Die Safari-Stative von Gitzo kann man aber nicht komplett ins Wasser stellen, so wie ich das jetzt verstanden habe. Dann könnte man ja auch die Ocean Stative nehmen.
Könnte man nicht im Prinzip alle Stative ins Wasser stellen (zumindest die aus Carbon) und die danach auseinander schrauben und komplett reinigen? Oder sind die teilweise so verbaut, dass man die nicht mehr auseinander bekommt?
... Teleskopbeine mit Drehverschlüssen kann man theoretisch oft schon auseinandernehmen; allerdings ist es besser, dafür ein "sicheres" Hotelzimmer zu haben; rein im Freiland ist das nichts wegen des fummeligen Aufbaus der Verschlüsse.
Wäre das (Arbeiten im Wasser mit Wathose, Stativ fast komplett unter Wasser) ein wichtiges Auswahlkriterium, ist es besser, ein Holzstativ zu nehmen, das wegen der offenen Bauweise der Beine erst gar nicht das Problem aufkommen lässt (andere Möglichkeit: Cullmann-Stativ aus der Titanserie, wegen der Bauweise bis 50 cm Wassertiefe, dafür aber nur ein Anstellwinkel und recht schwer)
Zu anderen Argumenten hier:
- Fehlende Nachhaltigkeit bei "Chinaherstellern": natürlich wird oft billig produziert auf Kosten der Umwelt oder der Arbeitskräfte; aber es gibt da auch Beispiele, wo man sich nicht hinter westlichen Standards verstecken muss; und: wer prüft das denn bei gängigen Markenherstellern aus den USA oder Europa - ist Nachhaltigkeit schon, wenn man Stative aus Basalt anbietet, weil das angeblich via Werbung pure Natur ist, werden bestimmte Teile evt. auch in China vorgefertigt, sind Produktionsbedingungen nur deshalb immer gut, weil ein Werk in Europa liegt etc. etc.
- Chinesen kopieren nur: Wenn technische Lösungen durch Patente nicht abgesichert sind, ist das erstmal auch völlig zulässig (im anderen Fall wird so etwas z.T. vom Zoll z.B. auf Fotomessen auf betreiben der geschädigten Hersteller eingesammelt); Begriffe wie Abkupfern und Plagiate, die in diesem Zusammenhang gerne gebraucht werden, sollte man hier vorsichtig wählen, denn industrielle Produkte sind ohne Patent nicht per se geschützt wie Fotos, Kunstwerke oder schriftliche Publikationen
und
andersherum: lassen sich Konstrukteure von Markenherstellern also von asiatischen Lösungen nicht auch mal schon inspirieren ?
Wenn man sich bei Fotostativen zumindest mal Labormeßergebnisse ansieht, kann man nicht unbedingt sagen, dass Chinaware per se in der Technik schlechter ist.
Daher warte ich auch erst mal, was die erst seit Sommer 2015 erhältliche neue W-Serie von Sirui angeht, solche Tests ab.
Und auf anderen Gebieten sollte man sich besser eingestehen, dass uns mit asiatischen Anbietern
z.T. auch eine qualitativ hochwertige Konkurrenz erwächst, die auch nicht mehr unbedingt immer nur in dunklen Hinterhöfen produziert (s. dazu unlängst die Reportage des freien Fotografen Steffen Böttcher über die Vergabe der Entwicklung/Ausbelichtung von professionellen Bildaufträgen nach Indien, speziell zum Thema Arbeitsbedingungen; PhotoPresse Ausgabe 13).
Das Arbeitsplatzargument für heimische Hersteller könnte man natürlich noch gelten lassen (obwohl es so viele deutsche Firmen da in der Fotoindustrie ja auch nicht mehr gibt). Aber sonst: eine europäische Firma ist da für mich in der Abwägung jetzt nicht wichtiger als eine indische, japanische oder chinesische. Warum auch. Die Menschen dort in Asien wollen auch gut leben.
Oder wechseln wir mal den Blickwinkel: Welche dieser hier immer wieder vorgetragenen Argumente (außer vielleicht gute Labortestergebnisse oder Praxiserfahrungen) soll sich dann ein chinesischer Hobbyfotograf zur Hand nehmen, der sich ein Stativ kaufen will (solche "schweren" Entscheidungen fallen auch da tagtäglich, immerhin leben rund 60 % der Weltbevölkerung in Asien) ?
M. Lindner