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Alt 22.08.2015, 15:39   #1
yenlo
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Standard 3D-Druck im Fotobereich

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Eine kleine Anleitung zum 3D Druck: Ich habe hier ein älteres 135er Minolta Rokkor, dem im Laufe der Zeit der Frontdeckel flöten gegangen ist. Als Deckel reicht eine einfache Deckelkappe mit 62mm Innenmaß, die bündig auf der Geli liegen soll.

1. CAD
Als CAD Programm nutze ich TinkerCAD; ein sehr einfach zu bedienendes OnlineCAD Programm. Der Deckel besteht im Grunde nur aus 2 Zylindern: 1 dem eigentlichen (äusseren) Zylinder, sowie einem etwas kleineren "negativem" Zylinder der den inneren Rahmen bildet.

Den Projektnamen trägt man unter "Properties" ein und sobald das Projekt fertig ist kann es als Druckfile (zB. .stl) heruntergeladen oder zum Thingverseportal hochgeladen und dort geshared werden (Bild 2).

2. Thingiverse
Wer anstelle des eigenen Designs fertig gestaltete Druckvorlagen sucht kann zB. bei Thingiverse fündig werden und sich zB. den beschriebenen Deckel als .STL-File runterladen => HIER.

3. Vorbereitung Drucken
Als Drucksoftware fiel bei meinem Drucker die Software Replicator mit aus der Tüte. Dort wird das Objekt für den Druck zentriert/positioniert und in G-CODE (Befehlskette zum Drucken) übersetzt (Bild 3).

4. Druck: Das Drucken der Objekte dauert immer noch etwas. Für den Deckel hat mein Drucker rund 2 Stunden benötigt. Als Filament habe ich PLA 1,75mm benutzt.

5. Et voila: Nach 3 Stunden war das gute Stück fertig und passt aufs Rokkor. Nicht schön, aber der Staub bleibt draussen :-)
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Tinkercad_ip.jpg (174,4 KB, 129x aufgerufen)
Dateityp: jpg Thingiverse.jpg (128,8 KB, 124x aufgerufen)
Dateityp: jpg Replicator-Progress.jpg (184,0 KB, 113x aufgerufen)
Dateityp: jpg 3dDruck.jpg (246,3 KB, 187x aufgerufen)
Dateityp: jpg rokkor_deckel.jpg (332,0 KB, 391x aufgerufen)
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Geändert von yenlo (23.08.2015 um 20:35 Uhr)
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Alt 22.08.2015, 19:26   #2
uraltpentaxuser
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Beiträge: 289
Standard AW: 62mm Objektivdeckel: Kleines HowTo 3D-Druck

Nun ja, so ein 3D-Drucker ist ja ganz nett.
Aber ein wie oben beschriebenes einfaches Teil würde ich aus einem Stück POM o.Ä. drehen. Keine Zeichnung, kein Programm, einfach handgedreht. Zeit sicher unter 1/2 Stunde.
Könnte auch auf die CNC-Fräse gehen, aber ist für so ein Teil zu aufwändig.

Grüße

Otto
uraltpentaxuser ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.08.2015, 20:12   #3
yenlo
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Threadstarter
 
Registriert seit: 05.12.2006
Ort: Bielefeld/Düsseldorf
Beiträge: 2.959
Standard AW: 62mm Objektivdeckel: Kleines HowTo 3D-Druck

Zitat:
Zitat von uraltpentaxuser Beitrag anzeigen
Nu
Könnte auch auf die CNC-Fräse gehen, aber ist für so ein Teil zu aufwändig.
Ne Drehbank ist auch etwas Feines :-)
Das hier ist ein einfaches HowTo das zeigen soll wie einfach soetwas mittlerweile ist. Die Komplexität lässt sich beliebig erhöhen: Rückdeckel mit Steigung; Innendeckel mit Klemme. Objektivadapter (zum Testen, da Plastik), Kamerahüllen, Griffe/Fingermulden, Ersatzteile wie M/AF Schieber, Linsenhalterungen etc etc. Das ist schon ziemlich genial, was sich alles machen lässt. Gerade wenn man das mal mit den Arbeitsprozessen bei CNC vergleicht. Mein Sohn hat nach 5 Minuten Einführung in TinkerCAD sein erstes Modell binnen 1 Stunde fertig und zum Drucker geschickt - mach das mal in Mach3 nach :-p
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yenlo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.08.2015, 22:12   #4
Dewenne
Benutzer
 
Registriert seit: 07.06.2010
Beiträge: 1.098
Standard AW: 62mm Objektivdeckel: Kleines HowTo 3D-Druck

Na ja ein richtiges Vorzeigeprojekt ist es zwar nicht gerade und es zeigt auch nicht was mit 3D Druck mittlerweile alles möglich ist - das ist nämlich viel,viel, viel, vielvielviel mehr - aber Du hast es trotzdem besser gemacht als ich...
Ich hab gleich als ersten Entwurf mit Sketchup 2014 einen wirklich komplexen Filterhalter für ne 3D Kamera konstruiert und mußte schließlich auf der Zielgeraden aufgeben weil ich die komplexen Oberflächen einfach nicht "dicht" kriege und somit wird das Modell nicht als Körper sondern nur als Hülle erkannt die leider nicht gedruckt werden kann.

An alle Drehbanknutzer die so was hauptberuflich machen - könnte nicht schaden wenn ihr euch mit genau dieser Technik befasst. Dann seid ihr nämlich morgen die Profis die beides draufhaben (alt und neu).

Dewenne
Dewenne ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 22.08.2015, 23:43   #5
Dunkelelfgun
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Ort: Berlin / Ilmenau
Beiträge: 284
Standard AW: 62mm Objektivdeckel: Kleines HowTo 3D-Druck

Nun muss man dazu auch sagen das SketchUp für das Erstellen von STL-Dateien nur bedingt taugt. Mit den richtigen Plugins kann man zwar STL-Daten im- und exportieren und auch noch kleinere Anpassungen versuchen, aber ein komplexes Bauteil in SketchUp fehlerfrei zu erzeugen wird spaßig

Klar, der Objektivdeckel ist nur bedingt als Vorzeigebeispiel zu sehen, allerdings ist es eine gute Einführung in die Nutzung des 3D-Drucks in der Fotografie bzw. auch der Bastelecke.
Ich habe diese Technik z.B. ausgiebig genutzt um die Reperatur meines 10-140/1.7 voran zu bringen (Artikel dazu kommt irgendwann, die Post wollte mir die Gegenlichtblende für die finalen Bilder einfach nicht liefern), allerdings treten gerade bei größeren bzw. komplexeren Teilen Probleme auf, die man erst mal kennenlernen muss. (Ich rede hier von Schrumpfungserscheinungen, das verbiegen großer Teile, den Einsatz von Stützteilen usw.)
Dazu kommen dann noch notwendige Nacharbeiten wie die Oberflächenglättung (falls das Teil lackiert werden soll sieht man jede kleine Rille) oder das Schleifen, um notwendige Passungen zu erreichen. Ein zu strammer Objektivdeckel taugt schließlich nichts.

Man kann sich übrigens so auch sehr einfach Objektivdeckel für C-Mount Objektive drucken die sonst ein heiden Geld kosten können.
Dunkelelfgun ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.08.2015, 20:40   #6
yenlo
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Standard AW: 3D-Druck im Fotobereich

Nachdem es hier offenbar eher um das Drucken an sich geht habe ich den Titel etwas allgemeiner gehalten, damit sich hier über den Druck unterhalten werden kann.

:-)
Have fun
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yenlo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2015, 08:34   #7
lhiapgpeonk
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Registriert seit: 04.07.2014
Beiträge: 709
Standard AW: 62mm Objektivdeckel: Kleines HowTo 3D-Druck

Zitat:
Zitat von uraltpentaxuser Beitrag anzeigen
Nun ja, so ein 3D-Drucker ist ja ganz nett.
Aber ein wie oben beschriebenes einfaches Teil würde ich aus einem Stück POM o.Ä. drehen. Keine Zeichnung, kein Programm, einfach handgedreht. Zeit sicher unter 1/2 Stunde.
Könnte auch auf die CNC-Fräse gehen, aber ist für so ein Teil zu aufwändig.
Naja, aber du wirfst dann ca. 90% des Rohmaterials in Form von Spänen weg. Auch nicht gerade effizient...
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lhiapgpeonk ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2015, 09:17   #8
Venturi
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Beiträge: 1.358
Standard AW: 62mm Objektivdeckel: Kleines HowTo 3D-Druck

Zitat:
Zitat von Dewenne Beitrag anzeigen
.
Ich hab gleich als ersten Entwurf mit Sketchup 2014 einen wirklich komplexen Filterhalter für ne 3D Kamera konstruiert und mußte schließlich auf der Zielgeraden aufgeben weil ich die komplexen Oberflächen einfach nicht "dicht" kriege und somit wird das Modell nicht als Körper sondern nur als Hülle erkannt die leider nicht gedruckt werden kann.
Das Problem kenne ich . Probiere mal das Programm netfabb aus, das ist in der Basic-Variante kostenlos. Damit kann man unvollständige Strukturen und Oberflächen gut reparieren, so dass es ein geschlossenes Objekt ergibt und gedruckt werden kann.

Mit Sketchup werde ich irgendwie nicht warm, teils echt super zu bedienen, teils viel zu kompliziert, trotzdem mangels Alternativen mein am meisten genutztes Programm für 3D Druck. Bin immer noch auf der Suche nach dem für mich "perfekten" 3D CAD Programm, aber irgendwas stört immer...
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Alt 25.08.2015, 09:41   #9
hgf
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Ort: Bad Lippspringe
Beiträge: 42
Standard AW: 3D-Druck im Fotobereich

Kannst du noch mal etwas zu den (Material-)Kosten sagen?
Die Kosten für den Drucker lassen wir mal außen vor...

Gruß, Hans Günter
hgf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.08.2015, 10:01   #10
Venturi
Benutzer
 
Registriert seit: 14.09.2005
Ort: RLP
Beiträge: 1.358
Standard AW: 3D-Druck im Fotobereich

Das kommt immer auf den Drucker an, gibt ja unterschiedliche Systeme. Ich habe z.B. einen Ultimaker 2, der unterschiedliche Materialien verarbeiten kann, die gängigsten sind wohl ABS und PLA Kunststoff.

Eine "normale" Spule Material zu 750g kostet knapp unter 30 Euro, es gibt aber auch spezielle (im Dunkeln leuchtend, stromleitend, Holz etc.), die teils deutlich teurer sind.

Da man bei einfachen Objekten ohne Stützstrukturen praktisch keinen (oder nur sehr wenig) Verlust hat, kann man den Preis schon halbwegs gut kalkulieren. Ein Objekt mit 100g Gewicht hätte somit einen Materialpreis von etwa 4 Euro.
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Stichworte
3d druck , objektivdeckel


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