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Alt 28.06.2020, 18:20   #1
Jochen W.
Benutzer
 
Registriert seit: 08.01.2014
Ort: Stuttgart
Beiträge: 1.201
Standard Sachtler Flowtech 75 mit FSB8

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Hallo Leute,

zugegeben, eine Kombi die wohl nur wenige benötigen und sich kaufen werden bzw. mit dem Gedanken spielen das zu kaufen.
Trotzdem - oder genau deshalb - will ich an dieser Stelle mal von meinen eigenen Eindrücken mit der genannten Kombination in der Praxis berichten.

Denn ich hätte gerne vorab etwas mehr über so manche Details gelesen die man den üblichen Produktbeschreibungen nicht entnehmen kann. Da gab das ganze Forum aber leider nichts her zum Flowtech.

Kurz vorweg zu mir, ich fotografiere ausschließlich Vögel, ich bin nur regional unterwegs für meine Motive, keine großen Fotoreisen oder so, mich reizt mehr die Avifauna "vor der Haustüre". Dabei habe ich mich seit geraumer Zeit vorrangig auf Eulen eingeschossen.
Ich arbeite derzeit mit einem 600FL mit Z6 und Batteriegriff.

Warum gerade das Flowtech und der FSB8?

Zuvor hatte ich ein Gitzo 3542XLS mit Kugelkopf GH3382QD. Diesen Unterbau hatte ich zu einem früheren Zeitpunkt eigentlich für die D500 mit dem 200-500VR angeschafft und dafür war es auch richtig gut.
Irgendwann kam ein gebrauchtes 500 f/4 G anstelle des leichteren Zooms und auch damit konnte man noch arbeiten, aber es war wirklich nicht mehr so einfach und sicher. Letztes Jahr habe ich dann bei den Waldkäuzen als die Ästlinge unterwegs waren gemerkt wie oft ich doch die Stativhöhe anpassen muss. Mal auf Augenhöhe, dann wieder Kniehöhe usw. Bei relativ zahmen Tieren noch okay, aber dann immer 6 Drehverschlüsse einzeln anfassen zu müssen und die Segmente einzuschieben bzw. auszufahren hat mich irgendwann genervt. Und dabei halt immer die Frage ob das Model nicht doch gleich abfliegt während ich die Höhe verstelle. Dabei aus Zeitgründen auch noch das schwere Equipment oben drauf, das ist einfach nichts auf Dauer so.

Also habe ich mich umgesehen was es sonst noch so gibt, der Wunsch zu dem FSB8 Kopf kam eigentlich schon zuerst auf bevor ich von der Existenz des Flowtechs überhaupt wusste. Den FSB8 konnte ich mal bei einem Fotokollegen mit einem 600 f/4 drauf ausprobieren und war seitdem vom einfachen und präzisen Handling fasziniert. Der Kopf war also gewissermaßen schon gesetzt.
Dann habe ich zufällig vom Flowtech erfahren und als ich die Arretierung der Beinsegmente gesehen habe dachte ich mir genau das ist es was ich brauche.
Das funktioniert so, dass man an drei Verschlusshebeln ganz oben am Stativ jeweils alle Beinsegmente gleichzeitig arretieren und lösen kann. Die Segmente fahren dann durch ihr Eigengewicht aus bzw. können dann wieder ganz normal eingeschoben werden. Das ist gerade auch aus dem Stand fertig aufgebaut sehr schnell möglich und stellt damit einen erheblichen Zeitvorteil dar, wenn man seine Arbeitshöhe sehr schnell anpassen muss.

Ich habe mich für die Variante mit Mittelspinne entschieden. Und mein FSB8 ist die Sideloadversion.
Die Mittelspinne hatte ich bisher aber noch nicht draußen dabei im Einsatz und ich habe sie auch nicht vermisst. Man muss sich halt entscheiden zwischen Mittelspinne und Bodenspinne.


In der Praxis

Insgesamt bin ich bislang (etwa 2 Wochen Nutzung) sehr überzeugt von der Kombination.
Es ist zwar natürlich sehr schwer und eher nicht für lange Touren geeignet mit über 5kg. Aber wenn man relativ nah an seine Fotospots fahren kann und dann dort nur noch kürzere Strecken läuft ist das für mich nicht so wichtig.
Der Vorteil des hohen Gewichts ist eben auch ein richtig stabiler Stand!
Dazu tragen auch die großen Beinquerschnitte und deren breite Form bei.

Durch die breiten Beinrohre die auf der Außenseite leicht abgerundet sind trägt sich das Stativ auch recht angenehm auf der Schulter, zumindest angenehmer als dünnere runde Beine finde ich. Das Gewicht wird über eine größere Fläche verteilt.

Wenn man es dann nach einigen Metern beim Absetzen leicht nach vorne über die Schulter rutschen lässt und dabei der Beinverschluss an der Schulter hängen bleibt öffnet sich dieser und die Beinsegmente fahren durch ihr Eigengewicht aus wobei sie dann beim Erreichen des Anschlags einen lauten Schlag erzeugen. Hierbei also aufpassen, sonst verscheucht man so womöglich seine Motive. Oder man trägt es halt anders damit das nicht passiert.

Womit wir schon beim nächsten Thema wären, die Geräusche insbesondere beim Ausfahren können schon etwas laut sein, wenn man die Beinsegmente bis ganz an den Anschlag fallen lässt, hierbei sollte man also schon immer aufpassen, die Segmente etwas vorher abzudämpfen im Gras z.B. und dann erst vollends auf volle Höhe ausziehen falls nötig.

Es sind ziemlich gute Spikes vormontiert die man schön fest in die Erde drücken kann. Ebenfalls im Lieferumfang sind größere Gummifüße die man wahlweise über die Spikes ziehen kann und die schnell mit einem einfachen Handgriff gelöst sind.

Der Abspreizwinkel der Beine kann über kleine Rasten am oberen Beinende festgelegt werden. Um einen weiteren Winkel einzustellen muss man diese Rasten zunächst wieder etwas zurückziehen, dann das Bein abspreizen und dann durch Druck auf einen Knopf diese Rasten wieder in ihre vordere Position versetzen wo sie gegen den Anschlag drücken und so den Winkel des Beins vorgeben. Beim Druck auf diesen Knopf an den Rasten schlagen diese auch mit einem deutlich hörbaren "Klack" am Anschlag an.

Sehr positiv fällt mir auf wie die Beine am unteren Ende zusammengehalten werden. Hier gibt es Magnete an den Berührpunkten der Beine und flach zusammengelegt bilden die Beine dann innen eine Form die ein wenig einem Wankel-Kolben ähnelt, aber mit abgeflachten Ecken. Durch die Magnete und die Form der Beine kann hier kein Bein gegen die anderen verrutschen und zwischen den zwei anderen Beinen durch wie es bei runden Beinen manchmal passieren kann. Außerdem kann man mit drei Fingern sehr gut in dieses Loch zwischen den Beinen greifen zum Tragen über der Schulter.


Der Kopf

Ich denke hierzu muss man nicht mehr viel sagen. Sackschwer, aber auch sehr gut. Läuft geschmeidig weich ohne jegliche Ruckler und lässt sich durch verschiedene Kombinationen aus Dämpfung und Counterbalance bestens an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Die Dämpfung kann horizontal und vertikal in 5 Stufen eingestellt werden. Die Counterbalance welche nur auf die horizontale Achse (also bei Nickbewegung der Kamera, hoch / runter) wirkt lässt sich in 10 Stufen einstellen. Schon ab Stufe 4 kippt das 600er mit der Z6 gut ausbalanciert nicht mehr von selbst weiter ab. Ab Stufe 5 der Counterbalance federt es schon in die Neutralposition zurück, bei Stufe 6 noch kräftiger, lässt sich dabei aber noch gut sehr leicht bewegen um z.B. einem Vogel im Flug zu folgen.

Der Kopf hat einen ziemlich langen Schraubgriff unten der zur Nivellierung gelockert wird und dann zum Ausrichten dient. Wenn man sehr flach runter will kollidiert der irgendwann mit dem Boden. Kann man aber glaub auch gegen was kürzeres tauschen, hoffe ich.

Wenn man die Dämpfung auf 0 stellt spürt man wirklich keinen Widerstand mehr, dann bewegt sich alles völlig frei. Empfiehlt sich natürlich eher in der vertikalen Achse bzw. auf der horizontalen Achse dann halt nur mit ausreichend Counterbalance da sonst alles bei Loslassen abkippen würde.

Komplett Arretieren lässt sich der Kopf ganz schnell mit zwei Klemmhebeln seitlich wobei schon 1/4 Umdrehung reicht.

Der Sideload-Befestigungsmechanismus ähnelt im Prinzip dem was man sonst auch so kennt mit Schwalbenschwanzprofil und seitlicher Klemmung. Nur dass hier alles breiter ist, also nicht arca-swiss Maße!
Die passende Adapterplatte liegt aber im Lieferumfang bei, also so gesehen kein wirkliches Problem.
Man setzt dann Die Kamera-Objektiv-Kombi seitlich mit der rechten Kante zuerst nach unten auf, drückt dann auch die linke Seite runter und dabei rastet die Klemmung ein. Dann dreht man sie seitlich noch ganz fest zu und das war's. Umgekehrt löst man die seitliche Klemmschraube wieder ein wenig und dann drückt man auf einen Knopf links an der Ecke der Top-Platte und schon kann man alles wieder entnehmen.



Wer selbst etwas ergänzen möchte oder weitere Fragen zu speziellen Punkten haben die mir jetzt gerade spontan nicht eingefallen sind, der ist aufgerufen sich gerne hier zu melden!
Wenn mir im laufe der Zeit noch gewisse Dinge auffallen von denen ich denke das ist vielleicht auch für andere die damit liebäugeln interessant, dann werde ich das hier weiter darum ergänzen.
__________________
LG Jochen

Geändert von Jochen W. (28.06.2020 um 18:30 Uhr)
Jochen W. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.09.2020, 09:02   #2
uchris
Benutzer
 
Registriert seit: 18.03.2013
Ort: Bochum
Beiträge: 662
Standard AW: Sachtler Flowtech 75 mit FSB8

Hallo Jochen,
ich interessiere mich sehr für diese Kombi. Ich würde sie aber auch gerne zum Filmen einsetzen, daher interessiert mich, inwieweit der Kopf zurück federt. Also du verwendest ja auch eine lange Brennweite. Wenn du den Bildausschnitt nun auswählst und dann den Griff loslässt, verändert sich der Bildausschnitt dann noch? Also schwenkt er ein kleines bisschen zurück, wenn man den Druck vom Griff lässt?
uchris ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.09.2020, 12:59   #3
Jochen W.
Benutzer
 
Threadstarter
 
Registriert seit: 08.01.2014
Ort: Stuttgart
Beiträge: 1.201
Standard AW: Sachtler Flowtech 75 mit FSB8

Hallo Chris,

wie sich die ganze Kombi im Moment direkt nach dem Loslassen verhält hängt natürlich auch stark davon ab welche Stufe man bei Friktion und Counterbalance eingestellt hat.

Es muss je nach Gewicht der Ausrüstung eine passende Kombination aus Friktion und Counterbalance eingestellt werden und der Schwerpunkt muss natürlich auch exakt eingestellt werden. Aber wenn der Schwerpunkt an der richtigen Stelle sitzt, dann gibt es kein auffälliges Federn zurück oder weiteres Abkippen. Wenn man will, dass auch die winzig kleinste Bewegung absolut sicher ausgeschlossen wird, dann rate ich aber dazu, dass man einfach kurz die Feststellschraube(n) anzieht. Die Feststellschrauben für beide Achsen sind gut zugänglich auf derselben Seite angeordnet und es genügt schon etwa 1/4 bis 1/2 Umdrehung, daher geht das bei Bedarf recht schnell.

Vielleicht gibt es einen Händler der es dir ermöglicht, das Set mal auszuprobieren mit deiner Ausrüstung. Das verschafft dir den genauesten Eindruck davon. In meinem Fall war ich z.B. persönlich beim Händler mit 600er und Kamera und habe einfach mal nachgefragt ob so ein Set da ist. Es war kein 75er Flowtech mit FSB8 da, aber das eine Nummer größer (Flowtech 100 mit FSB10) und anhand dessen wurde mir dann alles erklärt und ich konnte meine Ausrüstung mal draufsetzen. Da die Bedienung im Prinzip identisch ist war das sehr hilfreich für mich.
__________________
LG Jochen
Jochen W. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2020, 01:32   #4
Gerhard94
Benutzer
 
Registriert seit: 16.09.2015
Beiträge: 18
Standard AW: Sachtler Flowtech 75 mit FSB8

Wie schon Jochen gesagt hat: hängt von Counterbalance und Dämpfung ab, und zusätzlich von der sauberen Einstellung des Schwerpunktes von Kamera + Objektiv nach der Bedienungsanleitung. Wenn die Einstellung sich nicht mehr ändern darf die Feststellung verwenden.
__________________
Viele Grüße
Gerhard
Gerhard94 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 28.09.2020, 00:17   #5
uchris
Benutzer
 
Registriert seit: 18.03.2013
Ort: Bochum
Beiträge: 662
Standard AW: Sachtler Flowtech 75 mit FSB8

Danke euch beiden, auch für die generellen Tipps!

Ich werde noch mal etwas mit meinem Manfrotto 608 dahingehend experimentieren und wenn ich dann damit immer noch nicht zufrieden bin, eventuell mal gucken, wo ich einen FSB8 testen kann.
uchris ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
flowtech , fsb8 , sachtler , supertele , tele


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