Naja, also zunächst solltest Du Dir schon mal überlegen, ob Dir der schnelle Zugriff auf die Cam über eine Seitentasche des Rucksacks wichtig ist, oder ob es Dir reicht, einen herkömmlichen Rucksack erst abzusetzen und dann die Kamera rauszuholen. Wenn Dir letzteres reicht, hast Du eine große Auswahl zwischen zahllosen guten und/oder günstigen Rucksäcken!
Falls Du den seitlichen Schnellzugriff haben magst, ist das eine deutliche Einschränkung. Außerdem steht Dir dann noch die Entscheidung zwischen Sling und normalem Rucksack bevor.
Hier mal ein kleiner Überblick von den Rucksäcken mit seitlicher Eingriffsmöglichkeit, die mir bislang über den Weg gelaufen sind (Meine Fotoausrüstung ist ja Deiner ähnlich):
Von Lowepro gibts ja die Slingshots, mit absolut genialer Liebe zum Detail gemacht, überall kleine Täschchen, stabile Reiß- und Klettverschlüsse, aber: mit einer größeren Ausrüstung wirds schnell unanagenehm. Ich habe einen Slingshot 300 durch Japan, Griechenland und Dänemark getragen und trotz des tollen Bauchgurts geflucht. Spätestens wenn da hinten die Cam, mehrere Objektive, Reiseutensilien, mal ne Flasche Wasser und dann noch mein sehr kleines und leichtes Stativ (1,5 kg mit Kopf) rumfahren, tut es nach ein paar Stunden weh. Ansonsten ist das Teil aber genial. Fahrradfahren geht gut, im Gegensatz zu einer Umhängetasche.
Die Lowepro Fastpacks haben auch einen Seiteneingriff, aber als Rucksack. Das funktioniert meiner Meinung nach genauso gut wie beim Sling. Hier finde ich nur ein bißchen nachteilig, das die Teile eher aus dem unteren Preissegment stammen und z.B. nicht mal eine Stativhalterung oder einen Regenschutz integriert haben (auch wenn man sich den natürlich zusätzlich holen kann)
Die Kata 3N- Serie ist beides, und wurde hier im Forum schon oft als logische Fortsetzung des Slingshots diskutiert. Er kann also als Sling oder als normaler Rucksack getragen werden. Seit einigen Tagen besitze ich selbst einen, und bin von der Verarbeitung beeindruckt (auch wenn mir Lowepro ein bißchen besser gefällt). Die Variabilität ist wirklich sehr groß und überzeugt durch intelligente Details (z.B. läßt sich die Polsterung zwischen Foto- und Laptopfach entfernen, was bei nur gelegentlicher Nutzung des Fachs durchaus sinnvoll ist). Allerdings habe ich schon einige Leute über die Bequemlichkeit des Tragesystems fluchen hören. Im Vergleich zum Slingshot finde ichs sehr bequem, im Vergleich zu einem Lowepro Nature Trekker II eher unbequem - ein Praxistest über weite Strecken folgt aber erst im August.
- Einen Vanguard habe ich vor ein paar Wochen ausprobiert: den Up-Rise 48. Das ist ein normaler Rucksack mit seitlicher Eingriffsmöglichkeit. Naja, was soll ich sagen, der ist inzwischen wieder zurück zum Händler. Echt genial waren an dem Teil die integrierte Stativhalterung (NICHT hinten für einen fies großen Hebel auf den Schultern, sondern an der rechten Seite, wo er m.E. hingehört) und die absolut genialen Schulterriemen, die ein sehr angenehmes Tragegefühl garantieren. Sehr schlecht war, daß das Teil praktisch keine Täschchen für Kleinkruscht hat (nicht mal eine Speicherkartentasche gibts) und die verwendeten Klettverschlüsse so schwach waren, daß mir die Wasserflasche aus dem Daypack nach ein paar Minuten durchs Fotoabteil gekugelt ist. Das "Daypack"-Abteil oben läßt sich blöderweise nämlich nur per Klett und nicht per Reißverschluß vom Fotoabteil trennen (wie z.B. beim Kata). Auch andere Details sind nicht durchdacht: Zwar läßt sich die Polsterung an der Seite des Rucksacks mit einem kleinen Reißverschluß herausnehmen (wozu? dort sollte immer gepolstert sein), aber die Polsterung zwischen Notebook- und Fotofach geht nicht raus (führt manchmal zu unnötiger Doppelpolsterung). Wenn man sonst Lowepro und Tenba kennt, ist beim Vanguard Enttäuschung garantiert - und das bei einem Kaufpreis von über 140€! Ein Lowepro Fastpack ist besser verarbeitet und kostet die Hälfte!
Weitere Rucksäcke mit seitlichen Eingriffsmöglichkeiten gibt es von Alpine. Die habe ich aber noch nicht in Natura gesehen.
Lexi