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Alt 05.07.2011, 19:45   #1
Blancblue
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Standard FAQ: Welche Objektive sind (besonders) für VDSLR geeignet?

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FAQ: Welche Objektive sind (besonders) für VDSLR geeignet?

Bevor es gleich losgeht, noch der Hinweis: Einsteiger, sowohl im Foto- als auch im VDSLR Bereich, sollten sich zunächst erstmal mit etwas Objektivtheorie beschäftigen, um dann hier später hier etwas praktischer einzusteigen. Sehr nützliche Informationen gibt es z.B. hier: http://www.fotolehrgang.de/2_1.htm


Die gute Nachricht zuerst - grundsätzlich kann man zum filmen erstmal jedes Objektiv verwenden, also auch die die eigentlich für das Fotografieren gedacht sind. Dem zufolge hat man eine riesige Auswahl zur Verfügung, insbesondere durch die Verwendung von Adaptern kann man sich an seine Kamera fast jedes Objektiv "anschnallen". Welches dann das Richtige ist, hängt (wie fast bei allem) immer an Budget, Einsatzzweck und persönlichen Vorlieben. Dazu später mehr, zunächst soll im Folgenden eine Übersicht gegeben werden, wie sich die verschiedenen Objektive im VDSLR Sektor einordnen lassen und unterscheiden.

1. Objektiv - Kategorien

a) moderne (Foto) Objektive mit Autofokus

Der Großteil der modernen Objektive wird heutzutage mit Autofokus ausgeliefert, für das Fotografieren eine feine Sache. Diese Objektive bieten den Vorteil, dass man vor dem aufnehmen das gewünschte Focusobjekt schnell und bequem scharf bekommt. Schwierig wird es dann jedoch, wenn sich das Focusobjekt während der Aufnahme bewegt und nachfokussiert werden muss. Hier versagt in der Regel der Autofocus der Kamera (vgl. FAQ Autofokus / Focusierhilfen) und für professionelle Ergebnisse ist man gezwungen manuell zu fokussieren. Hier beginnen die Nachteile dieser Objektive - durch die Optimierung auf Fotos und Autofokus ist die manuelle Fokussierung meistens sehr schwer zu bewältigen, da oftmals:

- zu kurzer Focusweg

- Focusring läuft zu leichtläufig

- Focusring ungünstig positioniert

- Focusring sehr schmal

(ein gutes Beispiel für diese Eigenschaften ist das übrigens das beliebte Canon EF 50 1.8)

Einen Teil dieser Probleme kann man durch geeignetes Zubehör wie z.B. einem "Follow Focus" (siehe FAQ Zubehör…) oder viel Übung wieder wettmachen ;-)

Weitere Nachteile sind die Geräusche die Fotooptiken verursachen können - Bildstabilisator, Autofokus etc. sind gerade bei kameraeigenen bzw. auf dem Blitzschuh extern angebrachten Mikrofonen teilweise gut zu hören. Bedenken muss man noch, dass bei der Verwendung von Objektiv-Adaptern (z.B. Canon Objektiv an Nikonkamera) in der Regel die Autofocus Möglichkeit des Objektivs nicht mehr funktioniert.


b) Manuelle / alte bzw analog Objektive

Objektive dieser Kategorie werden sehr oft für das Videographieren empfohlen, weil sie sich in der Regel deutlich besser manuell fokussieren lassen, da sie von den Herstellern darauf optimiert wurden. So besitzen diese Objektive z.B. meist breite, gut positionierte und soft laufende Focusdrehringe, zudem kann auch meistens die Blende direkt am Objektiv eingestellt werden (Vor- oder Nachteil ist Geschmacksache).

Zu unterscheiden gilt es zunächst moderne, also noch produzierte Objektive (bekannte Hersteller sind z.B. Zeiss, Leica, Voigtländer) und gebrauchten bzw. nicht mehr hergestellten Objektiven, in diesem Forum oft als "Altglas" oder "Analogobjektive" bezeichnet. Erst genannte sind oft relativ teuer, dafür bekommt man meistens aber auch eine sehr gute (Bild-)Qualität geliefert.
„Altgläser“ sind in der Regel deutlich billiger (ab 10 EUR) und daher sehr beliebt in der Videographie, zudem gerade Festbrennweiten (siehe auch weiter unten im Text) eine für Video meist völligst ausreichende Bildqualität besitzen (teilweise sogar auf Augenhöhe mit modernen Linsen). Empfehlenswert für so gut wie alle bekannten Kamerahersteller sind Analogobjektive mit M42 Anschlussgewinde, da man diese mittels günstig erhältlichen Adapter ohne Qualitäts- und Komfortverlust verwenden kann. Es gibt im hier im Forum zahlreiche Beispielbildergalerien von alten Objektiven, einfach mal die Suche anwerfen. Vor dem Kauf auf jeden Fall informieren, ob es für Objektiv/Kamera passende Adapter gibt.


c) Videooptimierte Objektive mit Autofocus

Langsam aber sicher haben auch die Hersteller den VDSLR Trend entdeckt und bieten für die Videographie optimierte Objektive an. Diese sollen sich durch eine besonders schnelle und leise (Auto) Fokussierung , sowie permanente Schärfenachführung auszeichnen. Die Auswahl speziell optimierter ist allerdings noch sehr gering , bekanntester Vertreter dieser Klasse ist z.B. das Panasonic LUMIX G VARIO HD 4,0-5,8/14-140mm.


d) Highend-Filmobjektive / Cine Objektive

Wer über das nötige Budget verfügt, kann natürlich auch zu Objektiven aus dem Highend-Filmbereich greifen. In der Regel braucht man für diese einen PL Mount Adapter, seit 2010 gibt es sogar ein Teil der bekannten Cineobjektive von Zeiss bereits passend für Nikon und Canon Kameras. Gegenüber Standard-Fotoobjektiven unterscheiden sie sich u.a. durch einen anderen Sweepspot und durch eine bessere Film-Funktionalität auszeichnen, wozu u.a. „gleiche Fassungsabmessungen, gleiche Scharfstell- und Blenden-Bedienung, ein längerer Scharfstellweg und die manuelle Scharfeinstellung beitragen wollen“. Beachten sollte man auf jeden Fall, dass Cine-Objektive nur sinnvoll in Verbindung mit einem DSLR Rig mit Follow-Focus betrieben werden (sollten), gut zu erkennen an den eher Zahnradmäßigen Focus- und Blendenringen.



2. Welches Objektiv ist für mich das Richtige?

Wie schon erwähnt, lässt sich diese Frage eigentlich kaum beantworten und nicht umsonst gibt es hier im Forum unzählige Threads dazu. Fakt ist, das EierlegendeWollmilchsau-Objektiv gibt es bisher nicht, daher folgen an dieser Stelle mal vier wichtigste Entscheidungskriterien, die man sich vor dem Kauf beachten kann:


Kriterium: Budget

Wieviel möchte/kann ich in Objektive investieren? Hier gilt es vor allem zu beachten, dass man zum filmen insbesondere wenn es etwas anspruchsvoller werden soll, noch einiges an Zubehör benötigt. Die beste Bildqualität hilft leider nichts, wenn das Billigstativ ständig für Ruckler sorgt oder ein Objektiv mit Blende 1.2 bei Tageslicht ohne ND Filter.


Kriterium: Autofocus WÄHREND der Aufnahme - ja oder nein

Bereits oben wurden ja die Vor- und Nachteile von Objektiven mit/ohne Autofocus beschrieben. Letztendlich ist es so: Wer WÄHREND der Aufnahme stets einen brauchbaren Autofocus benötigt, ist (zumindest bisher noch) mit einem Camcorder besser bedient, es sei denn man hat kein Problem wenn´s dann mal stellenweise unscharf wird/pumpt.
Bei „Run&Gun“ oder Tante Friedas Geburtstag sicherlich auch kein Problem, aber im professionellen Bereich ein NoGo.
Wie bereits erwähnt, muss das Objektiv auch mit der verwendeten Kamera elektronisch kompatibel sein, um Autofocus nutzen zu können, was gerade bei der Verwendung mit Adaptern oftmals nicht gegeben ist.
Will man den Autofocus lediglich nur vor der Aufnahme nutzen, sollte man vor dem Kauf unbedingt testen, wie gut sich das Objektiv manuell focussieren lässt bzw. zum vorhandenen Zubehör passt.


Kriterium: Lichtstärke bzw. Zoomfunktion

Hintergrund: Durch bei Filmen mehr oder weniger festgelegten Belichtungszeiten (siehe FAQ...), ist man gerade bei schlechten Lichtverhältnissen sehr unflexibel. Hier hilft dann nur noch ISO hochdrehen und/oder (wenn man das dadurch erhöhte Rauschen verhindern möchte) niedrige Blendenzahlen. Jetzt hat man die Qual der Wahl: Festbrennweiten gibt es bereits bezahlbar ab Blende 1.4, während Zoomobjektive hingegen kaum (wenn dann sehr teuer) unter Blende 2.8 zu bekommen sind. Wer also sehr viel bei schlechtem Licht filmen muss, sollte auf jeden Fall ein Festbrennweite im Gepäck haben.
Wer meistens bei guten Lichtverhältnissen filmt, kann im Prinzip bedenkenlos zu einem Zoomobjektiv greifen, es sei denn man benötigt auch beim hellem Licht extreme Freistellung. Hier sind Festbrennweiten (mit ND-Filter versehen) dann meistens die bessere Wahl.

Wer sich unschlüssig ist beim Thema Festbrennweite oder Zoom, fährt zunächst sehr gut mit einem Kitobjektiv (Objektiv, das meistens zum Lieferumfang der Kamera gehört) plus einem Satz gebrauchten Billig-Analog-Festbrennweiten. Gerade letztere kann man meistens bei Nichtgefallen ohne Wertverlust wieder verkaufen.


Entscheidung 4: Brennweite

Dazu gibt es eine separate FAQ, siehe hier: tbd
Bis dahin hier ein recht informatives Video von Canon: http://vimeo.com/13140360

Diesen Thread bitte nicht kommentieren. Anmerkungen, Hinweise und Kritik bitte hier posten: http://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=901684 oder auch gerne per PN an mich

Geändert von Blancblue (29.07.2011 um 02:13 Uhr) Grund: Link zur Brennweite ergänzt
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