Das ist nun mal der Nachteil des EC-20. Man muss abblenden und dafür braucht es Licht. Dann schafft man bei den 283mm die der EC-14 schafft auch noch die Qualität mit dem EC-20.
Also hat der EC-14 einen ganz klaren Lichtvorteil. Man kann für das etwa gleiche Ergebnis mit dem EC-14 auf F5.6 wo man mit dem EC-20 F8 oder F9 braucht.
Bei dem Licht wo Du getestet hast, braucht man den EC-20 nicht an die Kamera setzen.
Stefan
Hallo Stefan,
Man mag zu "Geldschein-Testreihen" stehen wie man will, aber will ich zwischen 1000 und deutlich mehr Euronen ausgeben für ein Objektiv, das bei Offenblende hier deutliche Schwächen zeigt. Ich für meinen Teil nicht, deshalb bewerte ich die Vergleichsserie von Grinsofant recht hoch.
Wenn ich die Testreihe von Bernd "Grinsofant" nun richtig verstanden habe, ist es leider (wieder mal) ganz durchwachsen. Schaut man nämlich nur von der Endbrennweite auf die Ergebnisse (also, vom Bildwinkel her bzw. Motivausschnitt - und so gehen wohl viele an die sache heran), so scheint mir:
(Bitte beachten: betrachtet werden soll hier nur das 50-200er ZD, dass das 2.8/300 ZD (600 KB !!!) hier deutlich besser ist, wird wohl keiner bezweifeln, leider nannte der Händler meines Vertrauens mir dafür gestern abend einen Preis von 7400 Euro, z.Zt. steigend, aber auch das ganz neue Nikon 2.8/300er kommt für gut 6000 Euro und bietet je nach Kamerasensor max. nur den Bildwinkel eines 450er KB-Objektivs)
- bei 300 mm (600 KB) Offenblende ist nur das 50-200 einigermaßen zu gebrauchen, da es durch den Faktor 2 für 300 mm eben nicht bis ganz ans lange Ende ausgezogen werden muss (das 50-200er + EC14 aber schon)
- auch abgeblendet auf F8 büßt die EC-20-Kombination nur wenig von ihrem Vorsprung ein
- von der Bildqualität bei 300 mm (600 KB) wäre also der EC20 hier besser, wenn nicht der deutliche Lichtverlust bei Offenblende im Sucher wäre
- dann kommt noch etwas hinzu: Mein Verdacht ist, dass ein Grund für schlechtere Bildergebnisse mit dem 50-200er ZD im Freiland (im Gegensatz zu diesen Laborergebnissen) der beim Zoomen ausfahrende Tubus ist, wenn man die Kombination freihand hält (was viele natürlich versuchen wegen der geringen Abmessungen der Kombination); der Tubus hat auch im besten Fall immer etwas geringfügiges Spiel, was im Zusammenspiel mit dem geringen Bildwinkel bei 400 mm (800 KB !) zu den berichteten Unschärfen bei Vogelaufnahmen führen könnte
- mein Fazit: Nur deshalb ist der EC20 für mich am 50-200er im Freiland ungeeignet oder man diszipliniert sich soweit, dass man bei Vollauszug (also über 300 mm) konsequent das Dreibein-Stativ einsetzt mit Fernauslöser/SVA;
Es scheint mir aus diesem Grunde nicht ganz unlogisch, dass berichtet wurde (Hacon ?), dass das Sigma 2.8/70-200 im Freiland (im Gegensatz zu diesem Labortest !) mit dem EC20 besser harmonieren soll (dieses Objektiv behält ja bekanntermaßen seine Baulänge beim Zoomen)
- dennoch spricht meiner Meinung nach etwas gegen die Sigma-Lösung (wenn man damit nicht nur Vögel fotografieren will): Durch die Anfangsbrennweite von 70 mm ist es im "Bühneneinsatz" oder im Theater nicht so flexibel, wo man den Standort oft nicht wechseln kann; und dann die fehlende Abdichtung: Viele haben ja bereits ein gutes und leichtes 40-150er ZD für den unauffälligen Einsatz; dann würde ich mir parallel als "Zweitobjektiv" nur ein Abgedichtetes kaufen, damit man da auf alles vorbereitet ist (Carnevall der Culturen 2008 bei uns fast ins Wasser gefallen und obwohl nur Nieselregen kam, musste ich trotz sorgfältigem Abwischens das 40-150er danach tagelang trocknen, weil der ausfahrende

Tubus Wasser ins Objektiv gezogen hatte)
Das wollte ich nur mal soanführen, damit man sieht, dass es nicht ein Entweder-Oder geben kann, da die Dinge weitaus komplexer sind.
Je nach Anwendungszweck kann es sich für Manchen also doch lohnen, eine eher negativ bewertete Lösung zu kaufen (z.B. das Bigma 50-500, wenn man sich selbst beschränkt, den Freihandeinsatz zumindest bei Vögeln streicht, es konsequent am Stativ einsetzt und, wie einer mal im Nikon-Forum ? geschrieben hatte, es konsequent als 50-417er behandelt und die 500 mm = 1000 mm KB nur im "Notfall" einsetzt).
Wie hier schon gepostet, kann nur wiederholt werden: Es fehlt ein 4.0 oder 4.5er/400 ZD, das leichter und günstiger als das 2.8/300er sein kann und zumindest mit dem EC14 konvertertauglich bei Offenblende sein sollte (deshalb auch 400 mm, 300 sind sonst zu kurz); so käme man auf Offenblende 5.6 bis 6.4 für maximal 600 mm (= 1200 mm KB); dafür könnte man schon auf den Vorteil eines Zooms verzichten, denn das Bigma 50-500 ist ausgefahren schon ein ganz schöner Brocken (das 90-250er ZD ist zwar kompakter, aber mit 3.3 Kg auch nicht leicht und mit 6000 Euro ...).
Eine andere Alternative wäre ein 5.6/400, dann aber schön kompakt und unter 2000 Euro, andere Hersteller (Canon) bekommen sowas ja auch hin (warum Leute wie Manifredo ja auch zum Zeweitsystem greifen mussten, wenn auch bei weniger KB-äquivalenter Brennweite). Ein manchmal gefordertes 500er wäre an FT wegen des Bildwinkels (1000 mm KB) einfach zuviel des Guten, schließlich muss das alles (Weitwinkel, normales Tele ...) ja noch in einen (!) Photorucksack passen, ohne dass man eine zu große Lücke im Brennweitenbereich in Kauf nehmen muss).
Provokant gesagt: Nur ein schlechter (Natur-)Fotograf braucht immer mehr Brennweite (jüngst konnte man ja konkurrenzlos gute Regenpfeiffer-Bilder von Herrn Lammers bewundern, die er mit einer D200 mit 200-400er Zoom bei F6.3 gemacht hatte, was zumindest vom Bildwinkel "nur" 600 mm KB entspricht; Sachen wie Cropfähigkeit der fertigen Bilder u.a. lasse ich jetzt mal außen vor).
viele Grüße
Michael Lindner