DSLR-Forum Anzeige

Zurück   DSLR-Forum > Community > Foto-Talk

Hinweise

Anzeige

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 17.05.2020, 18:58   #1
Homima
Benutzer
 
Registriert seit: 09.01.2011
Ort: Weinheim
Beiträge: 1
Standard Beobachtungen zu den Grenzen von Bildstabilisatoren

Werbung


Zu viel Werbung?
Hier kostenlos bei DSLR-Forum.de registrieren!
Zusammenfassung: Mikrovibrationen selbst mit solidesten Stativen überfordern die Bildstabilisatoren mit langen Brennweiten (ab 600mm) bei hochauflösenden Sensoren.

Ich möchte mit Euch meine Beobachtungen und Schlussfolgungen zu den Grenzen von Bildstabilisatoren teilen. Der Text ist daher etwas länger, sorry.

Mein Setup dazu: die Sony Alpha 7R4, das Sony-Objektiv f4.0/600GM mit und ohne 1,4x- und 2x-Konverter und mit/ohne kabellosen Fernauslöser. Stativ: Gitzo 3542LS und der große RRS-Gimbal. Also „Stabilitätsfelsen“ und entsprechend schwer.

Beim Fotografieren von Bee-Eatern mit 600mm mit und ohne Konvertern (mit 1/1600s bzw. 1/2000sek), aber mit dem schweren Gitzo-Stativ (mal mit, mal ohne Fernauslöser) ist mir in der 100%-Ansicht am Rechner mit 5K-Monitor eine leichte Bewegungsunschärfe aufgefallen (insgesamt, nicht nur auf den nervösen Vögeln). Die Fotos waren vielfach nicht wie zu erwarten „knackscharf“.
Tage später (war zu faul das Stativ mitzuschleppen) habe ich mit den gleichen Brennweiten (600/840/1200mm) aus der Hand fotografiert. Ich habe nicht die ruhigste Hand, aber die Bilder waren selbst in der 300%-Ansicht von einer Schärfe, die für jeden Fotografen der feuchte Traum ist. Wieso sind die Fotos trotz Gewackel so viel schärfer?
Um das zu klären habe ich mit einem festgeschraubten Motiv verschiedene Versuchsreihen, in allen erdenklichen Kombinationen geschossen: mit 600, 840, 1200 mm, bei 1/500, 1/1000, 1/2000s, mit/ohne Fernauslöser, mit mechanischen und elektronischen Verschluss, Stabi-Modus 1,2,3, mit ausgeschaltetem Stabi. Vom Gitzo-Dreibein, aus der Hand und mit einem Einbein-Stativ (letzteres war nie so recht mein Liebling, da ich damit für mein Empfinden fast so viel rumwackel, wie aus der Hand.

Trotz Rumgewackel vom Einbein-Stativ oder Freihand waren diese Bilder ERHEBLICH schärfer als vom Dreibein. Einbein- und Freihandaufnahme waren in etwa gleichwertig.
Trotz sehr gutem Ausschwingverhalten der Dreibein/Gimbal-Kombination erkennt man in der 6-fach Suchervergrößerung (Liveview) bei den langen Brennweiten (ab 600mm) permanente Vibrationen.

Meine Schlussfolgerung, die ich hiermit zur Diskussion stelle: Die Vibrationen am Dreibein (niedrige Amplitude, aber höhere Frequenz) bei langen Brennweiten und hoch- bzw. höher auflösenden Sensoren (Alpha 7R4 hat 61 Megapixel) kann der Stabi nicht ausgleichen. Das „Standardgewackel“ aus der Hand, niedrigfrequent aber mit hoher Amplitude gleicht der Stabi mit Leichtigkeit aus.

Ich habe noch meine „alte“ Canon 5D3 mit dem f2,8/400-Mark2 und einen 2x-Konverter herumliegen. Als nächstes werde ich testen, ob der IS des 400ers, in Kombination mit dem 22MPix-Sensor das gleiche Verhalten zeigt.

Servus.
__________________
Schönes Licht ist selten hell.
Homima ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.05.2020, 19:57   #2
Dominic F.
Benutzer
 
Registriert seit: 01.02.2017
Beiträge: 543
Standard AW: Beobachtungen zu den Grenzen von Bildstabilisatoren

Dankeschön fürs Ausprobieren und Berichten. Ich frage mich allerdings, woher die hochfrequenten Schwingungen (beim Test daheim im Wohnzimmer) beim elektronischen Verschluss herkommen sollen. Zudem spielt auch eine Rolle, wie schnell sich die Erschütterung im Stativ fortbewegt (Schallgeschwindigkeit in Carbon/Alu/Holz). Die ist ja höher als in der Luft. Am Bohnensack sollte das Problem ja dann auch nicht auftreten, der wäre dann vielleicht auch einen Test wert.
Dominic F. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.05.2020, 20:14   #3
Borgefjell
Benutzer
 
Registriert seit: 06.11.2007
Beiträge: 13.011
Standard AW: Beobachtungen zu den Grenzen von Bildstabilisatoren

Kann dann eigentlich nur der Stabi selbst sein, der sich leicht aufschwingt, da die Basis einfach "zu stabil" ist. Normal sollten die das erkennen und sich dann abschalten, wenn Sony das nicht tut...
__________________
Please put the Beutel on the Band

>>Pinguine gibt es hier<<
Borgefjell ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.05.2020, 21:51   #4
Homima
Benutzer
 
Threadstarter
 
Registriert seit: 09.01.2011
Ort: Weinheim
Beiträge: 1
Standard AW: Beobachtungen zu den Grenzen von Bildstabilisatoren

Guter Hinweis. Der Versuch mit dem Bohnensack steht noch aus. Werde berichten.

Tatsächlich ist bei abgeschaltetem Stabi auf dem Dreibein das Ergebnis etwas besser als mit. Auf dem Dreibein bringen der elektronische Verschluss in Kombination mit deaktiviertem Stabi das beste Ergebnis. Kurioser Weise aber ist die Schärfe freihand, wie ich schrieb, erheblich besser.

Ich nehme an, dass die Mikrobewegungen (der leichteste Windhauch löst das aus) bei 3,8µm Pixelgröße des 61MPix-Sensors leichter sichtbar wird, als bei 5,9µm eines 24MPix-Sensors. Und dass der Stabi-Sensor die leichten Vibrationen nicht erkennt und kompensiert.
Wie geschrieben, steht der Test mit der Canon 5D3 noch aus.
__________________
Schönes Licht ist selten hell.

Geändert von Homima (17.05.2020 um 21:57 Uhr)
Homima ist offline   Mit Zitat antworten
Werbung
Zu viel Werbung? Hier kostenlos bei DSLR-Forum.de registrieren!
Alt 17.05.2020, 22:12   #5
wayfarer
Benutzer
 
Registriert seit: 02.09.2011
Ort: Steyr
Beiträge: 272
Standard AW: Beobachtungen zu den Grenzen von Bildstabilisatoren

es gibt meines wissens nach 2 vertreter beim Fotografieren mit Stabi.

a) cam auf Stativ Stabi aus (der Stabi arbeitet permanent und somit kommt unschärfe zustande) das ist auch meine Art zu fotografieren.

b) cam auf Stativ Stabi an (vertreter dieser Methode sind überzeugt das der Stabie automatisch ausgeschaltet ist bzw. erkennt das es keine erschütterungen gibt... oder sie vergessen einfach den Stabi auszuschalten )

dein Bericht stützt These a.
__________________
servus
alex
wayfarer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.05.2020, 22:40   #6
Homima
Benutzer
 
Threadstarter
 
Registriert seit: 09.01.2011
Ort: Weinheim
Beiträge: 1
Standard AW: Beobachtungen zu den Grenzen von Bildstabilisatoren

Wayfarer, soweit teile ich die Annahmen zu Stativ und Stabi. Waren bisher auch meine.
Bei Einzel- und Serienbildaufnahmen mit dem mechanischen Verschluss der Sony 7R4 ist die Schärfe, sowohl mit als auch ohne Stabi auf dem Stativ nur so lala (= Jammern auf hohem Niveau).
Was mich nur völlig aus dem Konzept gebracht hat, ist, dass Freihandaufnahmen, mit den gleichen Parametern aber mit Stabi so viel schärfer sind.

Meine Schlüsse daraus sind: Bei DSLR und MILCs mit niedriger/mittlerer Auflösung (bis geschätzt <30MPix), erzielt man auf einem soliden Stativ bei langen Brennweiten, die besten Ergebnisse mit deaktiviertem Stabi (und Spiegelvorauslösung bei DSLRs). Mikrovibrationen wirken sich bei dieser Pixelgröße nicht oder nur kaum aus.
Bei hochauflösenden Sensoren machen diese sich störend bemerkbar und werden auch nicht vom Stabi-System erkannt und kompensiert. Bei Freihandaufnahmen, Monopod und vielleicht mit Bohnensack gibt es diese Mikrovibrationen nicht, sondern nur Bewegungen, die vom Stabi erkannt und kompensiert werden.
__________________
Schönes Licht ist selten hell.
Homima ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.05.2020, 23:39   #7
Fantasyreader
Benutzer
 
Registriert seit: 05.03.2011
Beiträge: 318
Standard AW: Beobachtungen zu den Grenzen von Bildstabilisatoren

Übrigens ist das nicht allzu unbekannt - Sony schreibst selbst in ihrer Bedienungsanleitung

Zitat:
Wenn Sie ein Stativ usw. benutzen, denken Sie daran, die Funktion SteadyShot auszuschalten, weil sie während der Aufnahme eine Funktionsstörung verursachen kann.
https://helpguide.sony.net/ilc/1930/...002722227.html
Ebenso hier: https://helpguide.sony.net/ilc/1930/...002722225.html

Bei Pentax ist es das selbe - bzw. bei Spiegelvorauslösung wirds automatisch deaktiviert .
Fantasyreader ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2020, 00:49   #8
m@sche
Benutzer
 
Registriert seit: 10.04.2019
Beiträge: 421
Standard AW: Beobachtungen zu den Grenzen von Bildstabilisatoren

Zitat:
Zitat von Homima Beitrag anzeigen
... Trotz sehr gutem Ausschwingverhalten der Dreibein/Gimbal-Kombination erkennt man in der 6-fach Suchervergrößerung (Liveview) bei den langen Brennweiten (ab 600mm) permanente Vibrationen.
...
Sind die permanenten Vibrationen auch noch vorhanden, wenn der Stabi ausgeschaltet ist?
m@sche ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2020, 09:55   #9
Balaleica
Benutzer
 
Registriert seit: 28.06.2011
Beiträge: 1.645
Standard AW: Beobachtungen zu den Grenzen von Bildstabilisatoren

Zitat:
Zitat von Fantasyreader Beitrag anzeigen
Übrigens ist das nicht allzu unbekannt - Sony schreibst selbst in ihrer Bedienungsanleitung
... und ich dachte, das Thema IS & Stativ wäre schon seit Jahren bekannt, also im Sinne von IS plattmachen, wenn man ein Stativ verwendet, da sich die beiden Dinge nicht vertragen. Scheint ja wohl immer noch so zu sein, nach dem hier durchgeführten Praxistest
Balaleica ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2020, 12:25   #10
aurum
Benutzer
 
Registriert seit: 28.06.2007
Ort: Stuttgart
Beiträge: 1.974
Standard AW: Beobachtungen zu den Grenzen von Bildstabilisatoren

Der TE hat seine Versuche auch ohne Stabi gemacht wenn ich das richtig lese.

Zitat:
Auf dem Dreibein bringen der elektronische Verschluss in Kombination mit deaktiviertem Stabi das beste Ergebnis. Kurioser Weise aber ist die Schärfe freihand, wie ich schrieb, erheblich besser.
Seine Hypothese bzw. Beobachtung ist, dass es trotzdem aufgrund Mikroverwacklungen zu einem schlechteren Ergebnis kommt als Freihand.
Woran das liegt?

1. Möglichkeit Versuchsaufbau: Das Stativ steht einem auf Grund der nicht vollkommen fest und erschütterungsfrei ist (Fotograf bewegt sich z.B. oder ein Laster 50 Meter weiter..., Brücke oder Holzkonstruktion etc.)
2. Möglichkeit: Die Erschütterungen sind so klein dass man es nur mitbekommt wenn man in die 100% Ansicht geht (aufgrund der geringen Pixelgröße). Freihand wirkt dagegen der Stabi, da größere Auslenkung. Der Mini-Gyro bzw. das Datenmuster auf dem eingelesenen Sensor zeigt die Verwacklung und korrigiert danach.

Mein Problem damit: Ich kenne keinen Mechanismus, der das so perfekt hinbekommt ... ich kenne aber auch nicht alles
__________________
Grüsse, Andreas
Bearbeitung und Zeigen meiner Bilder im Rahmen des jeweiligen Threads erlaubt.
Ein Werk herunterzumachen ist viel leichter als das Lobenswerte daran zu erkennen.
Das Lob von tausend Narren wiegt nicht so viel wie der Tadel eines einzigen Sehenden.


Studioblitzen und portabel in einem - Strobistik^^ für Anfänger und Fortgeschrittene
Bastelecke: Striplight selbst gemacht
aurum ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Stichworte
unschärfe; stativ


Zurück   DSLR-Forum > Community > Foto-Talk
Themen-Optionen
Ansicht

Nutzungsbedingungen
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Werbung


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 05:21 Uhr.

Anzeige


* * *

Zu viel Werbung?
Kostenlos registrieren!

* * *

Anzeige

Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2020, Jelsoft Enterprises Ltd.
Copyright ©2003 - 2020, DSLR-Forum.de
Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Falls du mit unserer Verwendung von Cookies nicht einverstanden bist, so ändere bitte die Cookie-Einstellungen in deinem Browser oder verlasse unsere Website. Mehr erfahren