DSLR-Forum Anzeige

Zurück   DSLR-Forum > Technik und Gestaltung > Bildbearbeitung

Anzeige

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 26.01.2009, 17:54   #1
Steffen Rentsch
Super-Moderator
 
Registriert seit: 01.01.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 22.947
Standard Projekt Baustelle III - Methoden, Verfahren, Tipps

Werbung


Zu viel Werbung?
Hier kostenlos bei DSLR-Forum.de registrieren!
Immer wieder wird - meist von Außenstehenden - mehr Offenheit über die Arbeitstechniken des Threads "Projekt Baustelle" angemahnt. Leider wird dabei oft übersehen, dass nur durch ständiges Üben und Optimieren jene Erfahrungen zustande kommen, mit denen man Bildern eine wirkungsvolle persönliche Note verleihen kann.

Dennoch kann es eine gute Idee sein, hier in loser Reihenfolge - aber so thematisch umrissen, dass man danach recherchieren kann - Einzelaspekte der Illustrationstechnik darzulegen.

Wer am lautesten danach verlangt hat, möge bitte den ersten Schritt tun. Und vielleicht ist aktive Mitarbeit hier auch keine schlechte Idee, diesen Thread immer soweit oben zu halten, dass man ihn wiederfindet.

Die Party ist eröffnet.

LG Steffen

PS: Dies wird ein reiner Informationsthread. Bitte keine Meinungen oder sonstiges Feedback posten, Fragen bitte auf der Baustelle stellen oder per PN.
__________________
"Erinnerungen sind wie viele Konserven, ein bischen schöngefärbt und deshalb nicht ganz unschädlich."
(Maurice Chevalier)


Meine Seite in der Fotocommunity

Geändert von Steffen Rentsch (26.01.2009 um 23:18 Uhr)
Steffen Rentsch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2009, 18:22   #2
Gast_248107
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Projekt Baustelle III - Methoden, Verfahren, Tipps

Blendspots, "Bloom"

Status:
*In Bearbeitung*
Das ist nur ein erster Vorschlag wie der Rahmen aussehen könnte.
Wenn ich Zeit habe (und PS funktioniert, siehe unten) werde ich weiter arbeiten bis ich der Meinung bin, das Thema verdient ein "Abgeschlossen"

Im Prozess der Illustration:
Dieser Effekt ist sehr simpel und leicht zu realisieren, er simuliert in etwa das Lichtspiel eines Baumes im Gegenlicht.
Kann verwendet werden um bestimmte Bildbereiche hervorzuheben, steht im eigentlich Prozess der Illustration aber eher an.
Dieser Effekt sollte nur sachte angewandt werden und ist nur etwas für den "letzten Touch."

Tutorials im Netz:
GIMP: http://www.gimpguru.org/Tutorials/BlurOverlays/
GIMP: http://www.squaregear.net/gimptips/blom.shtml
PS: http://photoshoptutorials.ws/photosh...cts/bloom.html

Funktionsweise:
Der Effekt arbeitet mit den hellsten Bereichen im Bild. Um diese zu maskieren bietet sich entweder eine Farbreduzierung an (Palette-Knife) oder eine Highlight-Selektion. Beides ist mit Photoshop oder Gimp innerhalb weniger Mausklicks gemacht. Bei Bedarf kann natürlich manuell selektiert werden. Die selektierten Highlights müssen nun in eine Ebenenmaske kopiert werden und weiss ausgefüllt werden, nebst schwarzem Hintergrund. Danach werden sie mit einem Weichzeichner verteilt. Die Rate hängt natürlich vom Bild und vom Auge ab. Das Resultat steuert nun via Maske das Streulicht. Als "Licht" bieten sich entweder weisse Ebenen an (für dramatische Effekte bei Kontrastreichen Motiven), oder manipulierte Versionen des Hintergrundes (bei seichteren Bildern wie Landschaften, etc.).

Ablauf:
*Sorry mein PS wurde durch einen Vista-Wiederherstellungspunkt vernichtet und installiert nicht mehr.
Wenn ich's wieder installiert bekomme folgt hier ein kleine Demonstration : ) *

Beispiele:
*folgen*

Tags für die Suchfunktion
Licht, Streulicht, Kontrastaufhellung, Aufhellen, Gegenlicht, Bloom, ...

Geändert von Gast_248107 (26.01.2009 um 18:50 Uhr)
  Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2009, 23:04   #3
Steffen Rentsch
Super-Moderator
 
Threadstarter
 
Registriert seit: 01.01.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 22.947
Standard AW: Projekt Baustelle III - Methoden, Verfahren, Tipps

So fangen wir mal mit einer der wichtigsten Fragen an - der Extraktion von Details aus dem Bild:

Hier eine der bewährtesten und effektivsten Methoden (Stichwort: Strichzeichnung)

Von unserer Basisebene erstellen wir erst einmal 3 Kopien. Die oberste wird erst einmal ausgeblendet. Von den zwei Ebenenkopien wird nun die obere invertiert (STRG + i - ein Negativ erzeugt) und mit dem Lichtmodus farbig abwedeln oder linear abwedeln in eine weiße Fläche verwandelt.

Jetzt wird der Gauss mit relativ kleinem Radius angewendet (etwa 1,3...3 Pixel) - und zwar so, dass die Umrisslinien und kleinen Mikrodetails des Bildes in Form einer Strichzeichnung sichtbar werden. Anschließend wird die obere Ebenenkopie mit der darunterliegenden auf eine Ebene zusammengefasst.

Die Lichtart der vereinigten Ebene wird nun auf Multiplizieren gestellt und die Deckkraft entsprechend angepasst. Nun haben wir eine Mikrodetailebene.

Um nun auch noch eine Makrodetailebene zu erhalten, blenden wir die oberste Ebenenkopie wieder ein und erzeugen davon wieder eine neue Kopie.

Diese wird nun wie gehabt invertiert, auf farbig oder linear abwedeln gestellt bis die weiße Fläche entsteht und diesmal wird der Gauss mit maximalem Radius verwendet. Wir erhalten ein flachfarbenes Bild der Makrokontraste des Bildes einschließlich der Schatten und Tieftöne. Nun wieder die Ebenenkopie per Rechtsklick und Option mit der darunterliegenden zusammenfassen und den Lichtmodus auf multiplizieren stellen. Die Deckkraft wird wieder etwas abgesenkt, meist etwas mehr als bei der Mikrodetailebene.

Das Gesamtbild sieht nun schon deutlich knackiger, kontrastreicher und auch detaillierter aus. Wir können diese Detailebenen nun mit anderen Filtern kombinieren und die Ergebnisse der Filterwirkungen mit STRG + Alt + Umschalt + E zusammenfassen. Und nach einem späteren Absoften können wir diese Detailebenen auch wieder nach oben holen, um sie ggf. der Absoftebene wieder zu überlagern. (aber dies wäre schon ein anderes Kapitel...)

LG Steffen

Bemerkung: Die Mikrodetailebene wurde hier zu Demonstrationszwecken per TW-Korrektur verstärkt.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Mikrodetailebene.jpg (476,4 KB, 148x aufgerufen)
Dateityp: jpg Makrodetailebene.jpg (403,9 KB, 126x aufgerufen)
Dateityp: jpg Detaildemo.jpg (456,3 KB, 201x aufgerufen)
Dateityp: jpg Demo Ende.jpg (470,4 KB, 249x aufgerufen)
__________________
"Erinnerungen sind wie viele Konserven, ein bischen schöngefärbt und deshalb nicht ganz unschädlich."
(Maurice Chevalier)


Meine Seite in der Fotocommunity

Geändert von Steffen Rentsch (14.10.2013 um 21:04 Uhr)
Steffen Rentsch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2009, 23:45   #4
Aletheios
Benutzer
 
Registriert seit: 04.05.2008
Ort: München
Beiträge: 1.771
Standard AW: Projekt Baustelle III - Methoden, Verfahren, Tipps

Zur Strichzeichnungsmethode möchte ich noch hinzufügen:

Wer die Details im Bild sehr stark betonen möchte, kann über einer fertigen Strichzeichnungsebene eine neue (leere) Ebene erstellen, diese dann mit Schwarz füllen (Shift + F5) und die Füllmethode auf Ineinanderkopieren oder Weiches Licht stellen - dann noch die beiden Ebenen zusammenfassen und die Füllmethode auf Multiplizieren stellen.

Da der Effekt meist ziemlich extrem ist, sollte die Deckkraft dieser Detail-Ebene auf jeden Fall reduziert und gleichzeitig kritische (überbetonte) Stellen ausmaskiert werden (am besten mit einer Ebenenmaske).

Gruß, Simon
__________________
Wer sich über Kritik ärgert, gibt zu, dass sie verdient war! (Tacitus)
Meine Bilder dürfen bearbeitet und im selben Thread wieder hochgeladen werden.

:: homepage ::
Aletheios ist offline   Mit Zitat antworten
Werbung
Acronis True Image 2019 - Die umfassende Backup-Lösung - Testversion erhältlich!
Zu viel Werbung? Hier kostenlos bei DSLR-Forum.de registrieren!
Alt 27.01.2009, 12:42   #5
MarkusB88
Benutzer
 
Registriert seit: 29.03.2007
Beiträge: 4.165
Standard AW: Projekt Baustelle III - Methoden, Verfahren, Tipps

um schwarze artefaktbildung vorzubeugen kann man die strichzeichnungsmethode dann mit dem weichzeichner matter machen mit den einstellungen: Radius 1 schwellenwert 1- Max. 20 entschärfen. Andere Möglichkeit wäre der gauss mit Radius 0,2-0,5 Pixeln.
__________________
Gruß Markus

EOS 5D II und Zubehör


Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.

Leben ist das, was einem zustößt, während man auf die Erfüllung seiner Hoffnungen und Träume wartet.“ John Lennon
MarkusB88 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2009, 12:44   #6
Gast_248107
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Projekt Baustelle III - Methoden, Verfahren, Tipps

DRI, Dynamikerweiterung mit einem Ausgangsbild

Einleitung:
Da wir gerade gelernt haben wie man Details herausbildet, folgt nun die Kontrast-Dynamik...
Die Methode ist weitbekannt und findet auch in vielen HDR-Programmen Verwendung. Das Problem bei der automatischen Dynamikerweiterung ist natürlich, dass das gesammte Bild darunter leiden muss, was zu diesen überstochenen "HDR-Gruselgeschichten" führt.

Um diese Technik effektiv nutzen zu können gehört schon etwas Arbeit. Wer das mal schnell in ein paar Minuten hinwischt, der bekommt am Ende auch ein entsprechendes Resultat (siehe Beipiel, die Hecke ist versaut). Wer sich aber mit dem Ausmaskieren Zeit nimmt, der kann auf dezente Weise eine gute Ausgangsbasis für die weitere Illustration schaffen, ohne auf Tools wie Photomatix zurückgreifen zu müssen. Wichtig ist beim ausmaskieren vorallem flexibilität. Wem die Vorgabe der desaturierten Maske zu hell oder zu dunkel ist, der soll doch einen Pinsel nehmen und entsprechend anpassen, bis es dem Auge gefällig ist. Das unten angegebene Beipiel ist durch die "Glanzebene" zu knallig. Wer's nicht mag kann gut und gerne auf diese verzichten, bzw. diese in den Ebeneneinstellungen weiter runterdrehen. Ich habe die Einstellung extrem gehalten um den Effekt besser zu verdeutlichen. Als Faustregel gillt, je stärker die Glanzebene eingeblendet ist, je mehr sieht das Bild am Ende nach "HDR" aus. Für einen gänzlich photorealistischen Effekt sollte man ganz und gar auf Glanz verzichten bzw. die Maske lokal anpassen, dass nicht das ganze Bild betroffen ist.

In der Illustration ist vorallem die Zusammenarbeit der Arbeitspakete wichtig. Haben wir vorher schon die Details angehoben wird das Bild ganz von alleine "heiter" wie wir in Steffans Beispiel wunderbar sehen können. Um dem entgegenzukommen beschränken wir uns lieber auf die Bereiche, die es wirklich nötig haben, wie zB. der Himmel, der auch nach der Datailmanipulation ausgefressen ist.

Ablauf:

1. Das Ausgangsbild wird geladen

2. Vier Ebenenkopien werden angefertigt, wir benennen diese Ebenen wie folgt (von oben nach unten):
-Maske
-Glanz
-Unterbelichtet
-Überbelichtet

3. Wir "desaturieren" die Maske, bis sie schwarz/weiß ist. Wir können zB. die Sättigkeit komplett abziehen.

4. wir klicken auf die Ebene "Unterbelichtet" und blenden alle Ebenen die darüber liegen aus. Nun gehen wir zum Histogramm oder zu den Kurven und ziehen den Regler solange, bis die Stellen, die überbelichtet waren gut ausgeleuchtet sind. Ist unser Himmel beispielsweise ausgefressen, sollte er nun schön satt sein und viele Details aufweisen. Natürlich verdunkeln wir so auch die unterbelichteten Stellen, dazu kommen wir im nächsten Schritt.

5. Wir geben der Ebene eine Maske in die wir den Inhalt der Obersten Ebene namens "Maske" kopieren (indem wir die Maske mit gedrückter ALT-Taste anklicken aktivieren wir sie, mit STRG-V können wir dann Inhalte einfügen). Nun nehmen wir uns den Pinsel und malen alle Stellen schwarz aus, die wir NICHT verdunkeln möchten. In unserem Beispiel würde dann nur noch der Himmel übrigbleiben. Ist der Hintergrund eingelendet sehen wir schon den Effekt, der Himmel wirkt nun viel lebendiger, die dunkleren Stellen allerdings bleiben unberührt.

6. Das gleiche machen wir jetzt mit den unterbelichteten Stellen. Wir klicken auf die Ebene "Überbelichtet," blenden alle Ebenen darüber aus und ziehen die Regler an, bis die stellen die schwarz ausgefressen sind schön zur Geltung kommen.

7. Der Ebene geben wir wieder eine Maske in die wir die oberste Ebene "Maske" hinein kopieren. Nun malen wir mit dem Pinsel alle Stellen schwarz die NICHT belichtet werden sollen. In unserem Beispiel bleibt fast nur noch die kleine Hecke oben-rechts. Blenden wir jetzt noch die Ebene "Unterbelichtet" dazu ergibt sich ein ausgewogenes Bild das weder unter, noch überbelichtet ist. Aber irgendetwas fehlt noch. Durch die lokalen manipulationen ist das Bild "grau" oder kontrastarm geworden.

8. Hierfür gehen wir zur obersten Ebene "Glanz" und machen diese "weich." Hierfür würde sich ein Blur eignen oder ein Rauschentferner. Mit dem Regler können wir später noch experimentieren. Das gleiche tun wir mit der Ebene "Maske" ganz oben.

9. Jetzt geben wir der Glanzebene eine Maske und kopieren die oberste Ebene "Maske" hinein. Nun malen wir mit dem Pinsel alle Stellen schwarz, die wir NICHT aufheitern wollen. In unserem Beispiel nehmen wir einfach mal den Himmel hinaus, denn dieser würde danach zu arg strahlen. Die Geschmäcker sind verschieden, einfach mal ausprobieren wie's passt.

10. Nun schalten wir die Glanzebene auf "Softlight" oder "Vividlight" und spielen etwas am "Opacity" Regler bis uns das Bild weder zu kontrastarm, noch zu kontraststark erscheint.

11. Die oberste Maskenebene blenden wir aus und alle anderen ein. Et Voilà.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Ebenen.jpg (10,9 KB, 127x aufgerufen)
Dateityp: jpg Beipiel.jpg (181,8 KB, 177x aufgerufen)

Geändert von Steffen Rentsch (14.10.2013 um 21:06 Uhr)
  Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2009, 14:28   #7
Steffen Rentsch
Super-Moderator
 
Threadstarter
 
Registriert seit: 01.01.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 22.947
Standard AW: Projekt Baustelle III - Methoden, Verfahren, Tipps

Die von molesarecoming geschilderte Methode ist seinerzeit von Udo Lehmann sehr gern eingesetzt worden - u.a. bei dem Baggerbild auf Seite 1 - und wurde von ihm bis zur Perfektion getrieben.

Kommen wir zu einem weiteren damit verbundenen Thema, der Kontraststeigerung bei der illustrativen Bearbeitung.

Der Kontrastregler wirkt leider nur linear - eine gute Alternative wäre auch die Gradationskurve. Aber beide Methoden haben auch einen Nachteil: Zusammen mit den Luminanzwerten verstärken sie auch die Farbkontraste eines Bildes - manchmal lokal über das gebotene Maß hinaus. Es können so Farbstiche entstehen.

Es wäre doch weit besser, wenn wir die Kontraststeigerung erst einmal nur auf die Luminanzwerte anwenden könnten...

Ein formidabler Weg zu diesem Ziel wäre der Weg über den LAB-Modus, wo wir ja die Luminanzwerte getrennt von den Farbinformationen bearbeiten können. Allerdings dürfen wir dabei nicht vergessen, dass Luminanz- und Croma-Werte in einem Wechselverhältnis stehen, ändern wir die einen, müssen auch die anderen angepasst werden.

Zwei Wege bieten sich an bei der Bearbeitung des Luminanzkanals:
das Bauchen der Gradationskurve nach unten - was etwa einer Anhebung des Kontrastreglers bei besonderer Betonung der Mitteltonkontraste entsprechen würde, oder die sogenannte "positive S-Kurve", die zugleich die lokalen Kontraste verbessert und in etwa der (zusätzlichen) Charakteristik von "weichem Licht" als Kontrast-Booster entspricht.

Ich würde die erste Methode vorziehen, weil sie uns mehr Kontrolle verspricht - aber natürlich spielt bei dieser Entscheidung auch immer der Bildcharakter eine Rolle...

Nun zu den Farben: Da wir schon mal im LAB-Modus sind, bietet es sich an, die A/B-Farbkanäle gleich mit zu entrauschen. Das machen wir jetzt.

Da wir zusammen mit den Farbkontrasten zugleich auch die Brillianz des Bildes verbessern wollen, nehmen wir in den Farbkanälen (aber bitte gleichmäßig!) eine Tonwert-Kompression vor. Wir nageln die Tonwertkurve in der Mitte fest und ziehen die Referenzpunkte des Schwarz- und des Weißpunktes auf etwa 4% und 96 % - womit die Kurve nun steiler verläuft.

Aber halt werden nun manche sagen: Geht das nicht auch im RGB-Modus?
Natürlich kann man auch da - alternativ - eine schöne kräftige S/W-Ebene erzeugen (S/W-Funktion in PS CS 3, Kanalmixer in CS 2), den Kontrast ggf. noch anpassen und diese Ebene in den Lichtmodus Luminanz setzen.

Parallel können wir die Farben etwas anpassen. Aber es braucht ziemliche Erfahrung dazu, da genau das richtige Maß zu finden und wir sind auch nie vor überraschenden Wirkungen im Bild gefeit, wenn wir das nur so "nach Gefühl" machen...

Ich halte den Weg über den LAB-Modus für präziser und besser beherrschbarer. Alternativ kann man auch mit Einstellungsebenen für Gradation und Sättigung arbeiten, wenn man genug Erfahrungen hat.

Noch eine Bemerkung: Nicht alle Bilder bedürfen grundsätzlich einer Kontraststeigerung. Manche kommen sehr hart daher und wir können die Methode mit dem Luminanzkanal bzw. der S/W-Ebene auch sehr gut in Gegenrichtung anwenden, um die Bilder weicher zu machen. Einfach die Kurve in der Gegenrichtung bauchen.

LG Steffen
__________________
"Erinnerungen sind wie viele Konserven, ein bischen schöngefärbt und deshalb nicht ganz unschädlich."
(Maurice Chevalier)


Meine Seite in der Fotocommunity

Geändert von Steffen Rentsch (27.01.2009 um 14:47 Uhr)
Steffen Rentsch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2009, 19:49   #8
lichtgelb
Benutzer
 
Registriert seit: 11.01.2006
Ort: Wuppertal
Beiträge: 567
Standard AW: Projekt Baustelle III - Methoden, Verfahren, Tipps

Ich mag meine Kontraste, darum schütze ich sie.
Bei fast jeder Illustration werden Weichzeichner oder Entrauscher eingesetzt. Zu diesem Thema wird es sicherlich hier noch Beiträge geben.
Dies hat zur Folge, das im späteren Verlauf Kontraste und Konturen rekonstruiert werden müssen.
Um dieses zu vereinfachen, benutze ich sehr häufig eine Kantenschutzmaske.
Die Aufgabe dieser Maske ist der Schutz von Harten Kontrasten und Konturen gegen das Absoften.

Vorgehensweise:
In der Kanalpalette suche ich mir den kontrastreichsten Kanal aus.
Meist ist es der blaue oder der grüne Kanal, in diesem Fall habe ich den grünen ausgewählt.
Dieser wird dann dupliziert, und der Filter "Konturen finden" angewandt.
Mit einer Tonwertkorrektur werden die Tonwerte soweit zusammen geschoben wie benötigt.
Das kann je nach Bild unterschiedlich sein. Die Dunklen Bereiche werden geschützt, die weißen Bereiche nicht.
Mit einem klick auf Thumbnail des duplizierten Kanals wähle ich die weißen Bereiche aus.
Zurück in der Ebenenpalette kann ich dann mit dem Weichzeichen und Absoften beginnen.
Kleiner Tipp: Zur besseren Übersicht kann die Auswahl mit Strg+H ein- oder ausgeblendet werden.

Gruß

Andreas

Bild Nr.1 = Original
Bild Nr.2 = Rauschen reduzieren ohne Kantenschutzmaske
Bild Nr.3 = Rauschen reduzieren mit Kantenschutzmaske
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg original.jpg (421,3 KB, 102x aufgerufen)
Dateityp: jpg ohne_ksm.jpg (275,2 KB, 106x aufgerufen)
Dateityp: jpg mit_ksm.jpg (333,7 KB, 140x aufgerufen)
Dateityp: jpg soisses.jpg (352,1 KB, 124x aufgerufen)

Geändert von Steffen Rentsch (14.10.2013 um 21:08 Uhr)
lichtgelb ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.01.2009, 22:03   #9
Steffen Rentsch
Super-Moderator
 
Threadstarter
 
Registriert seit: 01.01.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 22.947
Standard AW: Projekt Baustelle III - Methoden, Verfahren, Tipps

Eine andere interessante Möglichkeit, zu einer Kantenschutzmaske zu kommen ist der Filter "leuchtende Konturen". Der Vorteil dabei: Man kann die Breite, die Helligkeit und die Glätte sehr genau steuern.

Am besten, man macht es auf der Kopie eines kontrastreichen Kanals, wie von lichtgelb schon erläutert. Per STRG + Klick kann man diese Kantenschutzmaske nun in einen Alpha-Kanal verwandeln und auf der zu bearbeitenden Ebene eine Maske erstellen, welche den Alpha-Kanal (eine Auswahl) automatisch übernimmt. Nun braucht man diese Maske nur noch mit STRG + I zu invertieren.

Ihr seht - es führen immer mehrere Wege nach Rom...

LG Steffen
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg alpha.jpg (453,9 KB, 47x aufgerufen)
Dateityp: jpg alpha-invers.jpg (487,4 KB, 43x aufgerufen)
__________________
"Erinnerungen sind wie viele Konserven, ein bischen schöngefärbt und deshalb nicht ganz unschädlich."
(Maurice Chevalier)


Meine Seite in der Fotocommunity

Geändert von Steffen Rentsch (14.10.2013 um 21:11 Uhr)
Steffen Rentsch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.01.2009, 20:15   #10
Steffen Rentsch
Super-Moderator
 
Threadstarter
 
Registriert seit: 01.01.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 22.947
Standard AW: Projekt Baustelle III - Methoden, Verfahren, Tipps

In Sachen Bildvorbereitung/Bildoptimierung für die Illustration möchte ich allen Interessierten Roland Beckers Anleitung für eine Bearbeitung im LAB-Modus empfehlen.

Ihr findet sie hier.

LG Steffen
__________________
"Erinnerungen sind wie viele Konserven, ein bischen schöngefärbt und deshalb nicht ganz unschädlich."
(Maurice Chevalier)


Meine Seite in der Fotocommunity

Geändert von Steffen Rentsch (06.09.2009 um 18:46 Uhr)
Steffen Rentsch ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort


Zurück   DSLR-Forum > Technik und Gestaltung > Bildbearbeitung
Themen-Optionen
Ansicht

Nutzungsbedingungen
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu



Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 19:00 Uhr.

Anzeige


* * *

Zu viel Werbung?
Kostenlos registrieren!

* * *

Anzeige

Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, Jelsoft Enterprises Ltd.
Copyright ©2003 - 2018, DSLR-Forum.de
Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Falls du mit unserer Verwendung von Cookies nicht einverstanden bist, so ändere bitte die Cookie-Einstellungen in deinem Browser oder verlasse unsere Website. Mehr erfahren