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Serien aus Indien, Nepal, Indonesien und der Mongolei

freudi

Themenersteller
Hallo ihr Lieben,
ich war in den letzten Monaten viel unterwegs und würde gerne einige Bildserien zeigen.

Kurze Zusammenfassung meiner Reise: Ich bin im Februar 2017 von Frankfurt nach Chennai (Indien) geflogen - insgesamt habe ich in 2017 und 2018 etwa 7 Monate in Indien verbracht, bin kreuz und quer mit dem Rucksack durch das Land gereist und würde behaupten, dass ich Indien mittlerweile deutlich besser kenne als mein Geburtsland Deutschland. Zwischendurch bin ich zwei Monate auf Sumatra, Lombok und Java (Indonesien) und einen Monat durch Teile der Mongolei gereist. Meine vier Wochen in Nepal habe ich zum großen Teil mit Wandern verbracht (Everest Basecamp/Gokyo Seen, Annapurna Basecamp).
Leider haben in Tansania meine Kameraausrüstung sowie Kreditkarten eher unfreiwillig den Besitzer gewechselt, weswegen ich den geplanten Trip, von Tansania auf dem Landweg bis nach Ägypten zu reisen, verschoben habe und es von dort auch keine Fotos gibt. Bevor ich vor wenigen Tagen nach Deutschland zurückgekehrt bin, habe ich noch eine kleine Rundtour durch Jordanien, Palästina und Israel gemacht.

Ich hatte erst überlegt, Bilder der Reise mit kurzen Berichten chronologisch zu posten, auch als kleines nachträgliches Reisetagebuch für mich. Da ich aber in anderen Threads gesehen habe, dass Fotos von Landschaften, Architektur und Menschen nicht unter dem Begriff "Reisefotografie" in einem Thema zusammenstehen dürfen, habe ich mich für das Teilen einzelner Serien entschieden. Ich werde trotzdem zu jeder Serie, wenn möglich, ein paar Sätze schreiben.

Ich freue mich über jedwede konstruktive Kritik und hoffe, dass das ein oder andere Foto auf Gefallen stößt. Da mein Laptop dazu neigt, alles etwas zu hell anzuzeigen, neige ich dazu, Bilder zu dunkel zu entwickeln - sagt Bescheid, falls das der Fall ist, dann versuche ich nachzubessern.

Liebe Grüße, Tobias
 
Serie [1] - Teyyam in Kerala/Indien

Serie [1] - Teyyam in Kerala/Indien
Ich mag es, auf Reisen lokale Feste und Kulturveranstaltungen zu besuchen. Oft sind es kleine Randnotizen oder Sätze im Reiseführer à la "Wenn man ganz viel Zeit hat und einen 10 Stunden Busfahrt nicht abschrecken, könnten man noch....", die mich aufmerksam werden lassen.
Ein persönliches Highlight war eine Teyyam-Zeremonie im Norden Keralas, der ich beiwohnen durfte. Bei einer Theyyam-Zeremonie treten aufwendig geschminkte und kostümierte "Darsteller" in von Trommelmusik begleiteten "Tänzen" auf. Oft stammen die Darsteller aus der untersten Kaste des traditionellem hinduistischen Kastensystems, erlangen in der Zeremonie allerdings eine Art göttlichen Zustand und dürfen damit selbst Menschen der obersten Kaste berühren und segnen. Die Transformation oder Transzendenz hin zum göttlichen Zustand wird teilweise dadurch bewiesen, dass die "Darsteller" in einen Haufen glühender Kohlen oder über brennende Reisigbündel springen, ohne dabei Schmerzen zu zeigen.
Die von mir besuchte Zeremonie fand auf dem Areal eines kleinen Dorftempels statt, angereist bin ich mit einem kleinen Zettel, auf den mir ein hilfsbereiter Einheimischer gut lesbar den Ort und eine Beschreibung für die Anreise mit Bussen und Rickschah notiert hatte. Google Maps sowie Maps.Me (Open Street Map) zeigt für den Standort des Tempels sowie des Dorfes nur eine weißgraue-Fläche, ohne einheimische Hilfe also unauffindbar.
Die Zeremonie begann an einem Samstagabend, ging den Großteil der Nacht zum Sonntag weiter und endete am Sonntagvormittag. Zum Glück waren einige Strahler aufgebaut, sonst wäre ich definitiv ohne fotografische Erinnerung abgereist.

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Serie [2] - Die Kushti-Ringer aus Kolhapur/Indien

Serie [2] - Die Kushti-Ringer aus Kolhapur/Indien
Wieder infolge eine Randnotiz im Reiseführer hat es mich nach Kolhapur im Bundeststaat Maharashtra von Indien verschlagen. Die spontan gebuchte Zugfahrt war abenteuerlich - da alle Platzkarten ausverkauft waren, blieb nur noch die Fahrt in der unreservierten Klasse. Als ich mitten in der Nacht zusteige, ist das Abteil voll. Voll bedeutet, dass kein mm² freie Sitzfläche auf den dafür vorgesehenen Bänken zu erspähen ist. Voll bedeutet, dass auf dem gesamten Fußboden des Abteils Menschen sitzen und liegen. Und voll bedeutet, dass in allen Gepäckablagefächern über den Sitzbänken Menschen sitzen. Zum Glück erspähen zwei Softwareingenieure aus Hyderabad den leicht überforderten Touri (mich) und machen mir für die nächsten 8 Stunden einen Platz in ihrem Gepäckablagefach frei.

Der Grund für meinen Ausflug nach Kolhapur ist die dort heimische Ringertradition. Es gibt mehrere Vereine und regelmäßige Wettkämpfe. Ein Bewohner der Stadt erklärt mir, dass zwar leider gerade keine Wettkampfsaison sei, ich allerdings ja mal in einem Trainingszentrum vorbeischauen könne. Am Ende einiger verdreckter und vermüllter Seitenstraßen liegt das Motibagh-Trainingsgelände. Einer der Sportler begrüßt mich herzlich, stellt mich anderen Sportlern und dem Trainer vor und zeigt mir das Gelände. Leider spreche ich weder Marathi noch Hindi und die Englisch-Künste der Sportler sind auch eher begrenzt. Trotzdem erfahre ich, dass viele Sportler nicht nur im Trainingszentrum trainieren, sondern auch leben und einige von Asiens besten Ringern hier ausgebildet werden. Begeistert zeigen sie mir gewonnene Pokale und Medallien. Am Ende darf ich sogar meine Stimme bei der Wahl eines neuen Vereinssprechers/Sportlervertreter (? - so genau habe ich nicht herausbekommen, wer gewählt wird) abgeben.

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Serien [3] - Makepung-Büffelrennen Bali/Indonesien

Serie [3] Makepung-Büffelrennen auf Bali/Indonesien
Ich gebe zu, ganz akkurat war die Beschreibung meiner Reiseroute im Eröffnungspost nicht - ich war in Indonesien nicht nur auf Java, Sumatra und Lombok, sondern auch genau für einen Tag auf Bali - und zwar um ein Makepung-Büffelrennen zu besuchen. Im Gegensatz zu den bekannteren Pacu Jawi-Schlammrennen auf Sumatra (davon zeige ich später noch eine Serie) finden Makepung-Rennen auf relativ festem Boden und in einer Kreisbahn statt. Jeweils zwei geschmückte Bullen ziehen einen Wagen und werden dabei auf ziemlich brutale Weise vom Wagenlenker angetrieben. Er lässt nicht nur einen Hagel von Schlägen mit teils dornenbewehrter Keule auf das Bullenhinterteil niedergehen sondern stochert auch in den Weichteilen der Bullen. Zusätzlich haben viele der Wagen einen Fanclub mitgebracht, deren Mitglieder das Gespann mit Rufen und Schlägen vom Rand der Piste antreiben und anfeuern.
Bei jedem Einzelrennen fahren zwei bis drei Wagen gegeneinander - Überholmanöver sind auf der schmalen Strecke nur schwer möglich. Am gefährlichsten ist das Rennen für die Zuschauer, die sich im Zieleinlaufbereich versammeln. Nicht selten gehen die vorher angestachelten und gereizten Bullen durch, sodass sich die Versammelten mit Sprüngen in die benachbarten Schlammfelder retten müssen. Wenn ich es richtig verstanden habe, finden an einigen Wochenenden im Jahr Rennen statt. Am Ende der Saison wird ein Sieger gekürt, der wohl auch ein saftiges Preisgeld bekommt.
Da meine Kamera den Schwefelnebel am Vulkan Mt. Ijen, den ich vorher besucht hatte, nicht gut vertragen hat, konnte ich nur mit einem verrücktspielenden Automatikmodus ohne Zugriff auf Fokusfeldeinstellungen fotografieren, was gerade bei einer Sportveranstaltung nur mäßig geeignet ist. Außerdem war keine Bildkontrolle mehr möglich (die Wiedergabe-Taste war auch defekt) - sodass ich sehr gespannt war, als ich etwa eine Woche später die entstandenen Fotos in der in Surabaya (Indonesien) neu erstandenen Kamera sichten konnte.

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Serie [4] Pacu Jawi-Büffelrennen auf Sumatra/Indonesien

Serie [4] Pacu Jawi-Büffelrennen auf Sumatra/Indonesien
Nachdem ich schon eine Fotoserie der Makepungrennen von Bali gezeigt habe, darf natürlich eine Serie der Schlammrennen von Sumatra nicht fehlen, die vor allem durch ein Foto beim World Press Photo-Award vor einigen Jahren bekannt geworden sind. Die Rennen finden auf einem gefluteten Feld statt, dass sich durch die Bewässerung in eine mit knietiefem Schlamm bedeckte Bahn verwandelt. Jeweils zwei Bullen ziehen ein simples Holzgestell über den Boden, auf dem der Jockey des Gespanns steht. Mangels Alternativen hält sich der Jockey an den Schwänzen der Bullen fest - und beißt, angeblich zum Anfeuern der Tiere, auch mal beherzt in die Schwänze der Bullen. Oft starten zwar zwei Gespanne gleichzeitig, allerdings war es in meiner Wahrnehmung kein Wettkampf "Jockey gegen Jockey". Es zählt wohl eher das Bestehen der Herausforderung, sich bis zum Ende der Schlammpiste auf dem Holzgestell halten zu können. Ich habe auch gehört, dass Bullen, die sich bei den Rennen gut zeigen (was auch immer das bedeutet), im Verkaufswert steigen.

Um Bilder vom Streckenrand zu machen, sind alte Klamotten Pflicht - zumindest mit meinen Künsten in der Handwäsche hat es lange gedauert, die Schlammspritzer auszuwaschen. Außerdem gehen immer wieder Bullen durch und durchbrechen den klapprigen Zaun der Streckenbegrenzung -man sollte also darauf achten, genügend Platz zum Beiseitespringen/-rennen zu haben.

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Serie [5] - Die Schwefelarbeiter vom Mt. Ijen/Indonesien

Serie [5] - Die Schwefelarbeiter vom Mt. Ijen/Indonesien

Mittlerweile durch einige Reportagen schon relativ bekannt geworden, ist der Schwefelabbau am Mt. Ijen im Osten von Java. Die im Krater austretenden Schwefeldämpfe werden durch Rohre geleitet, in denen der Schwefel kondensiert. Nachdem der aus den Rohren austretende, flüssige Schwefel erstarrt ist, hacken Arbeiter Brocken aus der Schwefelmasse, laden diese Brocken in Körbe und buckeln sie dann die steile Kraterwand empor. Die Arbeiter werden bar bezahlt und zwar in Abhängigkeit davon, wie viele Kilogramm der Schwefelbrocken sie tragen konnten. Angeblich ist der Job trotz der harten Arbeitsbedingungen relativ beliebt, da die Bezahlung für indonesische Verhältnisse wohl recht gut ist. Allerdings habe ich auch gelesen, dass die Lebenserwartung der Minenarbeiter/Träger infoge der harten Arbeit und den giftigen Schwefeldämpfen im Krater deutlich unter der Lebenserwartung anderer Indonesier liegt - letztendlich also ein "teuer erkaufter" Lohn.
Insbesondere bei starken Schwefeldämpfen und wechselnden Windbedingungen sollte man nicht zu ausgiebig fotografieren - der Schwefeldampf greift metallische Bauteile und Kontakte an, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann. Einen Tag nach meinem Besuch am Mount Ijen waren die meisten Funktionen meiner Kamera defekt. Es gibt übrigens einen weiteren Vulkan auf Java, an dem Schwefel händisch abgebaut wird - der Mt. Welirang. Hier leben die Schwefelarbeiter unter der Woche in selbstgebauten Erdhütten auf über 2000 m Höhe. Wahrscheinlich ist der Abbauort noch nicht so bekannt geworden, da er nur durch viele Stunden auf einem wirklich anstrengenden und steilem Weg erreicht werden kann. Ich war blöderweise an einem Freitag am Mt. Welirang, sodass ich die dortigen Arbeiter nicht treffen konnte (Freitag ist im muslimischen Indonesien natürlich frei, ich Depp).

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Die Bilder in ihrer Gesamtheit als Serie sind wohl das Beste was dieser Bereich des Forums seit langem zu sehen bekommen hat. Besonders die Momente sind einfach sehr stark!
Die Bearbeitung hast du sicherlich genau so gewollt. Ich finde das ein oder andere Bild könnte noch ein wenig mehr Schwarz vertragen.

Danke fürs zeigen!
 
Sehr beeindruckende Serien von einer sicherlich noch beeindruckenderen Reise. Danke fürs Zeigen und und auch die Kommentare/Infos dazu.
Bitte weitermachen!
 
Ich schließe mich den Vorrednern an, insb. vivanco - sehr schöne, lebensnahe und faszinierende Momentaufnahmen, die mir in sw besonders gefallen und mich sofort in ihren Bann ziehen. Ich bleibe sehr gerne dabei und bleibe gespannt. (y)
 
Ich muss mich den Vorrednern anschließen, dies ist eine super Serie. Besonders das Büffelrennen, als würde ich mittendrin stehen.

Eventuell ein kleiner Wunsch, Indien, sowie der Rest SEA ist Lebens- und Farbenfreude pur, sodass ich mir das ein oder andere Bild in Farbe wünschen würde.
 
Eine beeindruckende Serienvielfalt, ganz besonders sehenswert und prima eingefangen! Ich bin schwer begeistert und finde die Serien gerade in S/W gelungen, weil dann mehr Fantasie bleibt, um sie gedanklich mit Farbe aufzufüllen oder sie eben einfach nur, wie sie sind, zu genießen!

Ganz besondere Momente, toll fotografiert... Großes Kompliment!
 
Hallo ihr Lieben, vielen Dank für die positiven Rückmeldungen. Ich freue mich, dass euch die Bilder gefallen.

@vivanco: Stimmt, das ein oder andere Bild könnte etwas mehr schwarz vertragen. Ich versuche, das spätestens in den ab nächster Woche kommenden Bildern anzupassen.

@IRonyCouple: Du hast natürlich recht mit der Farbenpracht Südasiens. Vielleicht zeige ich, nachdem ich die Serien, die ich gern zeigen möchte, gepostet habe, einige ausgewählte Bilder in Farbe. Ich würde dies auch jetzt schon machen, allerdings mag ich es nicht, farbige und s/w-Bilder auf einer Forenseite gemischt zu sehen - ich bitte also um etwas Geduld ;-)

Ich poste gleich drei weitere Serien, zwei aus Indien und eine aus der Mongolei.

Liebe Grüße, Tobias
 
Serie [6] - Bhavnath Fair am Mt. Girnar – Junagadh India

Serie [6] - Bhavnath Fair am Mt. Girnar – Junagadh India

Die für viele der unter dem "Sammelbegriff" Hinduisten zusammengefassten Gläubigen wichtigste Gottheit ist Lord Shiva – der "Glücksverheißende" – der für manche nur der Gott der Zerstörung ist, für andere wiederum sowohl Zerstörung als auch Schöpfung/Erschaffung sowie Bewahrung verkörpert. Der wichtigste Feiertag zu Ehren von Shiva ist Shivaratri, der jährlich zu Vollmond im Februar/März begangen wird. Anlässlich dieses Feiertags verwandelt sich das sonst eher ruhige Dorf Bhavnath am Fuße des heiligen Bergs Girnar in einen riesigen Jahrmarkt und Pilgerort. Eine große Zahl dreadlocktragender und aschebeschmierter Sadhus sammelt sich um den Mahadev-Tempel (Mahadev bedeutet "großer Gott" und ist ein Beiname Shivas), um Cannabis/Haschisch (?) zu rauchen und Gläubige (natürlich gegen eine milde Gabe) zu segnen. Neben Bühnen, auf denen populäre Gurus ihre Weisheiten verkünden, treten Artisten auf und drehen Riesenräder. An Straßenständen werden Essen, religiöse Gegenstände und allerhand sonstiger Plunder verkauft. Und wer möchte, kann sich noch mit scheinbar selbst gebastelten Maschinen ein Tattoo an der Straße stechen lassen (ich habe verzichtet ;-)).

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Serie [7] - Zugfahren in Indien

Serie [7] - Zugfahren in Indien
Wie schon im Text zu Serie [2] angedeutet, kann Zugfahren in Indien ein ziemlich aufregendes Erlebnis sein, insbesondere beim Reisen in der günstigsten, unreservierten Klasse (ein Ticket für diese Klasse kostet etwa 50 ct/100 km). Wenn man aber endlich das Reservierungssystem verstanden hat und Tickets rechtzeitig kauft, kann man auch durchaus komfortabel sehr lange Strecken bewältigen. Bedingt durch die Größe des Landes ist das auch wichtig, denn eine Fahrt kann schon mal 30 Stunden und länger dauern. Dementsprechend wird aber auch für die Versorgung der Fahrgäste gesorgt: Rund um die Uhr streifen im wahrsten Sinne des Wortes fahrende Händler durch den Zug und preisen lautstark Gewürztee ("Chai, Chai, Chai!"), Snacks ("Samosa, Samosa, Samosa!") sowie Obstteller und ganze Reis-und-Curry-Mahlzeiten an. Auf einer Fahrt in die Berge des östlichen Himalayas bieten findige Händler außerdem Decken und warme Socken an. Auf anderen Fahrten werden nach Live-Vorführungen Zitronenentsafter und Naturkosmetik verkauft. Die Aufzählung ließe sich fast beliebig fortsetzen.
Dank der 10 (?) verschiedenen Wagenklassen lässt sich bei einem Streifzug durch die oft gefühlt kilometerlangen Züge auch eine Reise durch die Bandbreite der indischen Gesellschaft machen - von Bettelmönchen über Großfamilien und von Sportvereinen bis zu Geschäftsführern/-führerinnen - alles trifft sich in einem Zug.
Die indische Eisenbahngesellschaft ist außerdem auch eine der wenigen Eisenbahngesellschaften weltweit, die noch Dampfloks im regulären Linienverkehr einsetzt (siehe Fotos 9 und 10). Auf der 28 km langen Strecke zwischen Mettupalayam und Coonoor in den Nilgiribergen überwindet die dampfbetriebene Zahnradbahn einen Höhenunterschied von etwa 1500 m. Während der trotz der kurzen Strecke zahlreichen Stopps zum Auffüllen des benötigten Wassers und zum Ölen aller beweglichen Antriebsteile, beginne ich allerdings auch nachzuvollziehen, warum Diesel- und E-Loks die Dampfzugfahrt verdrängt haben.
Letztendlich hoffe ich, vor allem eines noch lange in Erinnerung zu behalten: Das Gefühl der Freiheit, das aufkommt, wenn man sich in die geöffnete Waggontür setzt, Landschaft, Städte und Dörfer vorbeiziehen und einem der Fahrtwind um die Nase weht (Foto 11 ist ein "Selbstporträt")

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[7-3] (Sitzen im Gepäckfach ist durchaus normal in der unreservierten Klasse. Das Foto zeigt einen Fuß im Gepäckfach über mir)


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Serie [8] – Adlerfeste im Bezirk Bajan-Ölgii-Bezirk – Mongolei

Serie [8] – Adlerfeste im Bezirk Bajan-Ölgii-Bezirk – Mongolei
Von Indien kommend geht es mit der nächsten Serie in den Osten Zentralasiens, in die Mongolei. Dort lebt insbesondere im Aimag (Bezirk) Bajan-Ölgii eine für mongolische Verhältnisse größere Zahl an Kasachen, von denen einige der traditionellen Adlerjagd nachgehen – wenn auch mehr als Hobby denn als wirkliche Nahrungsquelle. Zur Pflege dieser Tradition und wohl auch zum Anlocken internationaler Touristen finden im Herbst jedes Jahres Adlerfeste statt: In aufwendig gearbeiteter Pelzkleidung präsentieren berittene Adlerjäger und -jägerinnen stolz ihre (stets weiblichen) Jagdtiere und treten gegeneinander in den Wettbewerbenen "Adlerruf" und "Adlerjagd" an. Beim Wettbewerb "Adlerruf" hat der Adler die Aufgabe, zu seinem Herrchen/Frauchen zu fliegen, das in der Ferne auf ihn wartet. Beim Wettbewerb "Adlerjagd" sollen die Adler starten und eine hinter einem Pferd hergezogene Fuchsatrappe fangen. Die Erfolgsquote ist eher durchwachsen: Mal verweigert ein Adler den Start, ein anderes Mal biegt ein Adler direkt nach dem Start irgendwo in die Pampa ab, sodass der Adlermann im Galopp hinterherreiten muss, um seinen Adler wiedereinzufangen. Der Gewinner bekommt nicht nur ein nagelneues chinesisches Motorrad (Adlerfest in Sagsai) oder ein Preisgeld (Adlerfest in Ölgii), sondern auch Ruhm und Ehre – und auch wenn einige Teile der Feste fast schon für Touristen inszeniert wirken, der Stolz im Gesicht der Gewinner ist definitiv nicht gespielt.
Spannend ist auch das Begleitprogramm: Geboten werden Kamelrennen, eine Art Pferderennen zwischen Männern und Frauen, bei dem die Frauen die Männer mit Reitgerten versohlen dürfen und Buzkashi, eine Art Tauziehen zwischen je zwei Männern, die auf Pferden reiten – allerdings ist das "Tau" ein geköpftes Schaf. Besonders der letztgenannte Wettkampf wird mit voller Leidenschaft ausgetragen – sei es, wenn die Duellanten im vollen Galopp das Schaf auf die Windschutzscheibe eines geparkten Jeans prallen lassen (Aufgeben und Loslassen ist keine Option!) oder wenn im Streit um Regelverstöße ein paar Fäuste fliegen.

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Da sind grandiose Bilder dabei!!!!
Hammer!!!!
Die Äkschnbilder.... allererste Sahne!
Wobei ich mir gerade in Indien bei manchen Bildern Farbe gewünscht hätte.
Aber sonst...(y)(y)
 
Grandiose Serie(n), gefallen mir ausgesprochen gut! Hoffe du hast bald wieder eine Kameraausrüstung, ist bei dir definitiv in guten Händen (y)
 
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