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Alt 27.03.2006, 13:52   #1
thj
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Registriert seit: 24.07.2005
Ort: Castrop-Rauxel
Beiträge: 148
Standard Erfahrungsbericht - ?Workshop Digitalfotografie auf Zeche Zollverein (Tom Striewisch)

Hallo zusammen,

ich habe am Wochenende den oben genannten Workshop (http://www.fotolehrgang.de/zollverei...ren_lernen.php) besucht und wollte einfach mal darüber berichten.

Der Workshop erstreckte sich über zwei Tage, Samstag (5 Stunden) und Sonntag (ca. 8 Stunden). Der Preis lag bei 109 Euro (99 Euro wer sein Buch gekauft hat) + 7 Euro für die Führung auf Zeche Zollverein.

1.Tag (Samstag):

Wir trafen uns mit Herrn Striewisch auf der Zeche Zollverein (in Essen Katernberg) um 11.00 Uhr Morgens. Er war an einer kleinen gelben Plastikkamera zu erkennen (wie beim Treffen der anonymen Fotografen ). Die Gruppe bestand aus 8 Personen (max. Teilnehmeranzahl), also eine angenehm kleine Gruppe. Ausgehend vom Besucherzentrum wurde bereits einer der Teilnehmer aufgefordert, ein einziges Foto von Zollverein zu machen, das man als Postkarte verwenden könnte. Dazu gab es dann bereits die ersten Tipps zur Standortwahl und Ausnutzung der Symmetrie des Geländes.

Zur weiteren Besprechung des Workshops und dem ersten Theorieteil gingen wird dann in das Cafe auf dem Kokereigelände von Zollverein (sehr angenehme Atmosphäre). Dort sah man dann auch welcher Teilnehmer mit welcher Ausrüstung angereist war. Von einer Sony Bridge-Camera (F717) bis zu einer EOS 1D Mark II - auch eine neue Nikon D200 konnte bestaunt werden, war alles vertreten.
Da dieser Workshop eben auch für Anfänger konzipiert ist, dachte ich schon das ich wohl fehl am Platze wäre (in dem Moment als ich die EOS 1D Mark II sah). Aber es stellte sich ganz schnell heraus, das Herr Striewisch darauf nicht den geringsten Wert legte (hatte selbst seine 20D mit) und stattdessen dazu überging, die wesentlichen Begriffe der Fotografie, wie Blende, Verschlusszeit und deren Zusammenspiel zu erklären. Weitere Dinge die in diesem Theorieteil geklärt wurden:

a.Vorteile/Nachteile der Motiv- und Kreativprogramme der Kameras – Warum besser den M-Modus verwenden.
b.Histogramme in der Kamera – und das Clipping.
c.Sinnvoller Einsatz der ISO Einstellungen.
d.Vor/Nachteile des jpeg/Raw-Formats für Fotos.
e.Warum das Raw-Format mehr Möglichkeiten bietet.
f.Neubelegung der Sterntaste (AF statt AE) und was man damit erreicht.
g.Warum sieht die Kamera nur 18% Grau und welche Auswirkung hat das für die Fotos.
h.Der Weißabgleich (Automatisch, Kunstlicht, Schatten, usw.)
i.Der manuelle Weißabgleich.

Man möge mir an dieser Stelle verzeihen, wenn ich etwas ausgelassen habe. Ich bin aber immer noch damit beschäftigt das Mitgeteilte Wissen zu verarbeiten

Wie dem auch sei, ging es dann nach etwas mehr als zwei Stunden (und ein paar Tassen Kaffe) auf das Gelände der Zeche Zollverein um das gesagt in die Tat umzusetzen. Jeder Teilnehmer sollte zusehen, das er ca. fünf Fotos für den EBV Teil am Sonntag zusammen bekommt.
Herr Striewisch stand während des Praxisteils ständig mit Rat und Tat zur Seite. Es wurden verschiedene Treffpunkte vereinbart, damit die Gruppe nicht auseinandergerissen wird (was auf diesem sehr weitläufigen Gelände doch allzu leicht passieren kann).
Man konnte also zu jeder Zeit mit seinen Fragen zur Belichtung, Blende usw. bezogen auf das was man gerade fotografieren wollte zu ihm kommen.
Um ca. 16.00 Uhr verabschiedete sich Herr Striewisch dann bis zum morgigen Sonntag. Man konnte natürlich selber noch weiter auf dem Gelände fotografieren solange man wollte.

2.Tag (Sonntag):

Der Sonntag begann um 11.00 mit der Führung auf Zollverein, die etwa zwei Stunden dauerte und sehr informativ war. Natürlich wurde unsererseits wieder die Möglichkeit zum fotografieren genutzt
An dieser Stelle muss ich sagen, das es besser gewesen wäre, mit dieser Führung am Samstag zu beginnen, um das Gelände besser einschätzen zu können und sich vorab schon mal die Orte anzuschauen, wo man nachher seine Fotos machen will.
Da dieser Workshop aber noch zu den sogenannten Winterterminen gehörte, wurde wegen des Wetters mit dem Fotografieren am Samstag begonnen. Im Sommer wäre dann erst die Führung und dann das was ich unter Punkt 1 (Samstag) beschrieben habe.

Nach der Führung hieß es dann ab ins Auto und in die Essener Innenstadt. Dort befindet sich das sogenannte „Unperfekthaus“ indem Herr Striewisch ein Studio hat und dort sind auch Seminarräume. Das „Unperfekthaus“ sollte jeder mal gesehen haben, eine völlig abgefahrene Konstruktion dieses Haus.
In einem dieser Räume habe wir dann mit dem zweiten Teil des Workshops begonnen (der wohl sicherlich schwierigere Teil). Ich kann jedem nur empfehlen, gut ausgeschlafen an diesem zweiten Teil des Workshops teilzunehmen.
Herr Striewisch beginnt mit der Vermittlung von wichtigem Hintergrundwissen zur EBV und geht dann nahtlos und wohlgemerkt ohne Pause dazu über, von jedem Teilnehmer die besagten fünf Fotos durchzusprechen und gegebenenfalls mit Photoshop zu bearbeiten.
Die Tipps und Tricks die man dann zu sehen bekommt, sind wirklich erstaunlich und sehr lehrreich. Wer Sonntags etwas früher wieder abreisen muss, dessen Fotos nimmt er sich als erstes vor.
Den zweiten Teil des Workshops im Einzelnen zu beschreiben, würde hier zu weit gehen. Ich kann nur sagen das sich das jeder mal antun sollte, der ständig über die Unzulänglichkeiten seiner Fotos nachdenkt. Es ist unglaublich was sich schon mit einigen elementaren EBV Kenntnissen alles korrigieren lässt.
So ca. gegen 19.00 Uhr waren wir dann mit allen Fotos durch und Herr Striewisch beendete den Workshop.

Da fällt mir noch etwas ein:
Zu all dem was man im zweiten Teil des Workshops sieht, bekommt jeder Teilnehmer eine CD (mitschreiben ist also nicht nötig) sowie eine zweite CD mit seinem hinreichend bekannten Online Kurs zur Digitalen Fotografie (als offline Version).

Es besteht natürlich für Teilnehmer die von weiter angereist sind, die Möglichkeit zur Übernachtung. Da das für mich nicht in Frage kam (Castrop-Rauxel ist ein Katzensprung von Essen entfernt) kann ich mich dazu auch nicht äußern. Wäre schön, wenn einer der Teilnehmer der dort übernachtet hat, dazu noch was schreiben könnte.

Mein Fazit
Unbedingt empfehlenswert für Anfänger wie auch Fortgeschrittene. Das Wissen zur Fotografie/EBV was man in diesem Workshop vermittelt bekommt, lässt sich nicht so ohne weiteres durch ein Buch was man sich kauft ersetzen. Mal von dem Spaß den man als Gruppe an der ganzen Sache hat ganz abgesehen. Herr Striewisch ist ein sehr angenehmer Geselle der jahrelange Erfahrung in seinem Gewerbe besitzt und diese Erfahrungen auch sehr gut vermitteln kann.

thj

Anbei noch ein paar Fotos von mir, für alle die, die Zeche Zollverein nicht kennen.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg _MG_7974_DxO_raw.jpg (288,3 KB, 298x aufgerufen)
Dateityp: jpg _MG_8002_DxO_raw.jpg (288,7 KB, 295x aufgerufen)
Dateityp: jpg _MG_8025_DxO_raw.jpg (288,2 KB, 296x aufgerufen)

Geändert von thj (27.03.2006 um 18:29 Uhr)
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Alt 08.05.2007, 14:28   #2
speerwerfer
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Beiträge: 200
Standard AW: Erfahrungsbericht - ?Workshop Digitalfotografie auf Zeche Zollverein (Tom Striewi

Hallo zusammen,

ich bin nun am vergangenen Wochenende auch zu diesem Workshop nach Essen gefahren. Ich selbst bin noch ziemlicher Anfänger was das Fotografieren angeht und habe im letzten Jahr mit der Technik meiner DSLR gekämpft. Ich hatte die Hoffnung, an diesem Wochenende einiges über meine Kamera und wie sie so "tickt" zu lernen.

Meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Wir waren ein kleiner Kreis. Nur 6 Teilnehmer (zwei Absagen). Daher war viel Zeit vorhanden um auf unsere Fragen einzugehen. Tom! macht das prima. Alles in allem ein lockere Atmosphäre ... Aber auch bei 8 Leuten wäre genug Zeit zum Fragen und fachsimpeln gewesen.

Seine Art Zusammenhänge zu erklären fand ich toll. Vieles hatte ich vorher schon in Büchern gelesen (wohl eher überflogen :-) ) aber nach diesem WE hab ich es nun auch endlich kappiert.

Ein Schlüßelerlebnis für mich war das fotografieren ohne jegliche Automatik. Bisher bin ich immer gescheitert. Aber schon nach Toms Einführung bekam ich "anständige" Bilder zustande. Wenn mit der Zeit die Finger erst einmal wissen, auf welche Taste sie denn drücken müssen, wird das ganze immer flüßiger und die Bilder auch immer besser. Ich habe für mich beschloßen die Automatik nur noch im Notfall einzuschalten und ansonsten manuell zu belichten.

Sehr beeindruckend fand ich den zweiten Tag. Es ist schon erstaunlich, wie einfach es ist Bilder zu bearbeiten. Man muss halt nur wissen wie.

Wer Angst hat, als Einsteiger diesen Kurs zu besuchen, dem sei gesagt, das dies völlig unbegründet ist. Auch die Wahl der Kamara ist eher zweitrangig. In unserem Kurs waren 3 DSLRs und drei kompakte Digis am Start. Und es war ganz gut das man auf diese Weise mal die Vor- und Nachteile des jeweils anderen Systems praktisch sehen konnte.

Fazit: Jeder Euro, jeder gefahrene Kilometer nach Essen und jede investierte Minute hat sich für dieses Wochenende gelohnt. Ich bin sehr zufrieden und habe wieder mehr Hoffnung das meine Bilder nun besser werden.

Ich mache jetzt zwar noch keine besseren Bilder - aber ich weiß nun was ich falsch, besser oder anders machen muss.
__________________
Martin

Dynax 5D
Kit Objektiv 18-70mm
KoMi 70-210/4 Ofenrohr
Metz MZ 54-3
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