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-   -   Erfahrungsbericht + kleine Anleitung: Sigma USB Dock vs Tamron Tap-In Konsole + Sigma 18-35 + Tamron 24-70 + Tamron 85 (https://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=1947214)

schildzilla 03.03.2019 23:34

Erfahrungsbericht + kleine Anleitung: Sigma USB Dock vs Tamron Tap-In Konsole + Sigma 18-35 + Tamron 24-70 + Tamron 85
 
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Hier ein Kurzer Erfahrungsbericht von mir über das Sigma USB Dock und die Tamron Tap-In Konsole.

Die Objektive die ich justiert hatte:
Sigma 18-35mm 1.8
Tamron 85mm 1.8 VC
Tamron 24-70mm 2.8 VC G2

Verwendete Bodys:
80D
6D II

Alle Objektive sind im Neuzustand und wurden mit Abweichungen ausgeliefert.
Benutzt wurden für das 18-35 die 80D (Neuzustand) und für beide anderen Objektive die 6D II (ebenfalls Neuzustand).
Alle Korrekturwerte kamen nicht durch abgenutzte Hardware zustande.


Im Grunde ist die Justage einfach, dauert nur evtl ein wenig gerade bei Zoomobjektiven.

Vorbereitung:
Ich habe ein Testchart aus dem Internet mit meinem Laserdrucker ausgedruckt und an die Wand geklebt.
Zusätzlich habe ich das Testchart mit einer hellen Lampe direkt beleuchtet, um die Zuverlässigkeit des Autofokus zu steigern.
Mit einem Stativ und einem Maßband habe ich die Entfernung zwischen der Sensormarke (durchgestrichener Kreis oben auf der Kamera) und dem Testchart nach Objektivvorgaben aus der jeweiligen Anwendung (Tamron TAP-in Utility und Sigma Optimization Pro) ausgemessen.
Die Vorgaben erscheinen bei Anschluss der jeweiligen Objektive am Computer.
Damit alles etwas schneller geht, habe ich auch noch "AF Feineinstellung" für den Schnellzugriff direkt ins MyMenu gelegt.

Los gehts
Als alles ausgerichtet war, hatte ich die Vorjustierung zunächst über die Kamerainterne Justage (Autofocus Microadjustment FÜR ALLE OBJEKTIVE, nicht pro Objektiv. Ersteres funktioniert besser für diesen Zweck) durchgeführt.
Ich hatte permanent zwischen (angefangen beim) Sucher und danach LiveView gewechselt und jeweils immer den Auslöser halb zum fokussieren betätigt, ohne auszulösen (ist nicht nötig).
LiveView war meine Referenz für die Schärfe, da bekanntlich der LiveView Autofokus fast immer trifft.

Erkennen und Einstellen:
Ist im LiveView die Distanzanzeige am Objektiv näher in den Nahbereich gerückt, lag ein Backfokus vor, daher habe ich mich mit -5 (Minus holt den Fokus näher an den Nahbereich heran) Schritten erst einmal grob herangetastet, bis die Distanzanzeige zwischen LiveView und Sucher Autofokus nicht mehr gezuckt hatte.
Bei Bedarf muss man natürlich auch nochmal in kleineren Schritten ein bisschen zurück ins Plus.
Wenn man denkt, es passt, dann ein paar mal zurück in den Suchermodus und per Hand den Fokus verdrehen und nun kontrollieren, ob der Autofokus immer noch richtig trifft.
Mit der Bildschirmlupe kann man vor dem Fokussieren im LiveView nochmal vorab kontrollieren, ob die Schärfe wirklich passt und mit dem Fokusrad kann man prüfen, ob es noch schärfer ginge. Das ist aber meist nicht nötig.
Ist im LiveView die Distanzanzeige in den Fernbereich gerückt, lag ein Frontfokus vor und ich hatte ich mich mit +5 (Plus schiebt den Fokus weiter in die Distanz) Schritten an den richtigen Punkt herangetastet.

Das ganze Spiel macht man mit allen einstellbaren vorgegebenen Brennweiten und Abständen, bis man für alles den richtigen Korrekturwert hat.
Diesen muss man sich notieren mitsamt der gemessenen Brennweite und dem Abstand. Eine Tabelle ist am übersichtlichsten.
Erst alle Brennweiten durchmessen, bevor man die Kamera mit Stativ verstellt, sonst hat man mehr Arbeit.
Noch mehr Zeit spart man, wenn man nachdem alle Brennweiten durchgemessen wurden, die neuen Werte gleich am Dock/über die Konsole einspielt. Danach kontrolliert man alle Brennweiten nochmals und korrigiert bei Bedarf die Korrekturwerte.
Solange die neuen Werte einspielen bis alles passt, dann könnt ihr die Kamera auf die nächste Distanz versetzen.

Zwischen jeder neuen Messung zunächst das Autofocus Microadjustment zurück auf 0 setzen, sonst kommt ihr evtl durcheinander.
Selbstredend natürlich auch bei Abschluss der Justierungen.

Fazit
Besonders gefiel mir die Justage mit dem Sigma Dock mit dem Sigma 18-35mm, da man hier als höchste Distanz nur 2 Meter hat.
Das ist wesentlich leichter einzustellen und besser durchführbar, als bei Tamron die Werte für unendlich. Dies hatte am meisten Zeit gekostet.
Auch waren beim Sigma (möglicherweise zufällig) fast immer mit +5 oder -5 die richtigen Werte schnell herausgefunden.
Der Fokus des Sigmas war beim Einstellen auch weniger inkonsistent als bei den beiden Tamrons.
Das Tamron 85mm war recht simpel einzustellen, das 24-70 war jedoch eine harte Nuss und hätte eine Korrektur gebraucht, die +27 betragen hätte.
Leider ist die Grenze zum Einstellen sowohl beim Sigma als auch bei Tamron bei -20 bis +20.
Auch aufgefallen ist mir, dass bei Tamron nur 3 Entfernungen einstellbar sind, bei Sigma ganze 4.
Unterm Strich haben die Justierungen viel ausgemacht. Die Schärfe empfand ich vorher als OK, doch jetzt schneidet man sich fast beim Anblick der Fotos :lol:

Es ist schon erstaunlich, wie schlecht justiert jedes einzelne Objektiv ausgeliefert wurde, wie man auch an den Korrekturwerten im angehängten Bild sieht.

Die Justage macht sehr viel aus!

Mr.Click 04.03.2019 10:58

AW: Erfahrungsbericht + kleine Anleitung: Sigma USB Dock vs Tamron Tap-In Konsole + Sigma 18-35 + Tamron 24-70 + Tamron
 
Danke dafür, kurze Zwischenfrage blinken an deinem Tamron 85 mit aktueller Firmware die äußeren AF Punkte an der 6DII ?

schildzilla 04.03.2019 11:04

AW: Erfahrungsbericht + kleine Anleitung: Sigma USB Dock vs Tamron Tap-In Konsole + Sigma 18-35 + Tamron 24-70 + Tamron
 
Nein die sind nach nem Update richtig nutzbar, nichts blinkt mehr.
War allerdings nicht in den Updatenotes aufgeführt.

Mr.Click 04.03.2019 11:06

AW: Erfahrungsbericht + kleine Anleitung: Sigma USB Dock vs Tamron Tap-In Konsole + Sigma 18-35 + Tamron 24-70 + Tamron
 
Alles klar, dann brauch ich auch die Konsole, justage passt aber bei meinem ab Werk , hat ich schon mit LiveView und AF Microjustage gegen getestet. :top:

schildzilla 04.03.2019 11:15

AW: Erfahrungsbericht + kleine Anleitung: Sigma USB Dock vs Tamron Tap-In Konsole + Sigma 18-35 + Tamron 24-70 + Tamron
 
Wenn du noch Garantie hast, spare dir die rund 70-80,- und schicke es einfach ein. :)

Mr.Click 04.03.2019 12:19

AW: Erfahrungsbericht + kleine Anleitung: Sigma USB Dock vs Tamron Tap-In Konsole + Sigma 18-35 + Tamron 24-70 + Tamron
 
Wäre das cleverste, bevor ich aber 1-2 Wochen schlaflose Nächte habe bis das Schätzchen wieder da ist kauf ich lieber die Konsole :ugly: schicke nicht gerne Dinge ein.

***** 04.03.2019 16:43

AW: Erfahrungsbericht + kleine Anleitung: Sigma USB Dock vs Tamron Tap-In Konsole + Sigma 18-35 + Tamron 24-70 + Tamron
 
Da hattest du ja mächtig Glück bei deinem Sigma 18-35 mit nur +5 als Korrektur...

Ich hab es ebenfalls an der 80D justiert und habe auf manchen Brennweiten und Abständen teilweise Maximalwert +20 gehabt! Es funktioniert relativ einfach und ist gut selbst zu machen. Diverse Anleitungen gibt es ja im Internet man brauch einfach nur Geduld und starke Nerven.

Auch wenn viele sagen "sei doch froh, dass man überhaupt die Möglichkeit zum selbst einstellen hat" bin ich der Meinung, dass ein Produkt für das man nicht gerade wenig Geld bezahlt auch direkt einwandfrei funktionieren sollte ohne das man als Kunde die Justage vornimmt.

Auf den Punkt meine bisherige Erfahrungen mit Sigma, Canon und Tamron...

Sigma: Nur Ärger, stundenlanges justieren (erst auf die 1300D, später auf die 80D). Man bestellt für 700 € etwas, freut sich, packt aus und ist ernüchtert und frustriert. Arbeit vor sich statt Freude. Anschließend allerdings ein sehr geiles Objektiv.

Canon: Keine Probleme! Alle meine Canon Linsen haben immer perfekt fokussiert.

Tamron: Ebenfalls. Gekauft, ausgepackt und grinsen im Gesicht. Keine Justage notwendig. Hatte bisher 3 verschiedene Tamron Objektive.

Mein Fazit: Kaufe nur noch Canon/Tamron. Sigma nur wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt.

Wohl gemerkt an DSLR - An DSLM gehören Front- / Backfokus ja der Vergangenheit an.

schildzilla 04.03.2019 17:12

AW: Erfahrungsbericht + kleine Anleitung: Sigma USB Dock vs Tamron Tap-In Konsole + Sigma 18-35 + Tamron 24-70 + Tamron
 
Zitat:

Zitat von Knoedel91 (Beitrag 15418569)
Da hattest du ja mächtig Glück bei deinem Sigma 18-35 mit nur +5 als Korrektur...

Vielleicht liegt es daran, dass mein Sigma meiner Cousine mal heruntergefallen ist und zufällig ein paar Stufen kaputt-korrigiert wurde :lol:
Dafür hat mein Tamron +27 und die Restlichen +7 kann ich nicht korrigieren.
Die Software beider Hersteller sollte auf +-30 korrigieren lassen. Wozu hat man sonst so ein teures Dock? (Besonders das Tamron mit 80,-)
Ich habe gestern Tamron diesbezüglich angeschrieben, bislang ohne Antwort.
Tamron war noch nie besonders schnell bei Emails beantworten.
Die Abweichungen beim Sigma zeigen, dass deren hochbeworbenes System zur Endkontrolle eigentlich nur wenig bringt. (Stichwort MTF-System)

Meine Erfahrung war bislang, dass bei Sigma meist alles passte, mit Tamron habe ich jedoch einige schlechte Erfahrung machen dürfen.
Besonders was den Autofokus und Kompatibilität anging.
Mittlerweile hat Tamron aber gut nachgelegt mit den neuen Linsen, dafür löhnt man natürlich auch etwas mehr.
Beim Sigma 18-35 störte mich nur die Inkompatibilität zu neueren Canons mit Dualpixel-Autofokus.
Im LiveView immer Fehlfokus und es dauerte knapp 2 Jahre bis mal ein Update herauskam!
Wenn man Updates mit dem Dock bewirbt, sollte man auch öfter mal welche veröffentlichen. Und vor allem die Updatenotes vollständig ausfüllen.

Ich kaufe auch nur noch Linsen, die ich einstellen kann.
Doch ich teile Deine Meinung. Solche Linsen sollten vom Werk aus besser justiert werden.
Besonders da sie ja auch nicht immer unbedingt billiger sind als von Canon.

Mr.Click 04.03.2019 17:14

AW: Erfahrungsbericht + kleine Anleitung: Sigma USB Dock vs Tamron Tap-In Konsole + Sigma 18-35 + Tamron 24-70 + Tamron
 
@ Knoedel91 Kann ich so nicht bestätigen, hatte bisher mit alllen 3 Marken Glück und Pech.
Was mir auffällt, das ich an der 6DII kein einziges Glas justieren mußte, das war bei APS-C sonst eher die Regel.

Foxy25 05.03.2019 11:37

AW: Erfahrungsbericht + kleine Anleitung: Sigma USB Dock vs Tamron Tap-In Konsole + Sigma 18-35 + Tamron 24-70 + Tamron
 
Um hier mal wieder On-Topic zu werden:

@Schildzilla: Deine Anleitung ist soweit ganz gut, aber ich hätte da noch ein paar Punkte:

Target:

Ich halte nix von solchen Papiertargets und benutze als Hard-Target Spyder Lenscal. Es mag im ersten Moment teuer erscheinen, aber für mich hat es sich geloht, so viele Linsen wie ich bis jetzt kalibriert habe.
Da wird Ausrüstung für 1000ende von Euro gekauft aber die 50€ für ein vernünftiges Target will dann niemand mehr ausgeben....

Muss jeder selbst wissen ob ihm so ein kostenloses Schlabberding reicht, oder ob er eben was gescheites benutzen möchte.

Hier mal noch ne Bastellösung die ich persönlich noch für am besten halte:

https://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=1656767

Licht:

Du hast ja geschrieben das du noch zusätzlich eine Lampe anbringst um das Target zu beleuchten. Davon würde ich jetzt erst einmal abraten. Je nach Lampe, Licht, Leuchtmittel usw. kann man da nicht mehr von Zuverlässigkeit sprechen. Ich wollte es pers. auch nicht glauben aber es ist so: Ich kalibriere meine Linsen tagsüber draussen. Von jedem "Kunstlicht kann ich nur abraten!
Bei meinem Sigma 18-35mm hab ich keinen verlässlichen, konsistenten Fokus in Kunstlich hinbekommen. Mit natürlichem Licht hat es wunderbar gepasst. Nach erfolgreicher Kalibrierunge trifft die Linse auch unter Kunstlich/ im Studio zuverlässig.

Abstände/Maße/Winkel:

Wer sich kein Target mit Dosenlibelle kaufen möchte und keine Kamera mit integrierter Wasserwagge hat empfehle ich eine Dosenlibelle für den Blitzschuh, damit die Kamera auch genau ausgerichtet werden kann. Ebenso auch das Target! Da können schon wenige mm zu einem verfälschten Ergebniss führen. Mit den Maßen und Winkeln sollte man sehr genau vorgehen, grade bei Linsen die eine große Blende und damit eine sehr geringe Schärfentiefe haben.
Auch die Höhe des Tagest sollte beachtet werden. Ich messe die Höhe des 0 Punktes des Tagets und übernehme die Höhe als Mitte der Linse. Somit ist die Kamera auch einigermassen waagrecht vorm Target. Der Winkel zum Target sollte exakt 90° betragen. Relativ einfach kann man das mit der 3-4-5 Regel mit dem Zollstock ausmessen.

Einstellungen:

Auf dem Stativ sollte man den Stabi, sofern vorhanden, deaktivieren. ausgelöst wird mit Spieglevorauslösung und dem 2sek. Selbstauslöser.
Ein ordentliches, stabiles Stativ kann auch von großem Nutzen sein, vor allem wenn es nicht absolut windstill ist.

Soweit mal meine Gedanken dazu.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 03:47 Uhr.

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