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Alt 27.12.2017, 14:24   #1
kart672
Benutzer
 
Registriert seit: 17.04.2008
Beiträge: 35
Standard Kann man die Vorteile des Raw-Formates auch in .psd oder .tif behalten?

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Hallo,

ich soll demnächst an einer größeren Anzahl von Bildern Retuschen vornehmen, und es kann gut sein, dass der endgültige Look der Bilder erst hinterher abgestimmt wird.

Deshalb habe ich mich gefragt, ob ich die Vorteile des raw-Formates auch in eine .psd oder .tif Datei "hinüberretten" kann? Ich meine vor allem den nachträglich einstellbaren Weißabgleich.

Ist es richtig, dass moderne Raw-Dateien mit 16bit abgespeichert sind?
Und ist der Weißabgleich evtl. nur beim jpg-Format nicht mehr wirklich einstellbar, oder tatsächlich auch bei verlustfreien Formaten wie .psd und .tif?

Danke Euch
__________________
Nikon D750, 14-24 2.8, 24-70 2.8, 70-200 2.8
kart672 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.12.2017, 14:55   #2
kdww
Benutzer
 
Registriert seit: 24.12.2013
Beiträge: 3.067
Standard AW: Kann man die Vorteile des Raw-Formates auch in .psd oder .tif behalten?

RAW als Smartobjekt im PS öffnen.
Dann kannst du jederzeit wieder in die RAW Bearbeitung zurück..
kdww ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.12.2017, 15:08   #3
RainerT
Benutzer
 
Registriert seit: 16.01.2010
Beiträge: 11.971
Standard AW: Kann man die Vorteile des Raw-Formates auch in .psd oder .tif behalten?

Ohne nun auf eine konkrete Kamera oder ein konkretes Rawformat
Bezug zu nehmen kann man folgendes sagen:

- Rawfiles enthalten mehr als 8 Bit Helligkeitsinformation je Pixel.
Bei Canon waren es früher 12bit später dann 14bit.
Gespeichert wird teilweise unkomprimiert (in der vorhandenen Bittiefe)
oder auch verlustfrei komprimiert (so dass sich die originalen
Pixeldaten bei der Dekompression wieder herstellen lassen) aber z.T.
auch verlustbehaftet, so dass zwar das Rawfile kleiner wird, aber auch
nicht mehr alle Bildinformation vorhanden ist.

Ob ein Rawfile mit 16bit oder als 14bit gespeichert wird, ist nicht relevant,
solange keine Originaldaten verloren gehen.
Im Zweifel würde ich davon ausgehen, dass das Rawformat die
Daten des Sensors in der vom Sensor bereitgestellten Bittiefe speichert.

- Bei Tiffiles ist nicht direkt klar, ob ein 8bit Tiffile oder ein 16bit Tiffile
gemeint ist. Während bei 8bit Tiffile der Informationsverlust unvermeidlich
ist, lässt sich die Bildinformation eines Rawfiles in ein 16bit Tiffile einbetten.

Allerdings, der Schritt der Dekonvolution (bei dem während der
Rawkonvertierung aus monochromen einzelnen Farbwerten die RGB-Werte
erzeugt werden) nur einmal möglich. Dieser Schritt lässt sich nicht in ein
normales 16bit-Tiffile hineinverlagern.

- Der Weissabgleich im Wortsinne hat beim Erzeugen des Tiffiles auch bereits
stattgefunden. Solange aber mit 16bit-Files gearbeitet wird, ist die
Veränderung der Farbtemperatur im Grunde genausogut möglich
wie bei der Rawkonvertierung.

Trotzdem ist es generell sinnvoll, das original Rawfile zu behalten, und es
wenn nötig (mit anderen Parametern) erneut zu konvertieren.
__________________
Don't 729IIIIIIIIIII
RainerT ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.12.2017, 15:23   #4
colias
Benutzer
 
Registriert seit: 05.07.2006
Beiträge: 4.062
Standard AW: Kann man die Vorteile des Raw-Formates auch in .psd oder .tif behalten?

Zitat:
Zitat von kdww Beitrag anzeigen
RAW als Smartobjekt im PS öffnen.
Dann kannst du jederzeit wieder in die RAW Bearbeitung zurück..
So ist es. Bei der Retusche musst du dann natürlich durchgehend non-destruktiv arbeiten. Ein weggestempelter Pickel muss bei Änderung des Weißabgleichs neu weggestempelt werden.

Meiner Meinung nach ist es jedoch in den allermeisten Fällen besser sauber und gewissenhaft zu entwickeln (bei Portraits etwa Schwerpunkt Hauttöne) und Dinge wie Grading/"Look"/Farboptimerungen nach der Retusche oben auf dem Ebenenstapel zu erledigen.
__________________
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colias ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 28.12.2017, 14:31   #5
kart672
Benutzer
 
Threadstarter
 
Registriert seit: 17.04.2008
Beiträge: 35
Standard AW: Kann man die Vorteile des Raw-Formates auch in .psd oder .tif behalten?

Vielen Dank. Also verstehe ich das richtig, dass der nachträgliche Weißabgleich bei einem 16 bit tif genauso gut oder annähernd genauso gut funktioniert wie bei einer RAW Datei?
__________________
Nikon D750, 14-24 2.8, 24-70 2.8, 70-200 2.8
kart672 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.12.2017, 15:04   #6
ewm
Benutzer
 
Registriert seit: 27.04.2004
Ort: ein paar km nördlich von Berlin
Beiträge: 9.676
Standard AW: Kann man die Vorteile des Raw-Formates auch in .psd oder .tif behalten?

Zitat:
Zitat von kart672 Beitrag anzeigen
Vielen Dank. Also verstehe ich das richtig, dass der nachträgliche Weißabgleich bei einem 16 bit tif genauso gut oder annähernd genauso gut funktioniert wie bei einer RAW Datei?
Meiner Meinung nach ja. Du musst nur bei der Umwandlung von RAW nach TIFF darauf achten, dass der Tonwertumfang des RAW vollständig ins 16Bit- Tiff übernommen wird.

Visuell gelingt das indem man darauf achtet, dass bei der RAW- Entwicklung das ursprüngliche Histogramm nicht beschnitten wird.

Gruß
ewm
ewm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.12.2017, 15:29   #7
colias
Benutzer
 
Registriert seit: 05.07.2006
Beiträge: 4.062
Standard AW: Kann man die Vorteile des Raw-Formates auch in .psd oder .tif behalten?

Zitat:
Zitat von kart672 Beitrag anzeigen
Also verstehe ich das richtig, dass der nachträgliche Weißabgleich bei einem 16 bit tif genauso gut oder annähernd genauso gut funktioniert wie bei einer RAW Datei?
das wirst du ohnehin müssen:

Zitat:
Zitat von kart672 Beitrag anzeigen
und es kann gut sein, dass der endgültige Look der Bilder erst hinterher abgestimmt wird.
Aber keine Angst, wenn du das Material nicht kaputt bearbeitest oder zB eine hochgesättigte Mischlichtsituation bearbeiten musst hast du hinterher alle Möglichkeiten die Farben den Kundenwünschen entsprechend zu drehen.
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colias ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.12.2017, 15:32   #8
Martin A
Benutzer
 
Registriert seit: 22.11.2004
Beiträge: 413
Standard AW: Kann man die Vorteile des Raw-Formates auch in .psd oder .tif behalten?

Zitat:
Zitat von ewm Beitrag anzeigen
Meiner Meinung nach ja. Du musst nur bei der Umwandlung von RAW nach TIFF darauf achten, dass der Tonwertumfang des RAW vollständig ins 16Bit- Tiff übernommen wird.
Das Problem beim Weißabgleich sind nicht 8 oder 16Bit sondern die Gammakorrektur. Ein gewandeltes Raw liegt nicht mehr linear vor, deshalb lässt sich der WB dort nicht mehr so gut korrigieren.
Martin A ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.12.2017, 15:58   #9
Waartfarken
Gesperrter Account
 
Registriert seit: 22.06.2014
Beiträge: 4.557
Standard AW: Kann man die Vorteile des Raw-Formates auch in .psd oder .tif behalten?

Zitat:
Zitat von Martin A Beitrag anzeigen
Das Problem beim Weißabgleich sind nicht 8 oder 16Bit sondern die Gammakorrektur.
Nein, auch das ist nicht das Problem. Das Problem bei entwickelten RGB-Fotos ist, dass sie eben nur noch die 3 Farbkanäle R, G und B enthalten und man nachträglich nur noch deren Verhältnis zueinander ändern kann. Man hat aber nicht mehr die Freiheitsgrade des Weißabgleichs mit Raw-Daten. Statt einer 3x3-Matrix mit 9 veränderlichen Parametern zur Berechnung von R, G und B des Ausgabefarbraums (i.a. sRGB) aus den 3 Raw-Kanälen hat man nur noch 3 "Schrauben zum drehen".
Waartfarken ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.12.2017, 16:35   #10
colias
Benutzer
 
Registriert seit: 05.07.2006
Beiträge: 4.062
Standard AW: Kann man die Vorteile des Raw-Formates auch in .psd oder .tif behalten?

Jetzt mal ehrlich Leute: entwickelt ihr eure Bilder so, dass der Weißabgleich(!!) hinterher so sehr verbogen werden muss, dass Dinge wie nichtlineare Codierung oder die Übersetzung auf 3 Kanäle zum limitierenden, qualitätsmindernden Faktor werden?

Außerdem, zumindest ich hab noch nie ein Kundenfeedback der Art bekommen "bitte den Weißabgleich 250K Richtung Blau verschieben", ihr etwa?
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colias ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
photoshop , raw , weißabgleich


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