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Alt 06.10.2018, 20:15   #1
baumax
Benutzer
 
Registriert seit: 03.12.2013
Beiträge: 17
Standard Fotostudio für EOS 700d

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Hallo!
Ich habe eine EOS 700d und möchte damit Produktfotos mit weißen und grünen (zum Freistllen) Hintergrund erstellen.

Daher wollte ich fragen, ob es besser ist eine Softbox zu verwenden wie z.B. https://www.amazon.de/gp/product/B01...S1PHF7ZO&psc=1
oder ein ähnliches System mit Sklaven Blitzen anstatt Lichtstrahler, da diese meiner Meinung mehr Licht abgeben, vorallem wenn ich von hinten durch die weiße Wand Licht bzw. Blitz abgeben möchte.

Leider konnte ich aber keine passenden Sklaven Blitze mit Schirmform oder großen Lampenform für die eos 700d finden.

Vielen Dank für eine Antwort.
baumax ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.10.2018, 13:47   #2
Mariosch
Benutzer
 
Registriert seit: 13.10.2004
Ort: Berlin
Beiträge: 3.698
Standard AW: Fotostudio für EOS 700d

Erstmal: wozu brauchst du Grün bei Fotos?
Grün nutzt man bei Video, weil es farblich recht weit von den wichtigen menschlichen Hauttönen entfernt liegt und Kameras auf dem Grünkanal am empfindlichsten sind (Zu Analogzeiten hat man aus diesem Grund deswegen früher Blau genommen).
Das ermöglicht es dann, relativ leicht automatisch eine Maske zu erstellen, um das Objektiv freizustellen - für Video.

Für Fotos ist das alles nicht notwendig, denn das Verfahren prinzipielle funktioniert prinzipiell mit jeder Farbe. Außerdem ist es bei Fotos wesentlich einfacher, so eine Maske nachträglich zu korrigieren, da es sich verglichen mit Bewegtbild um eine überschaubare Anzahl von Bildern handelt, die man korrigieren muss.
Für Fotos nimmt man daher eigentlich hauptsächlich weiß, schwarz und / oder ein neutrales Grau. Grau hat auch noch den Vorteil, dass man es mit mehr Licht zu weiß, mit weniger Licht auch zu schwarz und mit farbigem Licht zu einem bunten Hintergrund machen kann.
(Für Grau zu Weiß / Schwarz braucht man aber entsprechend Platz, um Produkt und Hintergrund absolut getrennt ausleuchten zu können).


Was die generelle Qualität solcher Dauerlicht-Sets angeht, kann ich nichts sagen, habe nie sowas besessen.
Rein vom betrachten der Stative auf dem Foto würde ich sagen: nicht die allerstabilste Lösung. Was nichts heißen soll - habe mehrere Jahre ein 25€ Hintergrundsystem benutzt. Die Stative waren billigster Griepsch, aber sie haben gehalten.

Problematischer sind die Leuchtmittel: grundsätzlich sind das quasi kleine Leuchtstoffröhren bzw Energiesparlampen mit höherer Leistung. Deren Qualität steht und fällt mit den verwendeten Leuchtstoffen. Das kann von ganz grottig bis sehr gut reichen.
In der Beschreibung steht nichts über den CRI (Color Rendering Index, Angabe zur Farbkorrektheit / Lichtqualität - hier will man eigentlich Werte über 90, besser über 95 haben). Ich vermute aber mal, es wird keine Top-Qualität an Leuchtmittel verbaut sein, eher Durchschnitt.

Softboxen bzw Schirme sind einer nackten, direkten Lichtquelle (fast) immer vorzuziehen, würde ich behaupten. Dauerlicht hat allerdings, neben den oben erwähnten Stolpersteinen, noch zwei Probleme:

1. es ist vergleichsweise dunkel - die 45W CFL die beiliegen würde ich überschlagen so bei 200 - 250W Glühlampen-Äquivalenz ansetzen. Das ist zwar gefühlt recht hell, schnelle Belichtungszeiten bei mittlerer bis geschlossener Blende ist damit aber idR nicht möglich. Sofern die Produkte eher kleinerer Natur sind, wirst du aber mittlere bis geschlossene Blende brauchen, um genügend Schärfentiefe ins Bild zu bekommen.
ABER: Ist bei Produktfotografie grundsätzlich gar nicht sooo das Problem, denn in der Regel halten die Produkte schön still und die Kamera steht eh auf dem Stativ - lange Belichten funktioniert also probemlos.

2. Soweit ich das sehe, gibt es in dem Set keine Regelung - die Lampen bieten also nur zwei Helligkeiten: aus oder an. Damit kannst du beim Einsatz mehrerer Lichtquellen die Verhältnisse untereinander nur über den Abstand regeln, was wiederum die Lichtcharakteristik verändert. Kann man mit Leben, Optimal ist aber anders.

Hier spielen Blitze natürlich ihre Vorteile aus - Leistungsstark und in der Leistung regelbar. Aufsteckblitze sind - wenn man sie als manuelle Version kauft und nicht unbedingt von Canon - auch recht günstig
Allerdings immer noch deutlich teurer als dieses Set - für den Preis kriegst du ungefähr zwei manuelle Aufsteckblitze (zb Godox TT600), brauchst dann aber noch einen Funktrigger, Stative, Softboxen / Schirme und ein Hintergrundsystem.

Ein weiterer Nachteil bei Aufsteckblitzen: du siehst nicht, was du tust, denn es gibt kein Einstelllicht. Das findet man im allgemeinen erst bei Studioblitzen. Die haben neben der Blitzröhre normalerweise auch noch eine Halogenbirne als Dauerlicht, die einen groben Eindruck davon gibt, wie das Licht beim Blitzen in etwa fallen wird.

Auch Studioblitze gibt es (vergleichsweise) günstig (zb Godox SK 300 II - ein einzelner nackter Blitzkopf kostet allerdings in etwa soviel wie das ganze Dauerlicht-Set), wobei sich solche günstigeren Blitze in der Leistung nur begrenzt regeln lassen - je nach Raumgröße und wie dicht dein Licht am Motiv steht, könnten die u.U. auch auf kleinster Stufe (1/16) schon zu hell sein.

Ich habe insgesamt nicht viel Erfahrung mit Produktfotografie, habe ich nur zwei, dreimal gemacht - und da dann meistens mit Aufsteckblitzen, weil es schon eine Weile her ist. Meine Godox SK 300 II habe ich dafür noch nicht benutzt, von daher kann ich auch nicht sagen, ob die evtl zu Leistungsstark wären.

Hängt auch von der Art des Produktes ab - ich hab zb mal eine Flasche Fotografiert, da waren zwei Blitze ausschließlich dafür zuständig, das vordere Etikett bzw den Kronkorken zu beleuchten. Aufsteckblitze lassen sich da relativ leicht zielgerichtet ausrichten und bündeln (die haben ja normalerweise einen eingebauten Zoom), mit einem Studioblitz hätte ich für das gleiche Bild deutlich mehr Aufwand betreiben müssen bzw entsprechende Lichtformer besitzen müssen.

Eine Empfehlung möchte ich ungerne abgeben, auch weil das Feld der Produktfotografie recht breit gesteckt ist (von großen Autos bis runter zu Dingen wie Münzen) und ich da nicht wirklich viel Erfahrung drin besitze - ich hoffe aber, der obige Abriss hilft etwas, die generellen Vor- / Nachteile der unterschiedlichen Möglichkeiten aufzuzeigen.

Grundsätzlich: alle Optionen mit Blitz werden deutlich teurer sein als das Dauerlicht-Set.
Grobe Preis-Übersicht, bei den Blitzen am Beispiel von Godox, weil ich die für das derzeit beste System halte:

- Manueller Funk-Aufsteckblitz TT600: ca 65€ / Stück.
- manueller Funk-Studioblitz SK 300 II: ca 120-130€ / Stück.
- Funktauslöser Godox XPro-C: ca 70€.
- Stative Walimex WT-806: ca 32€ / Stück.
- Blitzneiger / Schirmhalter: 10-20€ / Stück (nur für Aufsteckblitze nötig, Studioblitze kommen idR mit Stativbefestigung)

Hintergrundsystem + Stoff kommt noch oben drauf, ebenso wie Softboxen und / oder Schirme. Da ist die Palette zu groß, um jetzt einen Preis zu nennen. Wenn's schnell abbaubar und verstaubar sein soll, sind zb die Schnellspann-Softboxen von Phot-R ein guter Kompromiss zwischen Preis und Qualität, da muß man ca 50-60€ pro Box rechnen.
Wenn der Auf- / Abbau etwas länger dauern darf bzw der Kram aufgebaut verstaut werden kann, gibt es auch günstigere Alternativen klassisch mit Ring und Stäben (ich kann die Teile nicht ab, weil mir Auf- / Abbau da ziemlich auf den Senkel geht und ich keinen Platz habe, so eine Softbox aufgebaut zu verstauen). Die hier genannten Softboxen haben üblicherweise ein Bajonett-Anschluß für Studioblitze, d.h. für Aufstecker käme hier noch ein Halter hin (Empfehlenswert: Godox S-Type Bracket, ca 20€), der dann allerdings den oben gelisteten Blitzneiger ersetzt.

Bei Aufsteckern würde sich aber auch noch die Godox 60x60 oder 80x80 Faltsoftbox anbieten, die es im Set mit der S-Type Bracket für rund 32 bzw 35€ gibt. Die sind wirklich super für Aufsteck-Blitze. Sie passen theoretisch unter Verwendung eines Bowens-Speedring-Einsatzes auch an Studioblitze, haben mich da aber von ihrer Leistung her nicht so überzeugt.

Du siehst also, rechnet man alles zusammen bist du für 4 Blitze und Zubehör deutlich teurer als das Dauerlicht-Set. Was jetzt keine Empfehlung sein soll - ich würde tendenziell eher zu Blitzen greifen, aber ich fotografiere in meinem Wohnzimmer-Studio auch eher Menschen. Da würde so ein Dauerlicht-Set für mich gar nicht gehen, viel zu dunkel. Aber als Einstieg in die Produktfotografie... keine Ahnung. Vielleicht findet sich noch ein Produktfotograf, der seine Einschätzung geben kann?

~ Mariosch
__________________
EOS R, EOS 7D II, EOS 7D, EOS 60D, EOS M
EF 24-70/2.8 IS USM II, EF 70-200/2.8 IS USM II, Simga 50/1.4 Art

Mehr Licht-Geraffel als ich tragen kann
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