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Aufwendiges Videolicht statt besserer Kamera

Dominic F.

Themenersteller
Hallo miteinander,
eine Freundin möchte Vloggen. Sie filmt sich derzeit mit dem Handy und macht bei der Technik quasi alles falsch, was man falsch machen kann. Das wäre alles nicht mein Problem, hätte sie nicht mich jetzt um Rat und Hilfe gefragt.
Aber ich nehme es sportlich und überlege, wie wohl ein Minimal-Setup aussehen könnte.
Für guten Ton ist inzwischen gesorgt, das hat schon enorm viel ausgemacht. Jetzt soll das Bild etwas aufgepeppt werden.
Ich musste ihr allergrundlegendste Dinge (Hintergrund aufräumen...) erklären, sie hat da wirklich keinen guten Blick. Aber das ist jetzt auch schon besser. Jedenfalls möchte sie sich jetzt Videolichter anschaffen. Wohlgemerkt ohne sich eine "richtige" Kamera anzuschaffen.

Ich war zuerst etwas skeptisch, mittlerweile denke ich aber, dass das vielleicht sogar klappen könnte.

Aber bei Videolicht bin ich nicht up to date. Was nutzt man denn da heutzutage?
Ich dachte an ein großes, diffuses (ca. 70x70cm?) Licht seitlich-vorn, und ein kleineres, weniger diffuses Licht seitlich-hinten, fertig. Aber ich bin überhaupt nicht im Bilde, was da taugliche Anbieter sind, wieviel man ausgeben sollte etc.
Wenn ich ihr jetzt eine Kamera empfehlen würde - die sie wie gesagt nicht will - würde ich von der Qualität in Richtung Canon M50 gehen. Was wäre hierzu ein qualitatives Äquivalent im Bereich des Videolichts? Es muss also keine R5 des Videolichtes sein, aber eben auch keine Powershot, wenn ihr versteht, was ich meine.

Einschließlich allem nötigen Zubehör sollten 500€ nicht überschritten werden, besser deutlich (!) weniger. Willen zu Bastellösungen ist vorhanden - sie hat bis heute z.B. kein Stativ für ihr Handy, sondern stellt es auf einen Bücherstapel. Ist ja per se ok.

Habt Ihr Empfehlungen für eine gute Videolichtlösung? Mir schwebt sowas wie der Yongnuo YN600 vor, aber welcher Diffusor da dann dazu muss, damit das Licht weich genug wird, weiß ich auch nicht so recht.

Es soll unabhängig vom Tageslicht gefilmt werden.

Über Tipps würde ich mich freuen. Eine Einschätzung, ob es vernünftig ist, weiter mit dem Smartphone zu filmen und ZUERST das Videolicht upzugraden anstatt eine richtige Kamera zu kaufen nehme ich auch gerne, eine Diskussion über Smartphone vs. Kamera ist hier aber ja nicht erwünscht und möchte ich insofern auch nicht anstacheln. Insofern beschränkt euch, wenn möglich, auf Tipps zum Licht, damit der Thread nicht geschlossen wird.

Und die Fragestellung, ob zuerst eine bessere Kamera oder besseres Licht als Anschaffung für Vlogs sinnvoll ist, ist ja auch allgemein relevant. Und die Gefahr, hier Murks zu kaufen erscheint mir recht hoch.

Mit Gruß

Dominic F.
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin,

die Aussage "ich will vloggen" sagt leider ungefähr genau so viel wie "ich will fotografieren". Beim Licht ist die zentrale Frage, was sie vorhat und in was für einem Raum sie filmt. Hat der Raum Tageslicht, wenn sie aufnimmt oder hat sie das Licht vollständig unter Kontrolle? Macht sie Talking Head-Videos am Tisch oder läuft sie im Raum herum? Macht sie Produktpräsentationen? Soll das Ambiente im Raum irgendwie sichtbar sein – also sitzt sie beispielsweise auf einer Couch und um sie herum ist der Raum mit Gegenständen bevölkert, die auch irgendwie im Bild zu sehen sein sollen? Sind seitlich oder hinter ihr Wände? Stehen da Schränke, Regale, Gegenstände im Hintergrund? Soll der Hintergrund im Dunkel absaufen, sollen dort Lichtakzente gesetzt werden oder soll er mehr oder weniger einfarbig beleuchtet sein?

Das wären so die ersten Fragen, die man mal für sich selber beantworten müsste. Davon ausgehend kann man dann überlegen

  • ob man mit einem einzelnen Licht auskommt oder besser mit zwei, drei oder gar vier arbeitet
  • ob man die eine oder andere Leuchte durch einen Reflektor ersetzen kann
  • ob man mit Licht auskommt, das nur bei einer Farbtemperatur (typischerweise ca. 5500 K) leuchtet, lieber Bi-Color-Leuchten verwendet (teurer), die einen Farbtemperaturbereich von, sagen wir, 3000 bis 5600 K abdecken, oder RGB-Leuchten benötigt (noch teurer)
  • ob man große Diffusionsflächen braucht, um weiches Licht zu erzeugen – zumindest für das Key Light wird das vermutlich angesagt sein
  • ob man lieber Light Panels (ggf. mit Barn Doors) wie das genannte von Yongnuo einsetzen möchte, ein Ring Light, Flex Panels, Flapjacks oder Leuchten mit Bowens Mount
  • ob man das Licht von bestimmten Teilen des Raums abschatten will – dann müsste man über Lichtformer, Grids, Flags etc. nachdenken
  • ob man Practicals einsetzen möchte – Lichtquellen, die als Objekte im Bild zu sehen sind

Ganz allgemein für das Licht: Man braucht auf jeden Fall ein Key Light (meist von oben seitlich vorne, manche bevorzugen mehr oder weniger frontal, ggf. als Ring Light), das in der Regel ein weiches Licht sein sollte – also je größer und gleichmäßiger die Lichtquelle, desto besser; Light Spill sollte man mit bedenken bei der Wahl des Lichtformers. Meist wird man ein Fill Light dazu haben wollen, das die Schatten auf der dem Licht abgewandten Seite aufhellt. Das kann auch eine weiße Wand oder ein Reflektor sein. Viele Leute setzen zusätzlich ein Hairlight ein, das mehr oder weniger Spot-artig von hinten oben leuchtet. Dann kann noch ein Rim Light dazu kommen, um eine bessere Separation zwischen Person und Hintergrund zu erreichen. Wenn man dann noch mehr haben will, setzt man noch Effektleuchten (z. B. einen Spot oder eine Leuchte mit Gobo) ein sowie die schon erwähnten Practicals.

Die Frage, ob man zunächst eine bessere Kamera oder vernünftiges Licht haben sollte, lässt sich einfach beantworten: Beides gleichzeitig. Die beste Kamera nützt ihr nichts, wenn sie nicht wenigstens halbwegs vernünftiges Licht hat. Das hilft ihr jetzt nichts, aber was ich damit sagen will: Wenn sie erst die Kamera anschafft, kann sie evtl. mit billigeren Leuchten auskommen (wobei das eigentlich nicht anzuraten ist, sondern öfter empfohlen wird, für das Licht ungefähr dasselbe auszugeben wie für Kamera und Objektiv zusammen – ich wollte das erst auch nicht glauben, aber meine nächste Leuchte wird wohl teurer als meine nächste Kamera und einige der billigeren Leuchten, die ich angeschafft habe, würde ich heute nicht wieder anschaffen).

Wenn sie unabhängig vom Tageslicht sein will, sollte sie den Raum komplett verdunkeln können. Dann aber braucht sie entsprechend Wumms in den Leuchten – etwas weniger, wenn sie eine Kamera hat, die gut mit hohen ISO-Werten umgehen kann. Und da merkt man halt, dass diese beiden Dinge voneinander abhängen. Sie kann sich richtig kräftige Leuchten zulegen und dann mit einem Handy filmen. Dann wird es aber auch lekker warm im Raum (selbst mit LEDs) und je nach verwendeten Leuchten kann der Geräuschpegel der Lüfter stören (das hängt dann noch einmal zusätzlich vom verwendeten Mikro bzw. der Toninstallation ab – also noch mehr Abhängigkeiten :)). Wenn sie eine bessere Kamera hat, kann sie höhere ISO-Werte und damit schwächere Leuchten verwenden. Da gilt es dann, einen vernünftigen Kompromiss zu erreichen.

Wenn du ein wenig etwas zu den eingangs gestellten Fragen sagst, könnte man ein paar Tipps zu Kameras (derzeit kann ich beispielsweise gar nicht einschätzen, ob sie einen AF braucht, ob sie in der Kamera aufnehmen will oder im Rechner etc. – daher wüsste ich nicht einmal, ob ich eine M50 empfehlen könnte, obwohl ich sie selber verwende) und Licht abgeben. Bei 500 Euro für alles zusammen ist da der Spielraum natürlich nicht gerade groß.

Für ein Einsteiger-Setup würde ich einmal dieses Video des DSLR Video Shooter empfehlen – dieser Kanal lohnt ohnehin aus vielerlei Gründen. Dieses Setup hat den kleinen Nachteil, dass zumindest ich nicht wüsste, wie man es in Deutschland bekommt. Man kann es aus den USA importieren, zahlt dann aber fast das Doppelte.

Einen guten Überblick über Licht für verschiedene Budgets gibt es bei Tommy Callaway – eine sehr guter Kanal, wenn es um Licht geht, wobei er eher der Auffassung ist, dass man so ab 500-750$ halbwegs vernünftiges Licht bekommt. In dem Video sind aber auch Leuchten für unter 100$ genannt. Für eine zweite Meinung (oder eine dritte neben dem DSLR Video Shooter) sei immer noch der Kanal von Gerald Undone empfohlen – für alles Mögliche rund um Video; wohl keiner schaut sich die Geräte genauer von der technischen Seite her an als er.

Zu guter Letzt würde ich für einen Einsteiger in dieses "Geschäft" noch den Kanal von Fellow Filmmaker empfehlen. Der reicht von praktischen Tipps und Reviews bis hin zu solchen Themen, wie man sich von niedrigen Zahlen bei YouTube nicht runterziehen lässt – also Lebensberatung für Vlogger quasi. Insbesondere das Video Best Lighting Setup for Video – Lighting setups explained ist für Einsteiger recht gut und vor allem richtet es sich an Leute mit geringem Budget – das bedeutet ab 300$ für ein taugliches Licht-Setup.

Die genannte Yongnuo-Leuchte kenne ich nicht. Marken, die im allgemeinen empfohlen werden, sind vor allem Godox und Aputure; schaut einfach mal nach den verschiedenen Modellen und was sie kosten und dann auf den genannten Kanälen die Reviews dazu an. Es gibt auch andere Marken, die zum Teil sehr günstig und manchmal auch nicht schlecht, manchmal aber auch Murks sind; und welche, die dann eher in den höherpreisigen Regionen spielen, die hier wohl eher nicht interessieren.
 
Meine Frau nutzt entweder ein großes Neewer LED Ringlicht mit Handyhalterung in der Mitte, dazu die Raumbeleuchtung bzw. Tageslicht. Ergebnis für You Tube, Facebook, Webseite völlig in Ordnung (meist filmt Sie mit dem Smartphone, das beherrscht Sie perfekt).
Oder sie nutzt, bzw. wenn ich mit der Z6 oder D850 für sie arbeite, zwei kompakte Neewer LED Flächenleuchten (660 LED, war ein SET), auch in Kombination mit dem Ringlicht. Bei Bedarf lege ich von unten noch eine kleine LED auf den Tisch. Alle sind Bi-Color und dimmbar.
Das ganze ist günstig und erfüllt seine Zweck für die geforderten Videoauflösungen vollkommen. Weitere Vorteil ist, dass alles einfach in der Handhabung ist und innerhalb von zwei Minuten überall aufgebaut werden kann (von jedem und jeder), auch auf Messen oder anderen Veranstaltungen. Bis auf das Ringlicht geht auch alles mit Akkus, daher sehr flexibel in der Anordnung.

Das ganze macht natürlich wenig Eindruck, die Ergebnisse passen aber und sind der Aufgabenstellung angemessen und passen vor allem zu den Kenntnissen und Vorstellungen der Anwender/-innen.
 
Ich stand bei mir vor ähnlichem Problem, mal Video probieren, wenig Geld ausgeben, soll aber auch irgendwie wie doch gut aussehen. Man kennt ja seine Softboxen und Schirme beim fotografieren.

Bei mir war es eher Amazonzufalls Schnäppchenkauf. Habe mir einer diesen günstigen Softboxen mit Dauerlicht und Stativ geholt. Suche mal nach RALENO Fotoleuchte Beleuchtungs Kit. Ist mit Stativ Tragetasche und einer 85W Fotolampe. 40 Euro und immer mal reduziert auf 30. Ich finde, es macht gutes Dauerlicht, ist eine 50x70cm Softbox, stabil und kleines Packmass. Habe jetzt ein zweite geholt, da kann man schon viel ausleuchten mit.

Würde erstmal beim Licht ansetzen, glaube den meisten Zuschauern ist doch mittlerweile eh wurscht womit es gemacht ist und 4K braucht sie sicher nicht bei all den Minibildschirmen, die es dann konsumieren. Inhalt ist sicher wichtiger.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank für die guten Tipps, insbesondere auch Tewahipounamu für deinen ausführlichen und hilfreichen Beitrag. DSLR-Video-Shooter habe ich kurz nach meinem Threadstart entdeckt und bin völlig angetan von seinen Videos, die waren sehr lehrreich. Achja, die Vlog-Situation: Meine Bekannte sitzt erzählend am Schreibtisch, bewegt sich dabei nicht.

Mittlerweile war ich bei ihr vor Ort und konnte mich mal im Haus umsehen. Wir sind fündig geworden im Dachgeschoss, wo sich ein sehr großes Fenster in der Dachschräge befindet. Das Licht kommt minimal zu sehr von oben, aber das sind nur wenige Grad zu viel, und die Fläche ist derart groß, dass es trotzdem sehr gut aussieht. Im hinteren Teil des Zimmers fällt der Schatten des Fensterrahmens weich und diffus auf die Wand, sodass dort ein exzellenter, weicher Verlauf von weiß zu dunkelgrau sichtbar wird.

Insgesamt ist die Lichtsituation nahezu perfekt - bei Tageslicht an bewölkten Tagen! - einzig muss sie noch eine große weiße Pappe als Fill-Light für die andere Seite anbringen. Da haben wir etwas experimentiert und wirklich erstaunlich gute Ergebnisse hinbekommen, ein Tag-Nacht Unterschied zu ihren ersten Versuchen. Ein erstes Ergebnis ist jedenfalls: Es geht eine ganze Menge schon völlig ohne Equipmentkauf, wenn man paar Räume im Haus zur Auswahl der natürlichen Lichtsituation hat und genau hinsieht.

Allerdings ist sie so völlig abhängig vom Tageslicht, was auf Dauer nicht ideal ist. Sie hat zwei, bald drei kleine Kinder - da ist eine Abhängigkeit vom Tageslicht (und gleichzeitiger Ruhe für die Aufnahme) kaum bewerkstelligbar.

Die Yongnuo-Lichter wurden übrigens bei dem DSLR-Video-Shooter-YOutubekanal empfohlen, der hat die vorgestellt in einem Video mit budgetfreundlichen Leuchten bis xy Euro.

Den Ton haben wir gut im Griff, da habe ich auch Ahnung und konnte ihr gut aushelfen.

Vorerst ist sie jetzt versorgt. Aber sobald das Problem mit der Tageslichtabhängigkeit in den Vordergrund tritt, werde ich nochmal das mit den Lampen angehen.

Kamera UND Lampen kaufen und dafür am Ende auch noch viel Geld ausgeben ist keine Option. Wenn sie eine Kamera kaufen wollen würde, würde ich sie auch in Richtung M50 bringen, mit einem schönen Sigma oder so. Aber bisher geht die Tendenz nicht dahin, und ich muss auch sagen, dass ich sie ungern dahin drängen möchte: Bei denen wird es demnächst für ein Weile finanziell schwierig, da will ich niemanden mit GAS infizieren. Selbst wenn es de facto hier hilfreich für ihr Videoprojekt wäre.

Also, schonmal vielen Dank für die verschiedenen und umfangreichen Tipps, und in die anderen Youtube-Kanäle werde ich auch mal reinschnuppern.
 
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Moin,

das klingt doch für den Anfang schonmal gut. Klar. Tageslicht ist prima, wenn man den passenden Raum hat und dann auch noch das Licht gut ist – sprich: idealerweise hell, aber bewölkt – oder zumindest keine direkte Sonne im Raum, was man natürlich auch über ein Rollo oder ein Tuch hinbekommen kann. Nur wenn man dann eben auch mal bei trübem Wetter was machen will – ich sitze hier auch direkt unter einem großen Dachfenster, musste heute früh aber selbst für das normale Arbeiten am Schreibtisch das Licht anmachen – oder zu einer lichttechnisch ungünstigen Tageszeit, ist das halt blöde. Wenn man flexibel genug ist, hält sich das Problem zumindest im Sommerhalbjahr in Grenzen.

Eben entdeckte ich noch ein neues Video in einem Kanal namens "Think Media", wo sie eine sehr einfache Low-Budget-Lösung vorstellen; vielleicht hilft sowas ja auch?

Ansonsten: Wenn der Hintergrund so ausgeleuchtet sein soll, wie du es jetzt aus der Tageslichtsituation beschreibst – also keine punktuelle Beleuchtung deiner Bekannten vor heimeliger bis schummriger Atmosphäre –, kommt Ihr mit recht einfachen Leuchten hin. Da kämen sowas wie die Neewer 660 in Frage, die Winterdienst ansprach; ich habe ein Neewer NL-200A, das ich durch den Durchlichtteil eines 5-in-1-Reflektors mit 1 Meter Durchmesser schicke und auf diese Weise eine große weiche Lichtquelle erzeuge. Diese Panels und Flapjacks haben aus meiner Sicht den Vorteil gegenüber einem Gerät wie dem Godox SL-60W, dass sie lüfterlos sind und daher kein Geräusch machen. Ich habe öfter gehört, dass bei Herstellern wie Neewer die LEDs für höhere Lichtausbeute mit zu hoher Spannung betrieben werden, was dazu führen soll, dass sie nach einer gewissen Laufzeit grünstichig werden sollen; ich habe das bei meiner noch nicht bemerkt, aber ich kann das nicht ausschließen.

Der Vorteil von solchen Lampen wie der SL-60W (und anderen ähnlicher Bauart) ist halt, dass man Lichtformer am Bowens Mount anbringen kann. Mit meinem Flapjack, das in den Reflektor strahlt, kriege ich natürlich eine breit streuende Lichtquelle (Stichwort: light spill). Den nachträglich einzudämmen ist möglich, aber wenn man das vorhat, würde ich lieber gleich auf die Bowens-Mount-Lösung setzen; das erschiene mir vernünftiger.

Anfangen kann man in jedem Fall ggf. auch mit einer einzigen Leuchte; wenn die von der Farbtemperatur regelbar ist, lässt sich das auch mit Tageslicht mischen, wenn man weiß, was man tut (anpassen oder auch bewusst unterschiedlich – beides kann Sinn ergeben). Für die Leuchte selber kann man mit unter 150€ schon was bekommen, mit dem man arbeiten kann. Allerdings kommen dann eben noch ggf. Leuchtenstativ, Lichtformer, Reflektor, Reflektorhalter o.ä. dazu.

Was die Kamera angeht, falls das irgendwann akut werden soll: Wenn sie sich nicht großartig bewegt, kommt sie ohne AF aus, dann geht die M50 in jedem Fall. Ich würde dann allerdings eher so Blende 2,8 wählen, weil man sich meist doch ein wenig vor und zurück bewegt. Wenn sie AF verwenden will, wird sie bei der M50 ansonsten in der Kamera aufzeichnen müssen – was sie wahrscheinlich eh vorhätte; die Kamera hat (anders als die M50 Mark II) leider keinen sauberen HDMI-Ausgang. Stromversorgung über einen Dummy-Adapter ist kein Problem. Ich zeichne per HDMI auf, da gibt es dann auch keine Beschränkung, dass die Kamera nach 30 Minuten oder so aufhört. Bei der Aufzeichnung in der Karte gibt es diese Beschränkung vermutlich, aber da bin ich nicht sicher. Ach ja: Und ich gehe bei dem Gesagten davon aus, dass Full HD reicht.
 
Würde weg vom Tageslicht, da sich dies durch Wolken usw. immer wieder leicht ändert und man das später im Video sieht (wenns geschnitten wird noch mehr, dann "springt" die Beleuchtung immer leicht).

Ich hab neben Aputure 120D II / 300D / Godox VL150 jetzt auch 2 Neewer 660 Pro dazu bekommen und kann diese sehr empfehlen. Sehr viele Möglichkeiten fürs Geld (y)

Godox SL-60W würde ich nicht empfehlen da der Lüfter zu laut ist.

Würde wie gesagt die Neewer 660pro empfehlen, damit lässt sich schon sehr viel machen und bei Bedarf hat man auch etwas Farbe zur Verfügung.
 
Sorry, habe jetzt nicht den ganzen Text gelesen. Falls es eher eine statische Situation ist (ohne Rumlaufen), kann ich ein Lichtsystem auf Zigbee-Basis empfehlen. Ist ja eher der Smarthome-Geschichte entlehnt, aber hat zB den Vorteil, dass man "sehr einfach/spielerisch" mit ner App* auf dem Rechner/Smartphone/Tablet das Licht einrichten kann, während man sich im Display sieht. Das macht das Spielen/schönmachen ungemein einfacher. Und es ist auch abseits der Vlogging-Geschichte nutzbar. Es ist kabelgebunden, Ja, es sind aber auch nur einfache GU10/E14/E27-Fassungen. Etwas, was man sehr billig (ein)bauen kann. Es gibt auch RGB-Zeugs. Und Schirme, Lichtformer sind dann das kleinste Problem. Kann man dann wirklich statisch platzieren, oder mit nem Teleskoparm.

Der große Blau/gelbe Wohnungseinrichter hat die Tradfri-Serie, wo man die Leuchtmittel und weitere Helfer sehr preiswert zusammenbekommt. Und die Lichtqualität ist für den Preis wirklich gut. Ich würde empfehlen, dort auch jene Leuchtmittel zu nehmen, die warm/kalt-Einstellungen ermöglichen - man hat deutlich mehr künstlerischen Spielraum. Sie haben auch RGB-Spielzeug. Und einige Fernbedienungen für n schmalen Taler. Geschätzt für 150Eur hat man zumindest die Leuchtmittel und die Ansteuerung für ein 4-5 Lampen-Setup zusammen.

Dann eben noch n paar Vlogger/YTer als Maßstab nehmen und schauen, wie sie sich eine zB 3-Punkt-Beleuchtung umgesetzt haben. Noch ein paar Ambientlichter im Hintergrund. Done.

* Man kann sich Setups speichern, intimes Solo-Licht, "großes" Raumlicht oder Zusatz-Spot, wenn man ein Produkt/Objekt zeigen will. Im Stream/bei der Aufnahme umschalten/umfaden. Einfach so mit nem Klick. Ausserdem findet sie vielleicht Gefallen daran und will dann mehr Smarthome. Es darf ja auch mehr sein als nur Vlogger-Spezialisierung. Um noch mehr Licht aufrüsten ist dann ein Kinderspiel - und eben auch nicht teuer.

mfg chmee
 
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