DSLR-Forum Anzeige

Zurück   DSLR-Forum > Technik und Gestaltung > Fototechnik > Technik

Hinweise

Anzeige

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 12.06.2019, 23:35   #1
Wackelpudding3000
Benutzer
 
Registriert seit: 31.12.2014
Ort: Berlin
Beiträge: 1.622
Frage Grundsatzfrage zur Bildstabilisierung!

Werbung


Zu viel Werbung?
Hier kostenlos bei DSLR-Forum.de registrieren!
Ich werfe mal einen nächtlichen Gruß in die Runde!

Mich beschäftigt folgende Frage: allenthalben liest bzw. hört man die Empfehlung, bei Verwendung der Kamera auf einem Stativ den Bildstabilisator zu deaktivieren. Aber warum?

Nach meinen Technikverständnis KANN der Stabi bei Verwendung eines Stativs abgeschaltet werden - ist auch logisch: Kamera steht stabil, nix wackelt, Stabi nicht nötig - so weit, so gut!

Aber MUSS der Stabi denn wirklich ausgemacht werden? Der Stabi fängt ja dann an zu arbeiten, wenn Erschütterungen bzw. Verwackelungen auftreten. Steht die Kamera allerdings still, melden die Sensoren keine Erschütterung bzw. wie auch immer geartete vertikale bzw. horizontale Bewegung und der Stabi hat infolgedessen nix zu tun und ist unwirksam. Also könnte man ihn auch bei Verwendung eines Stativs unbesorgt aktiviert lassen.

Also: bei Kamera auf dem Stativ - Bildstabilisator aktiviert lassen oder ausschalten? Wenn letzteres - warum?
__________________
Canon EOS 5D III+760D+M+RP / EF-S 10-18-55-250 STM + EF 50 1.8 STM + EF 24-70 2.8L II USM / Tamron AF 28-75 2.8 + 70-300 4-5.6 Di VC USD
Es gibt viele Kameras – es reicht, eine zu Canon!

»Aus dem Hintergrund müsste Rahn schiessen – Rahn schiesst – Tooooor!« Ja, das Leben kann so einfach sein!
Unzufrieden mit dem Bokeh? Kein Problem - Blende maximal schließen, den Rest erledigt die Beugungsunschärfe!

Gehandelt mit: Uhr_Freak; Rainer L; diwicam und 14 weiteren!

Geändert von Wackelpudding3000 (13.06.2019 um 00:35 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler korrigiert!
Wackelpudding3000 ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2019, 00:24   #2
WarApple
Benutzer
 
Registriert seit: 23.05.2008
Ort: Freiburg
Beiträge: 609
Standard AW: Grundsatzfrage zur Bildstabilisierung!

Wenn ein Stabi an ist, es aber keine Bewegungen zu kompensieren gibt, neigen die meisten Stabilisatoren dazu, das Bild zu verwackeln(zumindest bei längeren Belichtungszeiten). Es wird zwar bei manchen Objektiven/Kameras(?) geschrieben, dass es eine Stativerkennung gäbe, und der Stabi automatisch inaktiv wird wenn es keine Bewegung gibt, meiner Erfahrung nach funktioniert das aber meistens eher schlecht bis gar nicht.
Anbei zwei Bilder, ooc, einmal mit aktiviertem Stabi, einmal ohne. Objektiv war das EF70-200/2,8 IS II mit 2x TK.
Du hast ja laut deiner Signatur auch ein stabilisiertes Objektiv - probiers doch mal aus, vielleicht funktionierts bei dem Tamron ja besser.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg nois.jpg (234,1 KB, 119x aufgerufen)
Dateityp: jpg is.jpg (249,0 KB, 115x aufgerufen)
__________________
Canon EOS 5DR Mark IV, Smirixgmatakon ERF 11-400mm f/0,95-5,6 IS DG HUSM Speedfly Firemaster Art V L
konzertfo.to | rufjanos.de

Geändert von WarApple (13.06.2019 um 00:31 Uhr)
WarApple ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2019, 07:26   #3
Calle2018
Benutzer
 
Registriert seit: 16.03.2018
Ort: Essen
Beiträge: 328
Standard AW: Grundsatzfrage zur Bildstabilisierung!

Einfach ausprobieren, geht auch in schlaflosen Nächten : Kamera auf Stativ, LiveView an, Fokuslupe 10x. Mein älteres EF 70-300 IS USM fängt an, über das Bild zu "wandern". Da wird aber auch keine Stativerkennung versprochen. Andere neuere Objektive stehen trotz Stabilisator auf dem Stativ absolut still.

Ein weiterer Vorteil, sich das Abschalten anzugewöhnen: es wird weniger Akku gebraucht. Gerade mein 70-300 saugt den Akku leer, wenn der Stabilisator an ist.
Calle2018 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2019, 08:24   #4
beiti
Benutzer
 
Registriert seit: 20.07.2005
Beiträge: 17.162
Standard AW: Grundsatzfrage zur Bildstabilisierung!

Zitat:
Zitat von WarApple Beitrag anzeigen
Wenn ein Stabi an ist, es aber keine Bewegungen zu kompensieren gibt, neigen die meisten Stabilisatoren dazu, das Bild zu verwackeln(zumindest bei längeren Belichtungszeiten)
Das kann mit manchen (schlechten) Objektiven sogar schon beim freihändigen Fotografieren passieren - insbesondere bei kürzeren Brennweiten und wenn man eine ruhige Hand hat. Ich hatte das Problem bereits an zwei Objektiven unterschiedlicher Hersteller. Also bei einer bestimmten Belichtungszeit waren freihändige Bilder dann unschärfer, wenn ich den Stabi einschaltete (und zwar reproduzierbar - ich bin jemand, der solche Sachen dann gründlich austestet).
beiti ist offline   Mit Zitat antworten
Werbung
Zu viel Werbung? Hier kostenlos bei DSLR-Forum.de registrieren!
Alt 13.06.2019, 08:42   #5
markusm1000
Benutzer
 
Registriert seit: 08.11.2009
Ort: Karben
Beiträge: 940
Standard AW: Grundsatzfrage zur Bildstabilisierung!

Zitat:
Zitat von Wackelpudding3000 Beitrag anzeigen
Der Stabi fängt ja dann an zu arbeiten, wenn Erschütterungen bzw. Verwackelungen auftreten.
Der fängt nicht an zu arbeiten, sondern arbeitet die ganze Zeit und zwar 1000 mal pro Sekunde.
Nimm also an, die Kamera steht absolut still auf dem Stativ. Der Stabi misst nix, macht nix, misst nix, macht nix usw.
Verschluß wird ausgelöst, Kamera wackelt, Stabi steuert gegen. Stabi bewegt sich, Kamera wackelt, Stabi steuert gegen usw. bis https://www.youtube.com/watch?v=nFzu6CNtqec
__________________
flickr
markusm1000 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2019, 09:59   #6
whr_
Benutzer
 
Registriert seit: 28.12.2011
Beiträge: 5.759
Standard AW: Grundsatzfrage zur Bildstabilisierung!

Urban legend.

Der Stabi arbeitet dauerhaft, es sei denn, er hat einen Stativerkennungsmode, der ihn bei komplett fehlender Bewegung explizit ausschaltet, soweit richtig.

Ansonsten hat die Gefahr unscharfer Bilder aber nichts mit der Verwendung eines Stativs per se zu tun. Unscharf trotz Stabi passiert bei langen Belichtungszeiten im Sekundenbereich, da die Sensoren nicht die (Dreh-)Bewegung, sondern die Drehbeschleunigung detektieren, und die dann zur Bestimmung der Bewegung erforderliche Integration zu einem Driftfehler führt. Bei kürzeren Belichtungszeiten ist der so klein, dass er sich nicht auswirkt, aber bei sehr langen driftet die vom Stabi als "Ruhe" stabilisierte Bildlage langsam weg, und das Bild wird unscharf.

Und irgendjemand hat dann in ein Manual mal reingeschrieben, man solle den Stabi auf dem Stativ ausschalten, statt, man solle den Stabi bei Zeiten länger als 1/2 s (Wert erfunden) ausschalten. Und dann hat jemand anderes dies falsche Aussage falsch interpretiert.
whr_ ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2019, 12:00   #7
Calle2018
Benutzer
 
Registriert seit: 16.03.2018
Ort: Essen
Beiträge: 328
Standard AW: Grundsatzfrage zur Bildstabilisierung!

Zitat:
Zitat von whr_ Beitrag anzeigen
Unscharf trotz Stabi passiert bei langen Belichtungszeiten im Sekundenbereich, da die Sensoren nicht die (Dreh-)Bewegung, sondern die Drehbeschleunigung detektieren, und die dann zur Bestimmung der Bewegung erforderliche Integration zu einem Driftfehler führt.
Wenn ich es richtig verstehe, sagst Du auf recht komplizierte Weise, dass der Stabilisator Grenzen hat.

Auch bei 0,5s bekomme ich aus der Hand mit Stabilisator ein besseres Bild als ohne, denn ohne habe ich noch zusätzlich die ganzen kleinen Zitterbewegungen in der Belichtung. Aber perfekte Schärfe sollte niemand erwarten. (Außer natürlich mit Sony, da geht ALLES immer besser. )

Und zurück on-topic: Wenn ich mit dem Objektiv auf dem Stativ eine Drift sehe, ist der Algorithmus im Objektiv nicht gut genug, um die unvermeidlichen Messfehler der Beschleunigungssensoren zu kompensieren und addiert diese Fehler auf.
Calle2018 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2019, 12:59   #8
whr_
Benutzer
 
Registriert seit: 28.12.2011
Beiträge: 5.759
Standard AW: Grundsatzfrage zur Bildstabilisierung!

Mein Beitrag bezog sich auf die Legende, das Stativ würde den Stabi an seiner korrekten Funktion hindern und der Regelkreis würde bei fixierter Kamera instabil werden (in Schwingung geraten), was ein bei solchen Diskussionen regelmässig kolportierter Unfug ist.

Ein perfektes Stativ mit perfekter Kamera und perfektem Objektiv wird ohne Stabi immer bessere Schärfe liefern. Real kann es durchaus sinnvoll sein, bei mäßig langen Belichtungszeiten im Bereich >1/100 s, aber deutlich <1 s, den Stabi zu Hilfe zu nehmen, wenn das Stativ etwas wackelig ist, insbesondere natürlich bei langen Brennweiten. Bei längeren Zeiten vom Stativ schadet ein Stabi mehr als er nützen könnte.

Zitat:
Zitat von Calle2018 Beitrag anzeigen
Und zurück on-topic: Wenn ich mit dem Objektiv auf dem Stativ eine Drift sehe, ist der Algorithmus im Objektiv nicht gut genug, um die unvermeidlichen Messfehler der Beschleunigungssensoren zu kompensieren und addiert diese Fehler auf.
Wie soll der "Algorithmus" denn wissen, was in Wahrheit passiert? - die Sensoren haben Grenzen. - Das geht natürlich viel besser. Die Inertialsensorik eines Passagierflugzeugs fliegt das über den Atlantik und kommt am richtigen Flughafen an, nach 10 Stunden (ohne GPS&Co). Aber nicht für die paar Cent, die der Sensor im Objektiv kosten darf, und nicht mit dessen Grösse, Gewicht und Leistungsaufnahme
whr_ ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2019, 13:29   #9
Floyd Pepper
Benutzer
 
Registriert seit: 03.07.2011
Beiträge: 7.097
Standard AW: Grundsatzfrage zur Bildstabilisierung!

Zitat:
Zitat von whr_ Beitrag anzeigen
Wie soll der "Algorithmus" denn wissen, was in Wahrheit passiert? - die Sensoren haben Grenzen. - Das geht natürlich viel besser. Die Inertialsensorik eines Passagierflugzeugs fliegt das über den Atlantik und kommt am richtigen Flughafen an, nach 10 Stunden (ohne GPS&Co).
Auch beim Flugzeug ist die Sensorik nicht selten besser als der Algorithmus, der aus den Messdaten eine automatische Korrektur ableiten soll, siehe B737 8max...

Beim VR/IS/OS/OSS... ist es der Regelkreis zwischen Sensorik und Algorithmus, der minimale Messtoleranzen verstärkt und allmählich zu einem Auschlag aka Drift aufbläht.
Floyd Pepper ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.06.2019, 14:01   #10
Release Candidate
Benutzer
 
Registriert seit: 11.05.2010
Beiträge: 2.270
Standard AW: Grundsatzfrage zur Bildstabilisierung!

Zitat:
Zitat von whr_ Beitrag anzeigen
Mein Beitrag bezog sich auf die Legende, das Stativ würde den Stabi an seiner korrekten Funktion hindern und der Regelkreis würde bei fixierter Kamera instabil werden (in Schwingung geraten), was ein bei solchen Diskussionen regelmässig kolportierter Unfug ist.
Ist kein Unfug, sondern bei einem 500/4 VR (im nicht-Stativmodus) im Sucher (mit TC an DX) deutlich beobachtbar.
Release Candidate ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort


Zurück   DSLR-Forum > Technik und Gestaltung > Fototechnik > Technik
Themen-Optionen
Ansicht

Nutzungsbedingungen
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu



Das könnte Dich auch interessieren:

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 12:34 Uhr.

Anzeige


* * *

Zu viel Werbung?
Kostenlos registrieren!

* * *

Anzeige

Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2019, Jelsoft Enterprises Ltd.
Copyright ©2003 - 2019, DSLR-Forum.de
Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Falls du mit unserer Verwendung von Cookies nicht einverstanden bist, so ändere bitte die Cookie-Einstellungen in deinem Browser oder verlasse unsere Website. Mehr erfahren