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Alt 22.01.2020, 14:09   #1
Billybob
Benutzer
 
Registriert seit: 12.01.2014
Beiträge: 312
Standard Woher kommen eigentlich die üblichen Brennweiten?

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Nicht wirklich wichtig aber ich frage mich halt warum einem immer wieder (Ausnahmen bestätigen die Regel) die gleichen Brennweiten begegnen.
z.B. 11 16 24 35 50 85 105 135 etc...
Und häufig kommt man mit dem Faktor ca. 1,5 direkt zur nächsten in der Liste.
Dann wäre da noch die 58. Davon haben ja auch ein paar Hersteller eine im Programm und das ist meist eine besonders hochwertige Linse.
Es gibt natürlich reichlich Ausnahmen, das ist mir klar. Ich habe auch keine Auswertung über diverse Hersteller gemacht um mein Gefühl zu bestätigen.

Hat jemand Hintergrundwissen zur Entstehung dieser Werte?
Oder trügt mich der Eindruck?
Billybob ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.01.2020, 14:19   #2
henklh
Benutzer
 
Registriert seit: 15.10.2019
Beiträge: 84
Standard AW: Woher kommen eigentlich die üblichen Brennweiten?

Zitat:
Zitat von Billybob Beitrag anzeigen
Oder trügt mich der Eindruck?
Würde ich so sehen. Ich habe auch noch 15, 20, 25, 28, 30, 60 usw. herum(f)liegen und noch jede Menge Zooms (a la 18-55 oder 12-32 oder 70-300) mit auch irgendwelchen Brennweiten.

Ich sehe da ehrlich gar nichts.
henklh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.01.2020, 15:56   #3
nwsDSLR
Benutzer
 
Registriert seit: 05.01.2007
Ort: Önkelstieg
Beiträge: 11.637
Standard

Zitat:
Zitat von henklh Beitrag anzeigen
Ich sehe da ehrlich gar nichts.
Naja, meines Erachtens gibt es schon deutliche Häufingen gewisser Brennweiten. Ich denke aber, dass diese überwiegend davon getrieben sind, dass die Zahlen irgendwie "rund" wirken. Später haben sich dann gewisse Brennweite eingebürgert, wahrscheinlich weil sie bei den Nutzern gut ankamen und andere Hersteller dann auf den Zug aufgesprungen sind. Theoretisch ist ja jede Brennweite denkbar. Soweit ich weiß, werden Brennweitenangaben auch mal gerundet angegeben, weil 98 mm oder 102 mm nicht so gut klingen wie 100 mm.

Technisch gesehen gibt es ein paar Faktoren, die eine Rolle spielen könnten. Im Weitwinkelbereich zählt jeder Millimeter. Daher gibt es z.B. bei APS-C-Kameras zwischen 8 und 16 mm quasi alles (beim Zoomen sowieso ). Eine 13 mm-Festbrennweite ist mir gerade nicht bekannt...da könnte sogar Aberglaube eine Rolle spielen. Bei KB-Objektiven gilt quasi das gleiche, wodurch man die Spanne der Festbrennweiten z. B. bis 24 mm ausdehnen könnte. Im Telebereich hingegen denke ich, dass es wirklich die Zahlenwerte sind. Keiner möchte in 137 mm-Objektiv anbieten. Dann wird es halt ein 135 mm. Das hat sich für Portraits bewährt - also machen es andere auch. Bei Pentax beispielsweise gibt es u. a. (KB-taugliche) Festbrennweiten mit 31, 43 und 77 mm Brennweite. Der Hersteller begründet diese "außergewöhnlichen" Zahlen etwa damit, dass die optimale Bildqualität im Vordergrund stand und diese Werte dabei einfach heraus kamen. Dass es eine derartige Begründung überhaupt gibt, zeigt ja schon, dass solche krummen Zahlenwerte für Fragen sorgen könnten. (Allerdings entsprechen 43 mm am KB genau der Bilddiagonalen, was als Definition der Normalbrennweite gilt). Es gibt ein paar Pancake-Objektive mit 40 mm Brennweite. Ich glaube dies wiederum hängt mit dem Auflagemaß der DSLRs zusammen. Diese Brennweite lässt sich offensichtlich sehr klein umsetzen. Oder noch ein Beispiel: Tamron hat aktuell ein 70-210 mm Telezoom auf dem Markt. Die meisten anderen Objektive haben 70-200 mm. Aber 210 mm sind eben 10 mehr (Marketing) und sind genau dreifacher Zoom bei der Anfangsbrennweite 70 mm (Zahlenspielrei). Wenn ich nach dem Objektiv unter den unzähligen 70-200ern google, finde ich es schneller. Sicherlich auch ein Marketinggedanke...

Alles in allem würde ich also sagen, es ist zum größten Teil Marketing "Nachahmung". Gerade in der heutigen Zeit spielt es sicherlich auch eine Rolle, dass ich, wenn ich z. B. ein 50 mm-Objektiv von Canon suche, dann auch gleich ein 50 mm-Objektiv von Sigma/Tamron usw. für Canon finde.
__________________
.
Da in Komposita anscheinend nur Deppen Leerzeichen machen, nennt man diese Deppenleerzeichen.
nwsDSLR ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.01.2020, 16:28   #4
gpo
Benutzer
 
Registriert seit: 13.08.2007
Ort: Hamburg
Beiträge: 8.494
Standard AW: Woher kommen eigentlich die üblichen Brennweiten?

Moin

ich frage mich warum man das überhapt zum Thema macht....

einfacher wäre,
sich mal die fühe Entwicklung von Objektiven anzuschauen

# der Knackpungt....
liegt klar in den 60er und 70er Jahren....
da wurden Berechnungen von Objektiven per Computer gemacht....

das war schneller und letztlich genauer, die Objektive wurden besser

# Historische Ojektive vor der Computer Zeit...
musten mühsehlig per Bleistift + Papier + Kopf ausgerechnet wereden...
und sowas konnte schon mal ein paar Jahre dauern

aber es gab immer auch ein paar Sahneschnitten....
die bis heute genutzt werden...eben weil ihre Eigenschaften gut waren.

# und ähnlich wie bei der Autoindustrie die immer schneller neue Modell bauen,
ist es bei Objektiven auch....
jeder Hersteller der gute Physiker hat....holt raus was sich bezahlt macht,
der was sauteuer>>> auch weggeht, wie ein 1.0 58....

### der Rest ist wie immer reiner Vudo
Mfg gpo
gpo ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 22.01.2020, 16:46   #5
blaubaer_65
Benutzer
 
Registriert seit: 25.06.2018
Beiträge: 785
Standard AW: Woher kommen eigentlich die üblichen Brennweiten?

Historisch gewachsen denke ich. 50, weil damals einfacher zu bauen, als das eigentlich korrekte 43 mm und icht am natürlichen Seheindruck. 80 und 105 Konstruktionen gab es schon von anderen, grösseren Formaten, also einfach anzupassen.

Generell gibt der Faktor Wurzel 2 eine Halbierung der Bildfläche, das ist z.B. der Schritt von 24 -> 35 -> 50, aber ich denke vieles ist reiner Zufall.
blaubaer_65 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.01.2020, 13:43   #6
lichtbildle
Benutzer
 
Registriert seit: 04.06.2009
Ort: Radolfzell am Bodensee
Beiträge: 6.072
Standard AW: Woher kommen eigentlich die üblichen Brennweiten?

Die Vereinheitlichung hat IMHO vor allem mit Gewohnheiten zu tun. Einer der Ahnen dürfte Leica M sein, wo die Kamera auf bestimmte Brennweiten festgelegt war. Ein weiterer Grund sind Toleranzen, m. W. sind bei der Brennweite +-7% erlaubt. Da ist es dann aus Marketinggründen sinnvoll, auf den nächsten den Nutzern vertrauten Wert zu runden, auch wenn die Konstruktion etwas abweicht - vielen alten 50ern wird eine tatsächlich längere Brennweite nachgesagt. Ich habe das aber nie nachgemessen. Bei Film war die exakte Brennweite ohnehin nicht so relevant, da das Endergebnis (außer bei Kontakten von Mittelformat aufwärts) sowieso deutlich weniger als 100% des Negativs zeigte.

Daß es eine wirkliche Vereinheitlichung gibt, stimmt im Übrigen sowieso nicht. Die einzige "krumme" KB-Brennweite, auf die das zutrifft, ist 135 mm. Ansonsten gibt und gab es von allen Herstellern auch vermeintlich unübliche Brennweiten, so z. B. 17 mm (u. a. Tokina), 18 mm (Sigma), 21 mm (Leica M), 29 mm (Pentacon), 38 mm (viele Kompakte), 40 mm (Canon EF), 43 mm (Pentax), 45 mm (div. alte Kompakte), ein ganzes Sammelsurium um 50 mm herum, 60 mm und 65 mm (diverse Makros), 75 mm (Zeiss Biotar), 80 mm (Pentacon), 90 mm (Sigma Macro), 105 mm (Nikon Macro), 180 mm (Nikon, Leica R), 240 mm (Revue), 280 mm (Leica R)...

Auch die heutigen Edelfestbrennweiten z. B. von Zeiss, Samyang oder Meyer Görlitz (neu) weichen häufig von den vermeintlichen Normstufungen ab.

Geändert von lichtbildle (23.01.2020 um 13:45 Uhr)
lichtbildle ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.01.2020, 16:37   #7
Billybob
Benutzer
 
Threadstarter
 
Registriert seit: 12.01.2014
Beiträge: 312
Standard AW: Woher kommen eigentlich die üblichen Brennweiten?

Zitat:
Zitat von Billybob Beitrag anzeigen
...
z.B. 11 16 24 35 50 85 105 135 etc...
Und häufig kommt man mit dem Faktor ca. 1,5 direkt zur nächsten in der Liste.
Zitat:
Zitat von blaubaer_65 Beitrag anzeigen
...Generell gibt der Faktor Wurzel 2 eine Halbierung der Bildfläche, das ist z.B. der Schritt von 24 -> 35 -> 50, aber ich denke vieles ist reiner Zufall.
Wurzel 2 ist 1.414... und das kommt ja schon ganz gut hin. Ich will jetzt auch nicht behaupten, dass da jemand nen Masterplan hatte aber das Spricht doch dafür dass es einen Grund gab genau diese Brennweiten zu wählen. Deckt sich auch oft recht gut mit dem Crop 1,5... Will ich die Bildwirkung eines 35er an VF, schraube ich an die APS-C ein 24er.
Billybob ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.01.2020, 15:22   #8
endsommer
Benutzer
 
Registriert seit: 14.11.2008
Beiträge: 1.923
Standard AW: Woher kommen eigentlich die üblichen Brennweiten?

Die angegebenen Brennweiten sind ja nicht mal so ganz genau angegeben und auch noch vom Fokussieren abhängig - bei Zooms wirds ja noch ungenauer :-)

Auf die Goldwaage würde ich deswegen die angegebenen Brennweiten nicht legen wollen.
endsommer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2020, 09:39   #9
haraclicki
Benutzer
 
Registriert seit: 14.03.2006
Ort: Niederrhein
Beiträge: 184
Standard AW: Woher kommen eigentlich die üblichen Brennweiten?

Zitat:
Zitat von lichtbildle Beitrag anzeigen
vermeintlich unübliche Brennweiten, so z. B. 17 mm (u. a. Tokina).
Canon FD 17mm gab es auch.

Die heute noch üblichen Brennweiten haben letzlich was zu tun mit der Erfindung der Kleinbildfotografie, also mit Leitz, Zeiss und den damaligen Filmkameraherstellern. 28mm, 35mm, 50mm, 85mm, 90/105mm und 135mm waren bis zum WWII die Brennweiten an KB.

Dann wurden die leichten Tele aufgeräumt zugunsten von 85mm, da diese Rechnung einfacher zu konstruiern war. (Leica 90mm) und 135mm. Generell war der Aufwand der Objektivkonstruktion und Herstellung enorm und Bullshit-Marketing gab es damals ohnehin nicht. Es musste zwingend eine sinnvolle Spreizung der Brennweiten in Kombination mit dem Aufwand zur Herstellung derselben gefunden werden.

Heute ist ja bekanntlich alles egal, es kann alles errechnet und konstruiert werden, man hält sich aber immer noch mehr oder minder an die damaligen Brennweiten-Unterschiede. Irgendeinen Namen muss man dem Kind ja geben.
haraclicki ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2020, 15:49   #10
01af
Benutzer
 
Registriert seit: 08.05.2007
Beiträge: 5.257
Standard Re: Woher kommen eigentlich die üblichen Brennweiten?

Zitat:
Zitat von haraclicki Beitrag anzeigen
... 90, 105 und 135 mm waren bis zum Zweiten Weltkrieg die Brennweiten an Kleinbild.
Mit Kleinbild hat das nichts zu tun. 90 mm, 105 mm und 135 mm gab es schon vor dem Ersten Weltkrieg – lange vor Einführung des Kleinbildformates – als Standard-Brennweiten für größere Aufnahmeformate. Weil diese Rechnungen also bereits existierten, übernahm man sie nach dem Ersten Weltkrieg einfach als Teleobjektive für das neue Kleinbildformat. Schließlich ist die Konstruktion eines ganz neuen Objektives eine mühsame Angelegenheit, wenn man nur Papier, Bleistift, Logarithmentafel und Rechenschieber zur Verfügung hat.

Und die Brennweiten 28 mm und 35 mm waren ebenfalls schon Ende des 19. Jahrhunderts für den 35-mm-Kinofilm mit Aufnahmeformat 18 × 24 mm gebräuchlich. Die hat man dann allerdings für 24 × 36 mm neu rechnen müssen – was insbesondere für das 28er noch ein paar Jährchen gedauert hat. 75° Bildwinkel waren beim damaligen Stand der Optik noch ziemlich extrem ...
__________________
Jahrzehntealte Gedichte übermalt, jahrhundertealte Gemälde abgehängt oder jahrtausendealte Statuen gesprengt – immer derselbe Geist.
01af ist offline   Mit Zitat antworten
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