstlich verschlechtern möchtest, also weder Pixel wegwirfst noch Pixel "dazuerfindest".
Denke mal an einen Drucker. Auf diesem möchtest Du ein Bild ausdrucken. Das Bild hat eine feste Größe (=Anzahl Pixel horizontal und vertikal). Wenn Du die einzelnen Pixel jetzt "feiner" (oder "enger") auf das Papier druckst, dann wird das Bild in cm kleiner.
Rechenbeispiel:
Du hast ein Bild mit 5000x4000 Pixel.
Der Drucker ist so eingestellt, dass er das Bild mit 100 Punkten pro Inch druckt.
Dann ist das Bild 5000/100 = 50 Inch breit.
Ein Inch sind 2,54 cm.
Somit wird das Bild 50*2,54 cm = 127 cm breit.
Jetzt nimmst Du das selbe Bild (5000x4000 Pixel) und druckst es auf dem selben Drucker aus, stellst den Drucker aber auf 300 Punkte pro Inch ein (im Druckertreiber).
Der Drucker druckt jetzt 300 Pixel Deines Bildes auf einen Inch.
Also wird das Bild jetz 5000/300 = 16,67 Inch breit.
Das etspricht 16,67*2,54 = 42,34 cm.
Das selbe Bild wird also bei Ausgabe auf einem Medium physisch (von seinen cm-Abmessungen) kleiner, wenn die Pixel kleiner/feiner/dichter nebeneinander auf das Medium gedruckt werden.
Das ist der große Unterschied zum Bildschirm, der ein festes Pixel-Raster hat.
Genaueres ist hier nachzulesen:
Digitale Bilder: Darstellung, Druck, DPI, PPI
Kann mir noch jemand die Unterschiede der verschieden Farbräume erläutern?
Das ist wieder ein ganz eigenes, großes Thema für sich.
Grob gesagt:
Farbräume geben an welche Farbnuancen alles dargestellt werden können. Ein "größerer" Farbraum kann also mehr (Zwischen-)Farben bzw. Farbabstufungen darstellen.
Da aber bestimmte Ausgabegeräte nur bestimmte Farbräume darstellen können hat sich bei der Ausgabe von Bildern im Web und (per JPG-Datei) an die "handelsüblichen" Photodienstleister der kleinste gemeinsame Nenner durchgesetzt. das ist "sRGB".
Zu den Details, Hintergründen etc. google bitte "Farbraum sRGB AdobeRGB"
Hier noch ein paar nützliche Links:
Guter Grundlagen-Artikel bei Beitlinger
Wikipedia: RGB-Farbraum
Wikipedia: sRGB
wikipedia: AdobeRGB
Gruss
Michael