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Alt 04.04.2006, 13:26   #1
nalye
Benutzer
 
Registriert seit: 02.05.2005
Ort: Berlin
Beiträge: 426
Idee das histogramm

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so, mit diesem tutorial will ich anfängern mal die bedeutung des histogramms und die damit verbundenen bildeigenschaften erläutern...

die tonwertkorrektur hilft anhand des histogramms die belichtung und kontraste eines bildes zu korrigieren. hier lernen wir kennen, was histogramme sind, wie man sie bewertet und verwendet...

histogramm? was ist das???

wenn man in photoshop oder sonst einem anderen bildbearbeitungsprogramm arbeitet, dann arbeitet man mit sogenannten pixeln. pixel sind ein raster von quadratischen "bildpunkten" und bilder werden in pixeln "vermessen" (hier mal übertrieben dargestellt)


als erstes öffnen wir photoshop



dann laden wir ein bild, welches wir anhand des histogramms bearbeiten möchten



auf der rechten seite finden wir den karteireiter "histogramm" und ativieren diesen



da können wir schon mal sehen, wie sich die verteilung der hellen und dunklen bildpunkte auswirkt.



auf der linken seite des histogramms befinden sich die "dunklen" bildpunkte und auf der rechten seite die "hellen". je mehr das histogramm nach links ausschlägt, destso dunkler ist das bild und umgekehrt - man muss sich das so vorstellen, wie wenn jemand ein römisches mosaik besucht, dieses zerlegt und dann die kleinen steinchen nach ihrer helligkeit sortiert stapelt (das sollte ich mich mal in rom trauen *g*).

einsatz in der praxis

in photoshop wird die tonwertkorrektur unter bild -> anpassen -> tonwertkorrektur aufgerufen. neben dem histogramm für die helligkeitswerte, kann man sich das histogramm für jeden farbkanal anzeigen lassen.

1. der hauptbestandteil der dialogbox ist das histogramm. es stellt die aktuelle helligkeitsverteilung vor der korrektur dar.
2. rechts findet man die pipetten. mit diesen klickt man in das bild - mit der dunklen pipette auf den hellsten bereich, der schwarz werden soll, mit der weißen auf den dunkelsten bereich, der weiß werden soll, mit der mittleren pipette auf einen bereich, der neutrales grau erhalten soll.
3. unter dem histogramm finden wir drei regler:
- wenn der linke, schwarze regler nach rechts geschoben wird, dann wird der helligkeitsbereich abgeschnitten, die pixel erhalten den dunkelsten möglichen Wert. (normalerweise schwarz)
- der rechte, weiße regler kann nach links geschoben werden, dann wird der helle bereich abgeschnitten, alle pixel, die betroffen sind, erhalten den hellsten Wert.
- der mittlere regler bestimmt die helligkeit des bildes als ganzes, er verschiebt den schwerpunkt der "glocke". vorhandene helligkeitswerte werden entsprechend verschoben. Ein verschieben nach links macht das bild heller, nach rechts dunkler
4. der untere regler mit den eingabefeldern gibt den tonwertumfang für das korrigierte bild an. Für die normale bildverarbeitung wird hier normalerweise nichts verändert. allerdings für die ausgabe an die videobearbeitung muss der umfang reduziert werden, da fernseher nicht ein volles weiß oder schwarz darstellen können.



das histogramm kann auch für jeden farbkanal getrennt und einzeln angewandt werden, in etwa um farbstiche zu korrigieren.

falls ihr also mal ein bild machen solltet und es unklar ist, ob es gut belichtet ist, dann hilft der blick aufs histogramm, welches fast alle kameras in der bildvorschau bieten...

ich hab jetzt ein bild gemacht, ist es gut belichtet???

nun, nachdem man den auslöser gedrückt hat und das bild im kasten ist, schaut man es sich am besten in der kamerinternen bildvorschau an.
diese bietet meist die möglichkeit, ein histogramm einzublenden. entweder als "volles" histogramm (also alle 3 farbkanäle zusammen), oder es werden 3 histogramme eingeblendet - jeweils eines für [highlight=red]rot[/highlight], [highlight=blue]blau[/highlight] und [highlight=green]grün[/highlight]...
gehen wir davon aus, daß der größte "ausschlag" auf der linken seite des histogramms ist. das sagt uns gemäß oben beschriebener verteilung, daßdas bild im allgemeinen zu dunkel geworden ist. nun haben wir 2 möglichkeiten:
1.: wenn es die entfernung des motives zuläßt, setzen wir den blitz ein (näheres zum thema blitzen findet man entweder hier oder in den weiten des internet) oder
2.: wir verlängern die belichtungszeit, was zur folge hat, daß mehr licht auf den sensor trifft.
wenn man die 2. möglichkeit i betracht zieht, dann sollte man allerdings darauf achten, eventuell ein stativ zu benutzen, da sich bei längeren belichtungszeiten ein kleiner verwackler fatal auswirkt. hier gilt als grobe faustregel: belichtungszeit = 1/brennweite, wobei bei der brennweite noch der cropfaktor, also die brennweitenverlängerung durch den kleineren kamerasensor zu berücksichtigen ist (bei der canon 20d zum beispiel um den faktor 1,6).
wenn das bild jedoch zu hell ist, das histogramm also nach rechts ausschlägt, dann haben wir meist nur die möglichkeit, die belichtungszeit zu verkürzen.
wenn geblitzt wurde ist es ratsam, den blitz manuell herunterzuregeln oder eine kleinere blende zu wählen, je nach bedarf, doch das ist ein thema für sich welches ich hier nicht erörtern möchte :-)
kurzfazit:
ausschlag links-> länger belichten
ausschlag rechts -> kürzer belichten




p.s.: wäre nett, wenn es ein mod oben anpinnen würde
__________________
Zitat:
Zitat von Spooney Beitrag anzeigen
und ist mir *******egal ob das legal ist oder nicht, ich will es nicht!!! wenn ich das nicht will, dann hat er das zu akzeptieren!

Geändert von -Silvax- (04.04.2006 um 13:44 Uhr)
nalye ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2006, 18:46   #2
thot
Benutzer
 
Registriert seit: 09.10.2006
Beiträge: 10
Standard AW: das histogramm

Ok das ist einleuchtend! Sehr hilfreich aber ist mir zumindest nicht neu! Was mich interessiert wie bekomm ich eine höhere Kurve hin? Und was hat die höhe überhaupt zu bedeuten? Hab mir schon überlegt wenn die kurve an einer bestimmenten Stelle sehr hoch ist, ist dieser Ton besonders viel vertreten. Richtig?
thot ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.2006, 19:00   #3
GerdO
Benutzer
 
Registriert seit: 20.09.2005
Ort: Berlin
Beiträge: 503
Standard AW: das histogramm

Richtig.

Man will aber keine höhere Kurve, sondern i.d.R. eine Kurve in der alle Tonwerte vertreten sind (Ausnahme sind z.B. HighKey-, oder LowKey-Aufnahmen). Meistens hat so eine Kurve 2-3 Gipfel (wie in dem Beispiel auch), aber die Zahl, oder die Höhe der Gipfel ist völlig unerheblich.

Gerd
GerdO ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.2006, 11:15   #4
shooty77
Benutzer
 
Registriert seit: 18.01.2006
Ort: Basel
Beiträge: 162
Standard AW: das histogramm

Zitat:
Zitat von GerdO Beitrag anzeigen
Man will aber keine höhere Kurve, sondern i.d.R. eine Kurve in der alle Tonwerte vertreten sind Gerd
Dass kommt drauf an: wenn in dem Originalmotiv kein "Hellweiss" bzw. "Pechschwarz" vorhanden war und das Bild die Realität neutral wiedergeben soll, wäre es nicht sinnvoll, den Kontrast so lange zu erhöhen, bis die hellsten Bereiche des Bildes "schneeweiss" (Wert 255) und die dunkelsten Bereiche des Bildes "pechschwarz" (Wert 1) sind.
shooty77 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 06.11.2006, 13:12   #5
bunterharlekin
Benutzer
 
Registriert seit: 24.05.2005
Ort: Im Osten von Hamburg
Beiträge: 680
Standard AW: das histogramm

Moin,
ich hab mal gehört, dass man den rechten und linken Regler immer an den jeweils ersten Ausschlag schieben soll. Das gibt bei mir oft ein gutes Ergebnis, manchmal gehts aber auch garnicht. Weiß da jemand was?

Gruß
Axel
bunterharlekin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.2006, 13:23   #6
scorpio
Administrator
 
Registriert seit: 05.10.2003
Ort: Salzbergen
Beiträge: 27.201
Standard AW: das histogramm

Zitat:
Zitat von bunterharlekin Beitrag anzeigen
ich hab mal gehört, dass man den rechten und linken Regler immer an den jeweils ersten Ausschlag schieben soll. Das gibt bei mir oft ein gutes Ergebnis, manchmal gehts aber auch garnicht. Weiß da jemand was?
https://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=89064
(aus: Alles wirklich Wichtige zu EBV und Software - Pflichtlektüre)
__________________
Gruß, Rüdiger - aka scorpio
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scorpio ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.06.2007, 09:50   #7
st.efan
Benutzer
 
Registriert seit: 15.04.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 182
Standard AW: das histogramm

Zitat:
Zitat von nalye Beitrag anzeigen
ich hab jetzt ein bild gemacht, ist es gut belichtet???

nun, nachdem man den auslöser gedrückt hat und das bild im kasten ist, schaut man es sich am besten in der kamerinternen bildvorschau an.
diese bietet meist die möglichkeit, ein histogramm einzublenden. entweder als "volles" histogramm (also alle 3 farbkanäle zusammen), oder es werden 3 histogramme eingeblendet - jeweils eines für [highlight=red]rot[/highlight], [highlight=blue]blau[/highlight] und [highlight=green]grün[/highlight] ...
Falls man an der Kamera kein RGB-Histogramm zur Verfügung hat, dann sollte man sich auf das angezeigte Histogramm nicht verlassen. In der Regel ist es nämlich kein zusammengefasstes Histogramm aller Farbkanäle, sondern das Histogramm eines, meist des grünen, Farbkanals. Ein möglicherweise 'überbelichtetes Rot' bekommt man dann nicht mit.
Ob man auf der Kamera ein Histogramm aller Kanäle hat, ist mit einer Bildbearbeitungssoftware mit RGB-Histogramm am PC leicht zu testen.
__________________
D90 | AF-S 18-105 VR | AF 28-105 D | AF-S 70-300 VR | SB-600 | IXUS 850 IS | PowerShot A720 IS
st.efan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.06.2007, 11:46   #8
CaBu
Gesperrter Account
 
Registriert seit: 24.10.2003
Ort: Kaiserstuhl, Schweiz
Beiträge: 11.772
Standard AW: das histogramm

Zitat:
Zitat von st.efan Beitrag anzeigen
Falls man an der Kamera kein RGB-Histogramm zur Verfügung hat, dann sollte man sich auf das angezeigte Histogramm nicht verlassen. In der Regel ist es nämlich kein zusammengefasstes Histogramm aller Farbkanäle, sondern das Histogramm eines, meist des grünen, Farbkanals. Ein möglicherweise 'überbelichtetes Rot' bekommt man dann nicht mit.
Das bekommst du mit Wissen zu den zu fotografierten Objekten weg.
Wenn du weisst, dass z.B. eine rote Rose bei Sonnenschein so viel Rot enthält, dass dieses Bild vom Belichtungsmesser einer Digitalkamera fast immer "falsch" ausgemessen wird, und somit im Rotkanal überbelichtet ist, dann weisst du auch, dass du dieses Foto besser unterbelichtest, um die hauptsächlichen Tonwerte (hier das Rot) einigermassen gut im Bild erhalten zu haben.

Gruss Carsten
CaBu ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.06.2007, 10:54   #9
st.efan
Benutzer
 
Registriert seit: 15.04.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 182
Standard AW: das histogramm

Zitat:
Zitat von CaBu Beitrag anzeigen
Das bekommst du mit Wissen zu den zu fotografierten Objekten weg.
Wenn du weisst, dass z.B. eine rote Rose bei Sonnenschein so viel Rot enthält, dass dieses Bild vom Belichtungsmesser einer Digitalkamera fast immer "falsch" ausgemessen wird, und somit im Rotkanal überbelichtet ist, dann weisst du auch, dass du dieses Foto besser unterbelichtest, um die hauptsächlichen Tonwerte (hier das Rot) einigermassen gut im Bild erhalten zu haben. ...
Genau das meine ich. Ein RGB-Histogramm zeigt mir eindeutig den überstrahlten Rot-Kanal. Auf ein einfaches Histogramm kann ich mich nicht verlassen. Es kann höchstens als Anhalt dienen. Der Rest ergibt sich aus den eigenen Erfahrungen in Zusammenspiel mit der Situation rund um das Motiv.
__________________
D90 | AF-S 18-105 VR | AF 28-105 D | AF-S 70-300 VR | SB-600 | IXUS 850 IS | PowerShot A720 IS
st.efan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.06.2007, 14:04   #10
lexam
Benutzer
 
Registriert seit: 04.10.2005
Beiträge: 137
Standard AW: das histogramm

Noch mal was anderes. Wenn ich die unteren Regler nicht bediene und die Tonwerte so korrigiere, dass die hellsten Stellen gerade nicht in die Sättigung gehen, dann kann es mir doch bei einem Print passieren, dass das Papierweiß dunkler ist als die hellste Stelle. Je nachdem, mit welchen Modus ich nun printe (z.B. perzeptiv, relativ farbmetrisch etc.) müssen sich jetzt auch die anderen Farbwerte oder Luminanzwerte ändern, zumindest dann, wenn man den Drucker auf dieses Papier und die Tinte profiliert hat. Richtig?
lexam ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
histogramm , tutorials


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